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Baustelle erweist sich als Umsatzbremse

30.07.2012 | 17:01 Uhr
Baustelle erweist sich als Umsatzbremse
Gähnende Leere herrscht an einem ganz normalen Wochentag in der Kettwiger Altstadt.

Essen-Kettwig. Sandra Baeck verkauft seit Jahren Spielwaren und Wohnaccessoires in ihrem Geschäft „Frechdachs“ an der Hauptstraße. Mit Erfolg. Aber - „so schlecht wie in diesen Ferien war der Umsatz bislang noch nie“, sagt sie. Seit die Hauptstraße vor gut einer Woche wegen der Pflasterarbeiten in Höhe des Marktplatzes zur Sackgasse wurde, geht so gut wie nichts mehr. „Der Umsatz ist teilweise um bis zu 50 Prozent eingebrochen“, sagt sie. „Und wir sind nicht die einzigen Händler, denen es so ergeht.“

Ihr Vorwurf: Durch die mangelhafte Beschilderung würden die Autofahrer regelrecht von der Altstadt ferngehalten. Am vergangenen Donnerstag zog sie dann die Notbremse. Ein Anruf beim zuständigen Amt für Straßen und Verkehr bescherte ihr den Kontakt mit Tobias Fälker. Und der reagierte sofort, kündigte gleich für den nächsten Tag seinen Besuch an.

Freitag in aller Früh kam er dann nach Kettwig, um sich vor Ort selbst einen Eindruck zu verschaffen. Gemeinsam mit Sandra und Andreas Baeck fuhr er durch die Altstadtstraßen, ließ sich die Punkte zeigen, an denen es hakte - und versprach eine Überprüfung. Sandra Baeck: „Schon an der großen Kreuzung, an der Graf-Zepplin-Straße und Ringstraße, muss an allen Einmündungen auf die Umleitung hingewiesen werden.“ Und dass die Möglichkeit bestehe, trotz der Baustelle in die Altstadt zu fahren und dort auch zu parken, müsse den Autofahrern ebenfalls klar gemacht werden. Andreas Baeck: „Jetzt in den Ferien kann man doch sicherlich auch die Parkplätze vor dem THG nutzen, denn von dort sind es ja nur wenige Meter bis zu den Geschäften.“ Nur dass dort Parkplätze seien, müsse auch ausgeschildert werden.

Die Rundfahrt durch Kettwig brachte zumindest eine Erkenntnis: So viele freie Parkplätze hat es in der Altstadt selten gegeben - und das an einem Markttag. Gegen 9.30 Uhr stand selbst in der Kirchfeldstraße - zwischen Haupt- und Cornelius-straße - kaum ein Auto. Und auch nachdem die Marktbeschicker eingepackt hatten und weggefahren waren, herrschte auf dem Marktplatz gähnende Leere. Unglaublich: Gegen 16 Uhr parkte dort lediglich ein einziges Fahrzeug.

Für die Baecks ist klar, dass schnell etwas geschehen muss. Eine dermaßen lange Durststrecke überstünden sicherlich nur wenige Einzelhändler unbeschadet.

Zum Ende der Sommerferien sollen die Pflasterarbeiten dann endlich beendet sein. So sieht zumindest die bisherige Planung aus. Andreas Baeck ist da aber eher skeptisch. „Es kann doch nicht sein, dass an manchen Tagen nur ein einziger Arbeiter zu sehen ist.“ Und Freitags ist bereits um 13 Uhr Feierabend. Das kann sich auch Tobias Fälker nicht erklären, aber „wir werden auf jeden Fall mit dem ausführenden Unternehmen darüber sprechen.“

Und bis dahin wartet Kettwigs Einzelhandel an der Hauptstraße weiter auf Kundschaft.

Sabine Moseler-Worm



Kommentare
31.07.2012
13:27
Baustelle erweist sich als Umsatzbremse
von HalloAusDemPott | #3

Macht sich immer gut, Baustellen mit Sperrungen, auf denen so gut wie nie oder selten gearbeitet wird.

An meine Vorredner, wenn man keine Ahnung hat, sollte man lieber schweigen.

Ist ja nicht ihre Existenz, die auf denm Spiel steht und wenn hinterher die Geschäfte leerstehen, dann noch meckern, dass nichts los ist.

31.07.2012
10:25
Baustelle erweist sich als Umsatzbremse
von schriftsetzer | #2

Nach mehrfachem lesen des Artikels drängt sich mir die Vermutung auf, dass die Kundenflaute wohl eher an den Ferien liegt als an der Baustelle. Und wenn ich mal voraussete, dass in Kettwig eher die Kettwiger einkaufen, sollten die auch wissen, wo man alternativ parken kann - und das ganz ohne zusätzliche Beschilderung, die ja auch wieder Geld kostet. Und dann: "eine dermaßen lange Durststrecke..." Wenn ich es richtig verstanden habe, reden wir hier von 4 Wochen. Und noch etwas: wenn die Arbeiten nicht ausgeführt würden, würde der Einzelhandel auch wieder meckern wg. der Unattraktivität des Standortes. Wie sagt der Volksmund so schön: "Die Klage ist des Kaufmanns Gruß"...

31.07.2012
09:00
Baustelle erweist sich als Umsatzbremse
von essenerjung60 | #1

Wie, das verstehe ich jetzt aber nicht. Alle wettern gegen das Auto und die Käufer sollen doch nur mit ÖPNV oder Fahrrad zum Einkaufen kommen - wegen der Umwelt und dem CO2 und der Krach, Dreck und Gestank, den die Autos so machen, und überhaupt wird ja nur gerast und alle Kinder und ältere Leute sind gefährdet.

Und nun, da die Autos vermeintlich wegen der Baustelle nicht mehr in die Altstadt können und die Leute nun die Chance hätten, die Sache mit dem ÖPNV und dem Fahrrad auszuprobieren... da stellt man fest: es kommen keine Leute und man wünscht sich die Autofahrer zurück.

Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass in Deutschland die Käufer mit den Autoreifen abstimmen.

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