Als Stauwart im Einsatz auf der Essener Wehr Baldeney

Stauwart Guido Exner überprüft regelmäßig die Elektromotoren im Antriebsraum.
Stauwart Guido Exner überprüft regelmäßig die Elektromotoren im Antriebsraum.
Foto: Uwe Möller
Was wir bereits wissen
Stauwart Guido Exner arbeitet seit 14 Jahren in der Werdener Schleuse. Zu seinen täglichen Aufgaben gehört viel mehr, als das Schleusen von Schiffen.

Essen- Werden.. Es weht ein frischer Wind an diesem Morgen auf der Wehrbrücke. Die Ruhr strömt durch die Schleuse – das dabei entstehende Rauschen ist überall gut zu hören. Trotz des bedeckten Himmels passieren vereinzelt Besucher das Wehr. Einige machen Fotos, andere genießen die Aussicht. Doch einer ist nicht in seiner Freizeit, sondern zum Arbeiten hier – Guido Exner. Der 39-Jährige Hattinger ist seit 2002 auf der Wehr Baldeney beruflich tätig.

Gekleidet im dunkelblauen Tshirt und dunkelblauer Latzhose schaut der hier ansässige Stauwärter nach dem Rechten. In seiner Hand ein Schlüsselbund mit zahlreichen Schlüsseln für alle Räume der Wehr. Diese benötigt er auch, denn seine hier täglich zu erledigenden Aufgaben sind vielseitig. „Ich mache hier so gut wie alles“, berichtet der Stauwart und grinst. Unrecht hat er damit nicht. „Neben dem Schleusen von Schiffen, bin ich für die Wartungsarbeiten tätig. Zudem betreue ich das Pumpenwerk, erledige anzustehende Reparaturarbeiten und führe drei Mal in der Woche Dichtungsarbeiten an 40 Messstellen durch“, berichtet er. Zudem sei er an der Reparatur von Schiffen und der Kontrolle der Wartung tätig.

Ihm zur Seite stehen auf der Anlage noch ein Elektriker und ein Betriebsschlosser. Die unterschiedlichen Berufsschichten ergänzen sich und teilen die Arbeit untereinander auf. Von 7.30 bis 16.30 Uhr ist die Wehr besetzt. Ein Bereitschaftsdienst steht von 9 bis 18 Uhr parat, kann aber in besonderen (Not-)Fällen auch 24 Stunden lang erreicht werden.

Unterhalb der Fußgängerbrücke befinden sich zwei Büroräume. Einer ist mit fünf aneinander gereihten PC-Bildschirmen ausgestattet. „An dem einen Computer werden die Pegelstände der Ruhr angezeigt an einem anderen die zu schleusenden Schiffe. An den restlichen Bildschirmen lässt sich die Wehranlage beobachten. Auch die Aufnahmen der Sicherheitskameras werden hier her übertragen“, berichtet Exner. „Sollte ich oder einer der Kollegen mal nicht in dem Raum sein und etwas passiert, beispielsweise ein Defekt, dann bekommen wir das auch automatisch auf unsere Handys übertragen und können schnellstmöglich reagieren.“ Die Instandhaltung der Überwachungskameras sowie der Schleusenanlage gehört ebenfalls zu den Aufgaben des 39-Jährigen. Er ist eben „der Mann für alles.“Das andere Büro nutzen die Kollegen für ihre Pausen.

Auf der Brücke selbst befindet sich noch der Antriebsraum. „Hier sind die Elektromotoren, die die Wehrwalzen anheben“, berichtet Exner. „Für eine Öffnung der Schleuse um circa zehn Zentimeter werden um die fünf Minuten benötigt.“

600 Schiffsschleusungen

Von April bis Oktober ist die Werdener Schleuse täglich besetzt. Das liegt vor allem an den zahlreichen Schifffahrten auf der Ruhr die die Wehr passieren müssen. „In diesem Zeitraum werden hier um die 600 Schiffe geschleust“, so der Hattinger. Ruderbote sind vom Schleusen allerdings ausgeschlossen: „Seit knapp vier Jahren werden diese Art von Booten hier nicht mehr geschleust. Die Gefahr war zu groß. Dafür wurde hier eine Bootsumtrage gebaut“, berichtet er. Heiß: Paddler müssen beim Flusswechsel von auf zu abwärts und umgekehrt ihr „Gefährt“ durch einen Tunnel tragen, um weiterfahren zu können. „Sicherheit geht nun mal vor, auch wenn viele das nicht verstehen wollen“, so der Stauwart.

Mit Beginn des Winters – ab November – wird es dann mit dem Schleusen der Schiffe ruhiger, doch zu tun ist an der Anlage immer etwas. So wird es nie ruhig für Guido Exner und seine Kollegen. Auch in den dunkleren Jahreszeiten bleibt sein Beruf vielseitig.