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Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen

27.08.2010 | 01:04 Uhr
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
Der Lehrermangel in NRW trifft auch Essener Schulen.

Essen.Der Lehrermangel in NRW trifft auch Essener Schulen. Weil es zu wenig ausgebildete Lehrer gibt, werden Studenten im siebten Semester als Aushilfen in die Schulen beordert. Außerdem werden Stunden gekappt und Förderunterricht gestrichen.

Info
119 neue Lehrer

Insgesamt fangen in Essen zum Schuljahresstart immerhin 119 neue Lehrer an: 50 an Gymnasien, 37 an Gesamtschulen, 21 an Grundschulen, neun an Realschulen, zwei an Förderschulen. Das hört sich nicht wenig an, aber: Gefüllt werden damit nur die Lücken, die Pensionierungen und Wegzüge gerissen haben. Hauptschulen und Grundschulen erhalten diesmal sogar keinen einzigen neuen Lehrer.

Kurz vor dem Start des neuen Schuljahres am Montag sorgen sich Schulleiter von Essener Gymnasien, Gesamtschulen und Grundschulen, den Unterricht in vollem Umfang gewährleisten zu können.

Weil es in ganz NRW zu wenig ausgebildete Lehrer gibt, konnten nicht alle freien Lehrerstellen in Essen besetzt werden. Zur Vertretung von Dauerkranken und Lehrern in Elternzeit müssen schon Studenten aus dem 7. Semester einspringen. Zudem behelfen sich Schulen damit, Fächer von drei auf zwei Wochenstunden zu kappen sowie Arbeitsgemeinschaften oder Förderunterricht zu streichen.

Fachstunden gekappt

„Es gibt große Probleme in der Lehrerversorgung. Wir müssen Schule auf ihren Kern reduzieren“, bedauert Manfred Reimer, Leiter des Leibniz-Gymnasiums. Von acht ausgeschriebenen Stellen seien bei ihm nur drei fürs neue Schuljahr besetzt worden.

Als Mangelfächer genannt werden von Schulleitern immer wieder Englisch, Musik, Kunst, Sport Mathematik, Latein und Physik. „Ob eine Schule die gewünschte Lehrer erhält, hängt davon ab, welche Fächerkombination ausgeschrieben ist“, stellt Christiane Pape von der GEW Essen fest. „Bei Mathe und Physik wird es ganz schwierig, die Absolventen dieser Fächer verdienen einfach woanders mehr Geld.“

So ist zwischen den Schulen, zwischen den Städten ein richtiges Wettrennen um fähige und passende Lehrer entbrannt. Erfahrene Schulleiterinnen wie Doris Mause vom Carl-Humann-Gymnasium und Vera Bittner von der Goetheschule verwenden zunehmend mehr Zeit darauf, gutes Personal zu rekrutieren.

„Wir haben keinen Puffer mehr“

„Jede Schule muss kräftig für sich werben“, sagt Mause. „Wir versuchen schon früh, etwa Studenten im Praktikum, an uns zu binden“, meint Bittner. Denn viele frisch gebackene Lehrer seien wenig mobil: Wer in Bochum, Bonn oder Münster studiere, wolle meist auch dort unterrichten. Und in Essen würden nicht alle wichtigen Fächer gelehrt. „Der Markt ist damit nicht so groß.“ In diesem Jahr haben aber Bittner und Mause ihre freien Stellen besetzen können.

Doch selbst wenn nahezu alle Planstellen wie bei den Essener Grundschulen besetzt sind, ist eine Unterrichtsgarantie nicht in Sicht. „Wir haben keinen Puffer mehr, wenn jemand ausfällt, dann ist das kaum aufzufangen. Hier haben wir schon viele ältere Kollegien mit Fällen, wo über 50-jährige schlimm dauerhaft erkrankt sind“, erzählt Gabriele Cwik von der Schulaufsicht der Stadt. Da werden dann zeitweise Klassen zusammengelegt, pfiffige Drittklässler nehmen am Unterricht der vierten Klasse teil oder Stunden werden gestrichen.

Zwar dürfen Schulen Ausfälle wegen Elternzeit oder Krankheit durch Zeitverträge mit Junglehrern ausgleichen, doch diese sind oft plötzlich wieder weg, weil sie woanders eine Dauerposition erhalten. „Die Löcher können wir dann gar nicht so schnell stopfen, da fehlen einfach die Leute“, sagt Wolfgang Erdmann, Vize-Leiter der Gesamtschule Nord.

