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Wohnungsbau

Keine Preissprünge bei Mieten zu erwarten

07.09.2010 | 13:50 Uhr
Keine Preissprünge bei Mieten zu erwarten
Foto: Ute Gabriel

Essen.Die Wohnungswirtschaft beruhigt: Essen ist gut versorgt mit preiswerten Wohnungen. Teurer wird’s nur im Neubau-Bereich. Selbst in mittleren Lagen beobachtet Haus und Grund „eine Konstanz“, die höchstens durch die erhöhte Grundsteuer getrübt wird.

Deutlich steigende Mieten, Preissprünge von 12 oder 13 Prozent innerhalb eines Jahres in Düsseldorf etwa oder Ingolstadt – der von der Immobilienberatungsfirma „Empirica“ ermittelte Trend, dass die Vermieter nun wieder zuschlagen, will so recht auf Essen nicht passen. Laut Empirica sind die Mieten bei Neuvermietungen zwischen Karnap und Kettwig in den zurückliegenden zwölf Monaten um 26 Cent auf 7,42 Euro gestiegen, nachdem sie von 2005 bis 2009 nahezu unverändert um 7,15 Euro lagen. Jetzt also der Preissprung von über drei Prozent. „Ich war sehr überrascht von den Zahlen“, sagt etwa Werner Weskamp, Geschäftsführer bei Haus und Grund in Essen. Er schränkt aber sofort ein: „Diese Mieten können nur für gut ausgestattete Wohnungen in guten bis sehr guten Lagen gelten. Dann sind die Leute auch bereit, Preise zu zahlen, die deutlich über dem Mietspiegel liegen.“ Und der weist beispielsweise für Wohnungen des Baujahrs 2004 in Essen einen Mietrichtwert von 6,80 Euro aus.

Laut Weskamp sieht die Lage bei älteren oder schlechter ausgestatteten Wohnungen bereits ganz anders aus: „Da kommen wir in der breiten Masse doch auf deutlich niedrigere Preise.“ Selbst in mittleren Lagen beobachte Haus und Grund „eine Konstanz“ bei den Mieten, die höchstens getrübt werde von der Grundsteuer, die die Stadt vor kurzem erhöht hat. Und selbst dies wird nicht überall zu einer höheren Miete führen: „An den Altendorfer oder der Gladbecker Straße etwa ist das sicher schwer durchzusetzen.“

Das sieht auch Allbau-Chef Dirk Miklikowski nicht anders. Der Allbau ist mit rund 18.200 Wohnungen Marktführer in Essen. Genau 5,10 Euro verlangt die städtische Wohnungsbaugesellschaft im Durchschnitt für den Quadratmeter. „Oft liegen wir deutlich darunter“, sagt Miklikowski. Rund 70 Prozent des Wohnungsbestandes in Essen ist 40 Jahre oder älter, jeden zweiten Euro aus den Mieteinnahmen steckt der Allbau in die Sanierung des Immobilienbestands, „eine riesige Aufgabe“, so Miklikowski, der weder eine aufziehende Wohnungsnot erkennen kann, noch die von Empirica ermittelten Preissprünge, „jedenfalls nicht für die Masse der Wohnungen“.

Gleich dreimal vermieten

Etwas anderes ist es mit dem Neubau-Geschäft. Rund 460 Wohnungen stehen bis 2014 auf der Planungsliste in den Büros am Kennedyplatz: Sehr gut ausgestattet, großzügig angelegt, in einem ansprechenden Umfeld: „Da liegen wir natürlich auch bei sieben, acht oder neun Euro. Aber das müssen wir nehmen, damit sich die Investition rechnet.“ Dennoch werden diese Wohnungen nachgefragt: „An manchen Standorten könnten wir sie dreimal vermieten.“

Wer es nicht ganz so anspruchsvoll braucht oder auf den Preis schauen muss, den kann Miklikowski beruhigen: „Im mittleren Preissegment bieten wir Wohnungen in allen Lagen und Größen an. Daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern.“

Hans-Karl Reintjens

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Kommentare
07.09.2010
19:48
Keine Preissprünge bei Mieten zu erwarten
von Mike Kloepar | #2

Die Realität in Essen sieht leider anders aus. Ich nehme umgehend eine 95 qm² Wohnung in Essen Rüttenscheid für teure 650 Euro. Die Wohnung bzw. das Haus kann auch aus dem Jahr 2003 sein.

07.09.2010
15:27
Keine Preissprünge bei Mieten zu erwarten
von test | #1

Will ja auch niemand hier wohnen, im Gegensatz zu Duesseldorf oder Ingolstadt

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