Die Vorteile beim Verkehrskonzept überwiegen

Verkehrsknotenpunkt wird künftig die Gustav-Heinemann-Brücke - vom Bereich des Werdener Marktes soll sich der Verkehr nach Umsetzung des Konzeptes dorthin verlagern.
Verkehrsknotenpunkt wird künftig die Gustav-Heinemann-Brücke - vom Bereich des Werdener Marktes soll sich der Verkehr nach Umsetzung des Konzeptes dorthin verlagern.
Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Werden..  Ein Abend in drei Akten. Einziger Tagesordnungspunkt der Sondersitzung der Bezirksvertretung IX war das Verkehrskonzept Werden. Teil eins des Abends in der Aula des Gymnasiums an der Grafenstraße: Vorstellung der Planung, Teil zwei: Aussprache mit den Bürgern, Teil drei: Fortführung der Sitzung und Kenntnisnahme der vierseitigen Vorlage durch die Bezirksvertretung als Beschluss.

Was vom Grundsatz her blutleer klingt, war informativ und teilweise auch hochemotional. Denn für einen gehobenen Lautstärkepegel sorgten die Gegner des Konzeptes. An erster Stelle der Kritik steht die Erweiterung der Abteistraße von zwei auf drei Spuren - zwei Spuren werden in Richtung Brücke führen, eine in Richtung Basilika - eine zwangsläufige Folge der geplanten Entlastung der Brückstraße. Dass sie dann künftig Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen haben, beruhigt die Anwohner verständlicherweise nicht wirklich.

Doch die Ziele des Verkehrskonzeptes sind klar gesteckt. Rainer Wienke von der Stadt Essen: „Die kreuzenden Verkehre sollen vom Werdener Markt zur Gustav-Heinemann-Brücke verlagert werden und die Brückstraße soll entlastet werden. Der Ortskern soll um die Brückstraße erweitert und der Werdener Markt aufgewertet werden.“

Teurer als geplant wird diese Maßnahme, doch die notwendigen 6,3 Millionen Euro sind im Haushalt vorgemerkt, mit der Umsetzung könnte 2016 begonnen werden. Und bereits 2017 wäre das Projekt abgeschlossen. Zum weiteren Prozedere: Die Bezirksvertretung IX hat lediglich Anhörungsrecht, der Bau- und Verkehrsausschuss wird noch in diesem Jahr entscheiden, und dann hat der Rat der Stadt das letzte Wort. Eine Hürde gilt es noch zu nehmen. Die Brückstraße ist derzeit Bundesstraße und soll Gemeindestraße werden.

Die Pläne für den Werdener Markt sehen einen Zusammenschluss der Flächen vor dem Rathaus und rund um den Ludgerusbrunnen vor.

Eine Reduzierung des gesamten Verkehrsaufkommens wird es durch die Umsetzung des Konzeptes nicht geben, aber eine Verlagerung, die dem Stadtteil gut tun wird - das findet auch Dietmar Rudert vom Werdener Bürger- und Heimatverein. Er mahnt: „Das ist die letzte Chance, die wir haben. Wir haben den Tunnel und die Umgehung kaputt geredet. Ein Kompromiss ist ein Kompromiss - und damit kann Werden gut leben.“

Kritik kam von Peter Bialas vom Werdener CDU-Ortsverband: „Ich verstehe das als Verkehrsverlagerungskonzept. Und hier findet auch keine richtige Bürgerbeteiligung statt. Dieses Konzept gewährt dem Durchgangsverkehr höchste Priorität und ist für Einzelhändler an der Abteistraße existenzbedrohend.“

Für Christoph Fleischer von der Bürgerinitiative Werden ist das Verkehrskonzept eine Möglichkeit, „den Charakter Werdens im positiven Sinne zu verändern“. Ludger Hicking-Göbels, ebenfalls BI Werden: „Nicht jeder konnte am Dienstag zu Wort kommen, daher im Nachgang ein Gegenargument zu den teils sehr polemisch und oft verfälschend vorgetragenen ‘Argumenten’ der von persönlichem Interesse geleiteten Anliegern der Abteistraße. Der Anlieferstreifen auf der Nordseite der Abteistraße würde Umwegfahrten von einem bis zwei Kilometer für Lkw auslösen, die die Geschäfte der Südseite anliefern. Wie läuft das heute? Lkw halten einfach auf einer der beiden Spuren und liefern an. So wird das auch künftig gehen - ganz ohne Umwegfahrten.“

Udo Steinhauer, sachkundiger Bürger; „Die Vorteile bei diesem Konzept überwiegen. So sind die Planungen für den Bereich Werdener Markt auf jeden Fall eine erhebliche Verbesserung.“