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Kettwiger Seerosenfest

Ein Kraftakt für die Gastronomen

05.07.2012 | 17:05 Uhr
Ein Kraftakt für die Gastronomen
Sabine Zimmer und Daniel Klaus vom Restaurant „Der Bonner Hof“ bei den Vorbereitungen fürs Seerosenfest.

Essen-Kettwig. Hortensien mit großen Blütenballen, weiße Rosen als Schnittblumen und in kleinen Töpfen - im Garten des Restaurants „Der Bonner Hof“ sieht es aus wie in einem Blumengeschäft. Die Mitarbeiter schleppen, stapeln, und Chefin Ursula Matzke hilft, delegiert sanft, aber bestimmt.

Die Organisation muss halt stimmen. Am nächsten Tag wird das Team im Dauereinsatz sein. Auf dem Kettwiger Seerosenfest des Heimat- und Verkehrsvereins. Die Vorfreude wächst, die Anspannung auch. Perfekt sein. Das will Ursula Matzke immer. Und da lässt sie sich kaum Spielraum. Auf den neuen Standort an Stausee und Ruhr freut sie sich, findet „die Location einfach nur perfekt für diesen Anlass. Und auch, dass es den verkaufsoffenen Sonntag gibt, finde ich gut. Die Kirchtreppe ist die Verbindung zwischen unten und oben.“

Erfahrung mit großen Kettwiger Veranstaltungen hat sie eine Menge. „So an die acht Meilen dürften es sein, an denen wir teilgenommen haben.“ Jetzt nun der Namens- und Standortwechsel. Und sie ist wieder mit dabei. Vor vier Wochen begann sie mit den Vorbereitungen. Gemeinsam mit ihrem Mann Jan-Henning Matzke, der maßgeblich für die Gestaltung und Planung verantwortlich ist. Die Farbgebung der Dekoration war schnell gefunden. Lila - und Grau und Silber. „Lila ist halt eine schöne Sommerfarbe“, sagt Ursula Matzke und lächelt. Lila wird auch der Teppich im großen Zelt sein. Und das wird in der Nähe der Thetis aufgebaut. Mit diesem Standort ist sie sehr zufrieden. „Die Acht lacht“ - schließlich hat sie bei der Auslosung der Plätze die Acht gezogen. Neben Schloss Hugenpoet und unweit des HVV-Bierwagens.

Die fast lautlosen Vorbereitungen gehen indes weiter. Im kleinen Teich mitten im Biergarten drehen drei Koi gemächlich ihre Runden. Die Hitze ist drückend, ein Gewitter angekündigt. Derweil macht Küchenchef Daniel Klaus aus großen Broten Unmengen an kleinen Stücken. Für den Mallorquinischen gerösteten Brotsalat. Sabine Zimmer, die Schwester von Ursula Matzke, packt Besteckpäckchen. 800 sollen es werden. „Mehr war nicht zu bekommen“, sagt sie und hüllt Messer und Gabel in Servietten. Farblich dem Motto angepasst. Natürlich.

Die Zahlen, mit denen die Gastronomen des Seerosenfestes jonglieren, sind beeindruckend. Auf 500 Portionen des Hauptgangs - Kalbsbällchen im Gemüsesud oder Lachsbällchen in Limetten Hierbas Creme - bereitet sich die Küchencrew vor. Zwölf ganze Lachse liegen kühl, 300 Flaschen Wein sind bestellt. Und dann zurück zur Deko: Allein 300 weiße Rosen und eine neu gebaute Bar warten auf den Abtransport runter zur Ruhr.

Auch das Motto „Seerosenfest“ wollte Perfektionistin Ursula Matzke umsetzen. Hat aber nicht geklappt. Die Seerosenblüten wurden bestellt und auch geliefert - aber „die finden wohl das Wetter in Kettwig doof“. Ob drinnen oder draußen: Keine Blüte wollte sich öffnen.

Das Telefon klingelt. Wieder einmal. Der Weinlieferant ist am anderen Ende. „Wir haben traumtolle Händler, die uns sehr entgegenkommen.“ Aber auch ihr Team muss Ursula Matzke loben. Eigentlich wollte sie das Restaurant von heute bis Sonntag schließen. Aber jetzt fährt sie doch zweigleisig. So wie die meisten Kollegen. Ein Kraftakt. „Pro Schicht sind bis zu 16 Leute im Einsatz. Immer abrufbereit.“ Und dann heißt es wechseln. Von oben nach unten und umgekehrt. Und umziehen. Die Farbe Braun steht für „Der Bonner Hof“, Lila und Grau halt fürs Seerosenfest.

Heute wird Ursula Matzke ganz früh am See sein. Dann beginnt der Aufbau. Und um 16 Uhr beginnt dann das 1. Kettwiger Seerosenfest. Irgendwie durchgehend geöffnet. Zumindest was den Stress angeht. Bis Montag. Bis nach dem Aufräumen. Und vielleicht öffnet bis dahin doch noch eine Seerose ihre Blüte.

Und am Sonntag feiert die Interessengemeint KettIN ebenfalls - bei „Wir sind Altstadt“ gibt’s viel Musik und viel Shopping. Zahlreiche Einzelhändler haben sich Aktionen einfallen lassen. Und - siehe oben - die Kirchtreppe wird eine gute Verbindung sein.

Sabine Moseler-Worm


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