Baumwurzeln sind Stolperfallen

Die Wurzeln der Platanen auf dem Kettwiger Marktplatz sind im Laufe der Jahre zu Stolperfallen geworden.
Die Wurzeln der Platanen auf dem Kettwiger Marktplatz sind im Laufe der Jahre zu Stolperfallen geworden.
Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Kettwig..  Den letzten Einkauf auf dem Kettwiger Wochenmarkt hat Christa Willms in denkbar schlechter Erinnerung. Die 74-Jährige hatte in jeder Hand eine Tasche und stolperte über eine Baumwurzel. Aufgeschlagene Knie, ein verstauchtes Handgelenk und viel Wut waren das Ergebnis.

Zustand der Baumscheiben wird von Jahr zu Jahr schlimmer

„Irgendwann musste das passieren. Mich sehen die da so schnell nicht wieder. Das ist mir mittlerweile viel zu gefährlich geworden und es wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer“, sagt die Seniorin. „Besonders dann, wenn man nicht mehr ganz so sicher auf seinen Beinen ist.“

Ihr Sturz ist kein Einzelfall, denn rund um die zwölf mächtigen Platanen, die über die volle Länge in der Mitte des Marktes stehen, hat der Regen die Wurzeln freigewaschen und sie im Laufe der Zeit zu gefährlichen Stolperfallen werden lassen. Mehrere Zentimeter ragen sie an vielen Stellen aus der Erde und dem Pflaster. Und regelmäßig beobachten die Händler, dass es zu Beinahe-Stürzen und auch zu Stürzen kommt.

„Man muss den Blick immer nach unten richten - dabei rempelt man zwar die anderen Leute an, aber man stürzt wenigstens nicht“, sagt Christa Willms.

Doch nicht nur ältere Menschen, die schlecht zu Fuß sind oder einen Rollator nützen, bereitet der Weg über die Marktfläche Probleme. Auch mit dem Kinderwagen lässt sich die Stolperstrecke nur schwer bewältigen. Die Tochter von Annika Behr ist gerade mal ein halbes Jahr alt und schläft tief und fest. „Wenn ich jetzt mit dem Kinderwagen zu meinem Obsthändler wollte, wäre sie sofort wach. Das würde sie regelrecht durchschütteln. Ich mag den Markt sehr und frage mich, ob man die Fläche nicht begradigen kann, ohne den Bäumen zu schaden. Denn die gehören einfach dazu.“

Bereits im März 2009 beschäftigte sich die Bezirksvertretung mit dem Problem. Eine Verlegung des Wochenmarktes stand damals zur Diskussion. Vor dem Rathaus, auf dem Bürgermeister-Fiedler-Platz, könnten die Händler freitags und dienstags ihre Stände aufbauen. So wie es auch die Aussteller tun, die am Weihnachtsdorf des Heimat- und Verkehrsvereins teilnehmen. Doch dagegen sprachen sich das zuständige Amt und die Marktbeschicker selbst aus. Das Argument: Die Fläche vor dem Rathaus sei einfach zu klein.

Annika Behr hat sich so ihre Gedanken gemacht: „Sicherlich kann man die Baumscheiben auch anders gestalten. Aber passieren muss auf jeden Fall etwas.“

Wenn die Markthändler die Fläche nicht belegen, wird sie übrigens als Parkraum genutzt