Bäcker Nacke gibt auf

Klaus Nacke in seiner Bäckerei in Essen-Werden.
Klaus Nacke in seiner Bäckerei in Essen-Werden.
Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Werden..  „Erst mal schauen, was Nacke hat“ - diese Zeit ist vorbei, vermutlich ein für allemal. 30 000 Euro hätte Klaus Nacke in die Modernisierung seiner Bäckerei stecken müssen - das Geld hat der 68-Jährige nicht. Jetzt hat er den Betrieb abgemeldet und ist nur noch ab und an in dem Laden an der Ecke Joseph-Breuer- und Heckstraße zu finden. Er will noch so viel wie möglich vom Inventar verkaufen.

Nacke, das war einstmals eine renommierte Bäckerei in Werden. Da standen am Samstagmorgen mindestens 20 Kunden Schlange vor dem Geschäft und warteten auf die frischen Brötchen. Der Glanz vergangener Jahre ist dahin. Derzeit verkauft und verschenkt Klaus Nacke morgens zwischen neun und zehn Uhr, auch am Samstag und Sonntag.

Der Laden ist dunkel. Man gelangt über den Hof in seine Backstube. Man sieht, dass sie in die Jahre gekommen ist. „Laufbänder, Maschinen und Fliesen müssten erneuert werden“ erzählt Klaus Nacke. Die Auflagen und Vorschriften des Ordnungsamtes könne er nicht erfüllen. Als die Mitarbeiter des Ordnungsamtes vor drei Monaten bei ihm waren, habe er schon zwischen 4000 und 5000 Euro investiert - das reichte aber nicht.

In diesem Moment kommt ein Mitarbeiter einer Groß-Bäckerei in die Backstube und fragt: „Können wir den Laden übernehmen? Hoffe, ich komme nicht zu spät.“ Das Haus gehört Klaus Nacke schon nicht mehr.

In den Schaufenstern hängen zahlreiche Plakate. Alle mit der Hand geschrieben. Klaus Nacke will seinen Kunden erklären: Die notwendigen Finanzen für die Renovierung könne er nicht bereitstellen. Und er informiert: Alle Kleinwaren, Geschirr, Schüsseln usw. werden für Appel und Ei verkauft. Auch darüber, was moniert wurde: „Sie machen alles selber? Tragen keinen weißen Kittel? Sie haben keine Struktur und keine Dokumentation. Das geht nicht.“