Das aktuelle Wetter Essen 4°C
EVAG

Keine Renaissance der alten Schätzchen

06.02.2013 | 08:00 Uhr
Keine Renaissance der alten Schätzchen
Auf den Gelenktriebwagen 705(179 Sitz- und Stehplätze) und den Gelenktriebwagen 1753 (150 Steh- und Sitzplätze) verzichtet die Evag im Linienverkehr.Foto: Oliver Müller

Essen.  Rolf Fliß schlägt vor, die historischen Trambahnen auf Linie zu schicken, weil Ersatz fehlt. Die Evag winkt ab.

Erst hatte man kein Glück, dann kam das Pech hinzu bei der Essener Verkehrs-AG : Unfälle, Pannen und die Witterung setzen ihr mächtig zu. Jetzt fehlt es an Straßenbahnen, um den Fahrplan zu bedienen. Der Fahrgastverband „Pro Bahn Ruhr“ rät der Evag , eine größere Reserve an Altfahrzeugen anzulegen und besser darüber zu informieren, auf welchen Linien sie Notbetrieb fährt. Bürgermeister Rolf Fliß (Grüne), der im Ev­ag-Aufsichtsrat sitzt, bringt eine weitere Idee ins Spiel – den Einsatz der historischen Bahnen zu prüfen und Ersatzfahrzeuge bei Verkehrsbetrieben in der Region auszuleihen.

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Rat fordert dazu eine Sondersitzung des Infrastrukturausschusses des Aufsichtsrates, wohlgemerkt unverzüglich: „Ich verkenne nicht, dass die Mitarbeiter der Werkstätten alles tun, um die Bahnen wieder flott zu machen, doch außergewöhnliche Er­eignisse erfordern au­ßergewöhnliche Maßnahmen“, sagt Fliß. Als Sofortmaßnahme habe er bereits den Einsatz von histori­schen Trambahnen des Vereins „Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft Ev­ag“ (VHAG) vorgeschla­gen. Schließlich könne man die Kunden nicht im Regen stehen lassen.

Kaum Möglichkeit zur Umsetzung

Zu den liebevoll und aufwändig restaurierten VHAG-Fahrzeugen zählt etwa der alte Triebwagen 1753, der früher auf der Linie 105 in Richtung Frintrop fuhr und dessen Schwesterfahrzeuge noch immer im rumänischen Arad unter­wegs sind. „Da muss sich dann die Technische Aufsichtsbehörde von ihrer hilfsbereiten Seite zeigen“, betont Fliß.

Evag-Sprecher Olaf Frei honoriert den „kreativen Vorschlag“, sieht aber wenig Möglichkeiten, diesen umzusetzen. Die Fahrzeuge – insgesamt besitzt die VHAG fünf Triebwagen – müssten erst aufwändig auf die moderne Zugsicherungstechnik umgerüstet werden, die für Linienfahrten im Essener Untergrund erforderlich sei. Frei: „Das macht für uns keinen Sinn, weil die Bahnen in dieser Zeit unsere Werkstätten blockieren würden.“

Engpässe hinnehmen

Außerdem sei das sehr kostspielig. „In dieser Zeit kümmern wir uns lieber darum, dass unsere Fahrzeuge repariert werden“, betont Frei. Und selbst wenn die Evag sie umrüsten würde, dürfte es sicher lange dauern, bis die technische Aufsichtsbehörde (TAB) diese nach mehreren umfangreichen Tests für den Linienverkehr freigibt.

Beim Vorschlag, die umliegenden Verkehrsbetriebe in Bochum, Bielefeld und Krefeld um Leihfahrzeuge zu bitten, muss Frei passen: „Natürlich haben wir unsere Partner längst gefragt, doch sie können keine Bahnen entbehren – und uns lediglich mit Ersatzteilen aushelfen.“

So muss König Kunde, trotz aller gut gemeinten Vorschläge, wohl weiterhin Engpässe im Fuhrpark hinnehmen. Jedenfalls so lange, bis die ersten beiden neuen Trambahnen eintreffen – irgendwann im Herbst.

Pascal Hesse



Kommentare
04.08.2013
08:11
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von alias-king | #14

War mir klar.ein Grüner,die kommen immer auf so Klöpse.

14.02.2013
13:09
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von fuchsflur | #13

@Shy_Eye

Das ist Kulturgut und so sind deine Vorschläge auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Es gibt Städte da sind die alten Wagen auch schon unter Denkmalschutz gestellt. Denn nur in der alten Form kann man auch seinen Enkeln zeigen, wie früher die Straßenbahnen ausgesehen haben.

Und die Grundidee des Grünen OB war sicherlich nicht falsch, zumindest besser als keinen Vorschlag ein zu bringen. Aber man sollte man von Seiten der Politik deutlich mehr Geld für den Nahverekhr wieder locker machen, den die haben am Ende den Boden für die jetzigen Probleme bereitet und wollen bis heute nicht war haben das zu viel Sparen am Ende keinen was bringt. Aber beim Nahverkehr gibt es weniger die dicke Kohle, als bei der Autolobby, das sind eher die Fakten die viele kennen, aber keiner was dagegen tut.