Peter Szymaniak

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Kommentare
29.08.2010
19:09
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
von Leckerchen | #14

Da braucht sich doch wirklich niemand mehr zu fragen, warum unsere Kinder immer blöder werden.
Sie sind NICHT von Natur aus blöd, aber sie werden dazu erzogen (vornehmlich durch Schulen, in denen kaum Unterricht stattfindet).
Ein Kind, welches in der Schule nicht gefördert wird (werden kann, durch fehlendes Lehrpersonal), wird in dieser Zeit andere Dinge tun.
Wundert es da noch irgend jemanden, dass auch solche grundsätzlichen Dinge wie unfallfreie Rechtschreibung oder Dreisatz einfach auf der Strecke bleiben?
Bald werden diese Schüler nicht einmal mehr wissen, wie man PISA-Studie schreibt.
Es ist einfach, alles auf Migranten aus islamischen Ländern abzuschieben. Was können denn diese Kinder dafür, dass es in Deutschland ein Problem damit gibt, Fachkräfte entsprechend ihrer Fähigkeiten/Tätigkeiten zu bezahlen? Konnten diese Kinder sich bei der Geburt entscheiden, dass sie in Deutschland zur Schule gehen wollten? Nein. Das haben die Eltern versenkt.

28.08.2010
03:12
Blockierter Kommentar.
von sich-Fragender | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.08.2010
03:12
Blockierter Kommentar.
von sich-Fragender | #12

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.08.2010
13:11
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
von Lehrer | #11

Das Bild zum Artikel vermittelt einen falschen Eindruck der Realitäten in deutschen Klassenzimmern.
Ich denke mehr brauche ich nicht zu sagen.

27.08.2010
12:10
Keine Unterrichtsgarantie
von Swattaloje | #10

Was an Essener schulen und im gesamten Ruhrgebiet schief läuft konnte man schon in diversen Artikeln lesen und sogar in einer Dokumentation im Fernsehn mit an ansehen!!


Herr Sarrazin weiss mehr!
Es sind einfach zu viele Migranten aus islamischen ländern das kann man kompensieren.
Warum müssen den in zukunft Richter Schulen besuchen gehen so wie in einem anderen Artikel beschrieben. Sowas brauchte man vor 15 Jahren noch nicht!

27.08.2010
11:41
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
von zrezmhjtfmhnh | #9

Zeitarbeit - Zeitarbeit

Muss ein normaler Malocher auch

27.08.2010
11:27
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
von DerNeueWegIstDasZiel | #8

An Realschulen und Berufskollegs sieht es auch nicht viel besser aus. Es gibt da oft den Kollegen Selbstlernphase. Vielbeschäftigt, aber noch nie gesehen. Natürlich fällt durch seinen Einsatz kein Unterricht aus - er findet aber auch nicht statt. Es lebe die Statistik...

Vielleicht sollte man zur Schadensbegrenzung die Lehrpläne entrümpeln und das was dann überbleibt vernünftig lehren. Es gibt genügend Schüler, die im Alter von 16 Jahren keinen Dreisatz, geschweige denn einen Briefumschlag beschriften können. Dann doch lieber weniger Stunden mit nachhaltigen Unterricht.

Genauso sollte man Lehrer auch vom Verwaltungsquatsch entlasten. Ebenso von Tätigkeiten wie der Bücherausleihe, EDV-Betreuung und Öffentlichkeitsarbeit, um nur einige zu nennen. Das könnten Kräfte übernehmen, die normalerweise qualifizierter, aber trotzdem billiger sind.

Das bringt mich wieder auf mein Lieblingsthema im Bereich Bildung: Eine fair ausgestaltete Bürgerarbeit mit ordentlicher Bezahlung und Planungssicherheit für alle Beteiligten könnte dazu führen, dass Lehrer mehr Zeit dafür haben, wofür sie ursprünglich mal ausgebildet wurden. Es muss mehr technisches und verwaltungsorganisatorisches Unterstützungspersonal in den Schulen eingesetzt werden. Übrigens auch Nichtlehrer zur direkten UNTERSTÜTZUNG des Unterrrichts. Es schadet nicht, wenn in Hammerwerferklassen 2 Personen (1 Lehrer, 1 Assistenz) den Unterricht sicherstellen.

Zum generellen Motivationsproblem Lehrer zu werden. Man muss weg vom Beamtentum und stattdessen zumindest die neuen Lehrer besser bezahlen und wirklich bessere Rahmenbedingungen schaffen. Momentan sind Lehrer oftmals nur Mangelverwalter und Prügelknaben. Ein stärkeres Engagement mag im Moment mehr kosten, aber reden wir nicht über Investitionen in UNSERE Zukunft?

27.08.2010
11:22
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
von essener65 | #7

Wundert sich jetz noch jemand, warum bei diesen Aussichten immer weniger Kinder geboren werden?

27.08.2010
11:19
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
von divertom68 | #6

Sorr, mein deutsch läßt noch Verbesserungen zu...
Es soll Gefahr und nicht Gafhr heissen!

27.08.2010
11:17
Keine Unterrichtsgarantie an Essener Schulen
von divertom68 | #5

Sorry,
ich und mein deutsch...
Es soll Gefahr heissen, und nicht Gafhr!!!

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