Der HVV ist Kettwigs Motor

Diesen Aufkleber gibt es auch am Stand der HVV-Gästebetreuer - die Ehrenamtlichen, die von April bis September auf der Mühlengrabenbrücke im Einsatz sind, engagieren sich für eine der erfolgreichen HVV-Aktionen.
Diesen Aufkleber gibt es auch am Stand der HVV-Gästebetreuer - die Ehrenamtlichen, die von April bis September auf der Mühlengrabenbrücke im Einsatz sind, engagieren sich für eine der erfolgreichen HVV-Aktionen.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig..  Viel Lob und Danksagungen und kritische Worte zum Thema Wohn- und Gewerbeflächenausbau. Der Heimat- und Verkehrsverein Kettwig (HVV) tagte im Alten Bahnhof.

Vorsitzender Martin Kryl blickte auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück. „Natürlich war die Ausrichtung unseres Jubiläumsfestes ‘Kettwiger für Kettwig – 125 Jahre HVV’ die größte Herausforderung. Es sollte trotz des eher regnerischen Wetters dennoch ein großer Erfolg werden.“

Ein großes Lob gab es für die Helfer und ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Ohne die geballten Aktivitäten vieler fleißiger Helfer wären unsere schönen Feste und Aktionen nicht machbar“, erklärte er. Dabei erwähnte er besonders das Seerosenfest und das Weihnachtsdorf: „Das war eine runde Sache“.

Weiterhin hob er die Pflanzaktion am Märchenbrunnen und vor dem Rathaus sowie die Aufhängung des Nachtwächters positiv hervor. Einen Blumenstrauß erhielt Dieter Lambach für seinen Einsatz bei den Gästebetreuern an der Brücke. Lambach wird sich in die zweite Reihe zurückziehen. „Er ist Gründungsmitglied dieser Gruppe, und wir danken für den jahrelangen Einsatz“, so Kryl. Für die Aktion sucht der HVV engagierte Helfer, die Zeit und Lust haben, sonntags Besuchern Auskünfte und Tipps zu geben.

Auch an den Tod von Werner Ruhnau im März wurde erinnert. „Er war 15 Jahre lang als Vorsitzender im Ausschuss Stadtplanung, Kunst und Kultur und ein kreativer Kopf, die Arbeit mit ihm war sehr inspirierend, es ist ein großer Verlust für uns“, so Katrin Engelhardt.

Um den Skulpturenpark weiter lebendig zu entwickeln, plant der Kulturausschuss des HVV ein Jubiläumswochenende zum 30-jährigen Bestehen am 26. und 27. September. Am ersten Tag findet ein Workshop mit Fachleuten, Bürgern und Politikern zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“ statt. Ein Fest mit Überraschungen und großem Kuchenbuffet rundet das Programm ab.

Ein weiteres Projekt ist der Ausbau des historischen Pfades Kettwig. Die 25. Tafel ist bereits in Planung und soll der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Vor der Brücke gewidmet werden. Hierzu suchte der Ausschuss noch nach einem Sponsoren. Die sind jetzt gefunden. KettIN-Vorsitzender Wolfgang Bieger und Eberhard Kühnle, Organisator u.a. von Frühlings- und Brunnenfest, werden die benötigten rund 300 Euro spenden. Wolfgang Bieger: „Dies zur Achtung der Arbeit am Kettwiger Skulpturenpark, aber auch in dankbarer Erinnerung an unsere Vorfahren. Eberhard Kühnle, dessen Vorgängergenerationen alteingesessene jüdische Händlerfamilien in Essen waren und meiner Eltern, - mein Vater, Mitglied des katholischen Teils der französischen Résistance und meiner jüdischen Mutter -, beiden wurde sinnigerweise gegen Ende des Krieges Unterschlupf und Versteck im bergischen Land gewährt.“

Das Thema „Brauchtum und Touristik“ ist weiteres wichtiges Projekt des HVV. Friedrich Gräbe blickte ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurück und erwähnte dabei besonders den Martinszug und dankte allen externen Beteiligten wie der Feuerwehr, den Stadtwerken und den Pfadfindern.

Über zwei Anträge wurde abgestimmt. Mit viel Applaus wurde Cäcilia Kogler für ihre langjährige und engagierte Arbeit im HVV mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt.

Außerdem: Schatzmeister Hartmut Albrecht stellte den Antrag, dass sich der HVV aktiv an der Diskussion über die Ausweisung neuer Gewerbe- und Wohnbauflächen in Kettwig beteiligen solle. Er hob hervor, dass er nicht prinzipiell dagegen sei, aber gerade Kettwig mit seinen schönen Grünflächen ein Alleinstellungsmerkmal im Essener Süden habe, das geschützt werden sollte. Diesen Antrag hat die Versammlung mehrheitlich angenommen.