Auflösung mit Hindernissen

Der desolate Zustand der Sportanlage Ruhrtalstraße ist nur eines der Probleme, die Kettwigs Sportvereine haben.
Der desolate Zustand der Sportanlage Ruhrtalstraße ist nur eines der Probleme, die Kettwigs Sportvereine haben.
Foto: WAZ FotoPool

Essen-Kettwig..  Der Dachverband der Kettwiger Sportvereine ist schon seit Jahren nur noch eine Karteileiche. Bereits 2012 wurde die Auflösung diskutiert - beschlossen ist sie allerdings immer noch nicht, denn zu allen anberaumten Mitgliederversammlungen erschienen zu wenig Teilnehmer, die Beschlussfähigkeit war nicht gegeben.

Jetzt unternimmt der Vorstand um den Vorsitzenden Heinz-Willi Luhnen und seinen Stellvertreter Armin Rahmann einen erneuten und letzten Anlauf. Am 21. Januar sind die Vertreter der Mitgliedsvereine in den Gewölbekeller des Alten Bahnhof Kettwig geladen. Beginn wird um 19 Uhr sein.

Wie es weitergeht, wenn der Kettwiger Sportverband auch an diesem Abend nicht aufgelöst werden kann, weiß Rahmann nicht. „Ich kann das Desinteresse der Mitgliedsvereine nicht erklären.“ Er war selbst einmal Vorsitzender des KSV - zu Zeiten, als der Verein noch Verband für Leibesübungen Kettwig hieß. Das Ringen um die Vereinsauflösung entwickelt sich zu einer Posse. Armin Rahmann: „Da der Rechtspfleger das Protokoll der Mitgliederversammlung aus 2013 mit dem Beschluss zur Auflösung nicht anerkannt hat, gab es im vergangenen Dezember eine erneute Versammlung, die aber nicht beschlussfähig war, da weniger als 50 Prozent der Vereine anwesend war.“

In der Zwischenzeit hat der Sportverband 20 000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen an die Vereine ausgeschüttet - zumindest finanziell hat man schon mal reinen Tisch gemacht. „Wie viel jeder Verein bekommen hat, war von der Mitgliederzahl abhängig“, sagt Armin Rahmann.

Der KSV war schon lange vor der angestrebten Vereinsauflösung in Vergessenheit geraten. Mittlerweile hat sich gar ein anderer Verein die Abkürzung KSV geschnappt. Der Kettwiger Sportverein 70/86 wurde vor gut einem Jahr nach der Fusion von KTV 1870 und TVK 1886 gegründet.

Dabei hatte der Sportverband zu seinen besten Zeiten viel für den Stadtteil getan. Der Sportlerball wurde veranstaltet, die Wahl zu Kettwigs Besten oder die Leistungsschau „Sport ohne Grenzen“ auf dem Gelände des Freibads im Teelbruch durchgeführt.

Eine kurze Tagesordnung

Auf einer KSV-Sitzung im Frühjahr 2013 hatte Helena Winkelhardt, die viele Jahrzehnte für den TVK 1886 aktiv war, wohl schon Böses geahnt: „Vielleicht ist die Luft raus nach all diesen Jahren.“

Die Tagesordnung für die Mitgliederversammlung am 21. Januar ist kurz und umfasst nur drei Punkte: Beschlussfassung über die Auflösung, Bestellung der Liquidatoren, Kassenbericht 2014.