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Filmausstatter gestaltete das Big-Brother-Haus

Die Firma namens RAL-zehn21

13.03.2009 | 13:50 Uhr
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Sie haben das Tor gebaut, in dem der Zonk saß, Cobra 11 haben sie möbliert und dem Big-Brother-Haus die Einrichtung verpasst. RAL-zehn21 heißt die Firma, die Kulissen fürs Fernsehen schafft – und sie sitzt in Kettwig.

RAL-zehn21? Der Firmenname mutet etwas seltsam an, steht für einen warmen Gelbton. Und dieser Name hat eine Gechichte. Gegründet wurde die Firma für Filmausstattung vor etwa 20 Jahren von Studenten in einem Raum mit taubenblauem Fußboden. Der hatte die Bezeichnung RAL 5010 und so hieß zuerst auch die Firma. Aber als die Gründer sich trennten, musste ein neuer Name her. „Aus Blau wurde Gelb. Der neue Name musste sich gut aussprechen lassen und ins Logo passen”, erinnert sich Kiki Radicke, die zusammen mit ihrem Mann Uwe RAL-zehn21 leitet.

Uwe Radicke hat Innenarchitektur studiert und entwirft nun Filmkulissen und Messestände. Kiki Radicke, die Kommunikationswissenschaft studierte, macht die organisatorische Arbeit. Am liebsten mag sie die ersten Termine mit neuen Auftraggebern: „Man weiß nie, was einen erwartet. Und man ist kreativ gefordert, oft wollen die Auftraggeber sofort eine gute Idee hören. Es ist aufregend, wie eine Bewerbung.”

Immer den selben Trott mag die 37-Jährige hingegen nicht. Film sei „eine spannende Branche, die sich permanent verändert” und zum Glück sei sie oft draußen unterwegs bei Kunden.

Die Kettwiger Firma erhält sehr unterschiedliche Aufträge. Für Manta Manta gestaltete sie die Kulissen, mal muss binnen einer Woche ein Messestand fertig oder für ein Kinder-Bastelmagazin Ideen gesammelt werden. In solchen „heißen Zeiten” beschäftigt RAL-zehn21 bis zu 30 freie Mitarbeiter, Schreiner, Künstler, Bühnenmeister, aber auch Studenten und Hausfrauen, die aus einem Schuhkarton ein CD-Regal basteln.

„Heute ist viel über das Internet zu finden. Aber uns ruft man an, wenn man etwas Besonderes haben will. Das Einfache reicht nicht”, sagt Kiki Radicke entschieden. Besondere Bauten bedeuten auch viel Arbeit. Steht ein Projekt an, werde schon mal einen Monat lang durchgearbeitet, 16 Stunden am Tag. Dann gäbe es aber auch Phasen, in denen es ruhiger sei.

Nach Kettwig kam die Firma, weil Familie Radicke privat hierhin zog. Die meisten Aufträge kämen zwar aus Köln, aber „da gibt es viele ähnliche Firmen. Die Miete und die Personalkosten sind in Kettwig niedriger.” Außerdem gefällt Kiki Radicke die Gegend: „Im Sommer machen wir das Rolltor auf, um mal kurz an die Ruhr zu gehen, um den Kopf frei zu kriegen.” Zudem sei die A52 eine gute Verkehrsanbindung. Allerdings passt nicht alles Material in die Halle an der Ringstraße – in Steele hat die Firma ein Lager für Dekoration.

Ärgerlich findet Kiki Radicke, dass vor einigen Wochen Diebe durchs Fenster stiegen und die Computer klauten. Dennoch will sie nicht weg, auch wenn der Postbote anfangs lang gebraucht hat, um die Firma mit dem seltsamen Namen zu finden.

Nina-Maria Haupt

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