06.02.2013
19:26
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von Hubelwusel | #12

Wie soeben aus gut informierten Kreisen zu hören ist, wird es in Kürze den Rolf-Fliß-Rikschaservice geben. Jeder darf mitfahren. Es sei denn Sie heißen von Einem oder von Seeckt oder Hindenburg. Haltestellen immer dort wo ein Reporter oder Mensch mit Kamera steht.

06.02.2013
18:16
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von Shy_Eye | #11

http://www.dm-toys.de/dateien/shop/produktfotos/kato/K14801-8.JPG

06.02.2013
17:59
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von Shy_Eye | #10

Ungefähr so KÖNNTE es aussehen, aber OHNE dieses bunte Zeug und die Türkise-Fläche müsste größer sein ... ein bisschen weiter denken haben die Herren leider nicht drauf, genau das, was dem Ruhrpott fehlt!

06.02.2013
17:55
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von Shy_Eye | #9

Und vielleicht mit einer Aufschrift: Metropole Ruhr , die Leute würden sagen: Lass uns mit der Ruhr fahren ;) das hat was....

(Die großen Flächen in einem schönem Türkis, die Grünen Streifen in **Weiß** umlackieren, die Aufschrift drauf und ab die Post) ;)

06.02.2013
17:52
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von Shy_Eye | #8

Wenn man die Dinger saniert, sehr gerne ;) wie wäre es mit einem schönen türkis? Die grünen Streifen könnte man weiß lackieren... :) so kommt ein bisschen Farbe in den Pott und zudem auch sehr stylisch

06.02.2013
17:03
Tritt Brettfahrer
von Tritt_Brettfahrer | #7

schlägt Rolf Fliß vor, zurück zu treten. Nie war die Gelegenheit so günstig.

06.02.2013
15:52
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von drmccoy | #6

Statt solche Ideen vorzubringen sollte man lieber den großen Wasserkopf in der Verwaltung mal reduzieren und stattdessen das Werkstattpersonal aufstocken, damit Reparaturen schneller voran gehen.

06.02.2013
15:44
Keine Renaissance der alten Schätzchen
von EnglFireball | #5

Die idee ist totaler quatsch, seit knapp 15jahren fährt der
Wagentyp nicht mehr im liniendienst.

D.h. alle neuen fahrer haben keine ausbildung auf dem 1753

Sill man erstmal fahrer ausbilden?

Aus dem Ressort
Die letzte Ruhestätte für den treuen Freund
Tier-Bestattung
Tierbestattungen sind heutzutage keine Seltenheit mehr, sind die Vierbeiner doch mehr als nur ein Haustier. Am häufigsten werden selbstgestaltete Urnen gewählt, so wie von Beate Jenke. Sogar ein Bartagam ruht in einem ihrer Särge
Müllabfuhr, Straßenreinigung und Entwässerung werden teurer
Kommunale Abgaben
Der Rat der Stadt Essen hat neue Gebührensätze beschlossen. Vor allem für die Müllabfuhr müssen die Bürger ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen.
Viele Bahnsteige sind zu hoch
Nahverkehr
Langfristig sollen alle S-Bahnhöfe auf einen 76-Zentimeter-Standard ausgelegt werden. In Essen trifft das derzeit nur auf vier von 24 Haltepunkten zu
Fußgänger auf der B 224 in Essen von Fahrzeug erfasst
Unfall
Bei einem schweren Unfall ist am Donnerstagabend auf der Bundesstraße 224 ein Fußgänger oder eine Fußgängerin angefahren worden. Die Person wurde um kurz nach 20 Uhr von einem Wagen auf der Kreuzung Hans-Böckler-/Frohnhauser Straße erfasst.
Baldeneysee abgesenkt – Angler retteten tausende Fische
Baldeneysee
Zwischen Montag und Donnerstagmorgen senkte der Ruhrverband den Wasserstand des Baldeneysees um 75 Zentimeter ab. Eine Folge: Im Naturschutzgebiet Heisinger Aue saßen tausende Fische auf engstem Raum fest, konnten nicht mehr zurück in die Ruhr schwimmen.
Umfrage
Die Verbraucherzentrale Essen hat den Energieversorger RWE aufgefordert, den Stromtarif in der Grundversorgung rasch zu senken. Es gebe angesichts der Preisentwicklung am Strommarkt keinen Grund, eine Preissenkung hinauszuzögern. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihren Stromanbieter zu wechseln?

Die Verbraucherzentrale Essen hat den Energieversorger RWE aufgefordert, den Stromtarif in der Grundversorgung rasch zu senken. Es gebe angesichts der Preisentwicklung am Strommarkt keinen Grund, eine Preissenkung hinauszuzögern. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihren Stromanbieter zu wechseln?