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Kettwig und Werden

Charakterstark

21.05.2007 | 05:31 Uhr

Nach dem Sensations-Sieg gegen den Tabellenersten Fortuna Düsseldorf II wird der FSV Kettwig gefeiert.Viel Wehmut bei Spielern, Trainer und den Fans wegen des Zwangsabstiegs

Freude und Wehmut lagen am Sonntag dicht beieinander. Eine Abschiedsvorstellung der besonderen Art gab der FSV-Verbandsligist an diesem Nachmittag. 1:0 schlug die Mannschaft von Karl Weiß Aufsteiger Fortuna Düsseldorf II. Doch weil sich der neue Vorstand des Traditionsvereins gegen einen Verbleib in der fünfthöchsten Spielklasse ausgesprochen hatte (wir berichteten), löst sich die Mannschaft auf, verlässt - nebst Trainergespann - den Verein von der Ruhrtalstraße.

In Unfrieden trennen sich der FSV und das Team. Und das machten die Kicker noch einmal deutlich. T-Shirts mit dem ironisch gemeinten Aufdruck "Danke Vorstand" und dem Konterfei des ehemaligen Vorsitzenden Jöran Steinsiek trugen sie vor und nach der Partie am Sonntag.

Von den vielen Querelen der vergangenen Monate war auf dem Spielfeld rein gar nichts zu sehen. Nur zu Beginn gelang es dem künftigen Oberligisten, Druck zu erzeugen - dann machte der FSV Kettwig das Spiel. Und wurde letztendlich auch belohnt. Kurz vor Ende der Partie erzielte Stefan Heuer - nach schönem Zuspiel von Christopher Weust-hoff - den Siegestreffer. Für Trainer Karl Weiß war dieser letzte Auftritt ein weiteres Zeichen dafür, "dass die Mannschaft einfach viel Charakter hat". Für diesen Tag habe es "kein besseres Drehbuch geben können". Mit einer souveränen Leistung verabschiedeten sich die Spieler um Kapitän André Schwartz aus Kettwig. Und fast alle sind bei anderen Vereinen unter Vertrag.

Nach dem Abpfiff gab's dann auch viel Applaus von den Fußballfans für die Mannschaft - und Applaus von den Spielern für die Fans. Günter Kupetz, Fan und Unterstützer der Verbandsligamannschaft, erhielt ein Trikot mit allen Unterschriften. Kupetz: "Für viele Kettwiger geht mit dem Abschied von dieser Mannschaft ein Stück Kultur verloren. Die sonntäglichen Besuche auf dem Sportplatz oder die Fahrten zu den Auswärtsspielen werden nicht nur meiner Frau und mir fehlen. So etwas wird es über lange Zeit in Kettwig nicht mehr geben."

Kupetz ist mittlerweile - wie viele andere auch - auf Distanz zu "seinem" Verein gegangen. Derzeit müssen der neue Vorsitzende André Müller und sein Vorstandsteam zahlreiche Austritte bearbeiten. Viele Unterstützer des Vereins gehörten zum "Club 100" - ihre Namen waren auf einer Tafel vor der Ruhrarena verewigt. Die meisten dieser Namen wurden in den vergangenen Tagen weggekratzt.

Von Sabine Moseler-Worm

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Kettwig und Werden