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Bürgerinitiative will Verkehrskonzept Werden verhindern

11.01.2016 | 18:00 Uhr
Bürgerinitiative will Verkehrskonzept Werden verhindern
Rund 100 Mitglieder zählt die neue Bürgerinitiative, die sich gegen das Verkehrskonzept der Stadt ausspricht.Foto: Sebastian Konopka

Essen-Werden.   Mit „Fließend Werden“ wollen rund 100 Bürger die umstrittenen Pläne der Stadt stoppen. Sie zeigen Alternativen auf und fordern eine Überarbeitung.

Quasi in letzter Sekunde hat sich in Werden eine Bürgerinitiative gegründet, die gegen das Verkehrskonzept der Stadt mobil machen möchte. Am 26. Januar stehen die umstrittenen Pläne auf der Agenda der Bezirksvertretung. Zwei Tage später soll das Konzept im Bau- und Verkehrsausschuss beschlossen werden. „Danach steht nur noch der Klageweg offen“, sagen Jan-Peter Hazebrouck und Daniel Schwarze, die nun den Stein ins Rollen brachten.

Der Wirtschaftsinformatiker und der Student hatten zur Gründung der Bürgerinitiative „Fließend Werden – das bessere Verkehrskonzept“ eingeladen. Viele Anlieger der Brück- und Abteistraße sowie weiterer betroffener Wege folgten dem Aufruf. Mehr als 100 Unterschriften enthält die Mitgliederliste mittlerweile. Sie soll von Elisabeth Heesch-Orgass und Marco Trauten, Mitglieder der Ratsfraktion Bürgerlich-Alternative Liste (BAL), an die Bezirksvertretung, den Bau- und Verkehrsausschuss und den Rat der Stadt Essen überreicht werden – ebenso wie die Forderung, das bisherige Konzept zu überarbeiten.

Jan-Peter Hazebrouck und Daniel Schwarze haben das geplante Verkehrskonzept analysiert und wollen es widerlegen: ohne ein eigenes Konzept zu erstellen, aber mit der Benennung von alternativen Möglichkeiten.

Tempo 30 und Fahrverbot für Lkw

Die Schwächen des Verwaltungskonzeptes mit dem vier- oder fünfspurigen Aufbau der Abteistraße führt das Duo detailliert auf. So berechneten sie, dass der Verkehr auf der Brückstraße zwar von 16 000 auf 5000 Fahrzeuge sinkt, das Aufkommen auf der Abteistraße aber gleichzeitig von 16 000 auf 26 000 steigt. Ein ähnliches Szenario zeigen die beiden auch für weitere Straßen auf: Die Straßen um das Werdener Gymnasium werden den Berechnungen Hazebroucks und Schwarzes zufolge um 28 Prozent mehr belastet. Ähnliches gelte für die Keller-, Heck-, Wig- und Dückerstraße sowie den Klemensborn. Die beiden kommen zu dem Schluss: „Das Verkehrsaufkommen in Werden zu reduzieren, geht nur durch eine Umgehung oder einen Tunnelbau.“

Hazebrouck und Schwarze bemängeln die „Ungenauigkeiten“ im Plan der Stadt: Parkplätze seien falsch gezählt, Busse hielten auf der Fahrbahn, die Verkehrszählung sei in einer Baustellenphase erfolgt, Nebenstraßen seien nicht berechnet und die Bürger nur unzureichend beteiligt worden. Zudem ergebe sich durch das Konzept eine zweijährige Baustelle und 6,5 Millionen Euro Kosten, die selbst der Steuerzahlerbund als eine „Frechheit“ bezeichnet hatte.

Die Bürgerinitiative schlägt als Alternativen unter anderem eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern auf der Brückstraße, ein Durchfahrtverbot für Lkw über 7,5 Tonnen sowie Tiefgaragen am Kastellgraben und an der Joseph-Breuer-Straße vor.

Das Verkehrskonzept der Stadt wurde als ein „Unsicherheitskonzept“ für Senioren und Schüler bezeichnet, weil es auch die Einbuchtung der Bushaltestellen wegnehme und die Einstiegsplätze auf die Fahrbahn verlege.

Harald Gedenk

Kommentare
14.01.2016
21:17
Bürgerinitiative will Verkehrskonzept Werden verhindern
von schriftsetzer | #1

Und mal wieder haben sich einige Kritiker nicht wirklich mit der Vorlage auseinander gesetzt. Schade.

Tempo 30 auf der Brückstraße? Das widerspricht...
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Bürgerinitiative will Verkehrskonzept Werden verhindern
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2016-01-11 18:00
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