Keine Lösung in Sicht - Polnische Bauarbeiter in Essen harren auf Notbetten aus

Polnische Bauarbeiter, die am Uniklinikum auf einer Baustelle gearbeitet haben, warten weiter auf die Zahlung ihrer Löhne. Am Freitag demonstrierten sie - wie schon in den vergangenen Tagen - in Essen.
Polnische Bauarbeiter, die am Uniklinikum auf einer Baustelle gearbeitet haben, warten weiter auf die Zahlung ihrer Löhne. Am Freitag demonstrierten sie - wie schon in den vergangenen Tagen - in Essen.
Foto: Konopka
Was wir bereits wissen
Die mittellosen Bauarbeiter aus Polen, die seit mehr als einer Woche in Essen auf ihren Lohn warten, hängen weiter in der Luft. Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als gäbe es eine Einigung zwischen der Gewerkschaft IG Bau und dem Bauunternehmen, das die Arbeiter über einen Sub-Unternehmer beschäftigt hatte. Aktuell liegen die Verhandlungen auf Eis – und die Bauarbeiter harren auf Notbetten in einer Turnhalle aus.

Essen.. Die Koffer für die Heimreise nach Polen waren schon gepackt, dann scheiterten im letzten Moment doch noch die Verhandlungen: Die 50 mittellosen polnischen Bauarbeiter, die seit mehr als einer Woche in Essen festsitzen, warten weiter auf die Zahlung ihres Lohns. Am Freitagmittag demonstrierten sie erneut vor dem Uniklinikum.

Dabei sah am Donnerstag noch alles gut aus. Eine Lösung im Verhandlungspoker schien endlich in Sicht. Die Gewerkschaft IG Bau und das vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) engagierte Nürnberger Bauunternehmen „Durmaz & Köse“, das die polnischen Arbeiter über einen Subunternehmer beschäftigt hatte, einigten sich auf eine Auszahlung der Löhne. Insgesamt 73.000 Euro. Die Summe hatte die Gewerkschaft ermittelt und sich dabei an den gängigen Mindestlöhnen im Baugewerbe orientiert.

In ihre Heimat zurückkehren

Um die Auszahlung zu beschleunigen, forderte die IG Bau die Nürnberger Unternehmer auf, den Arbeitern vorab einen Teil des Lohns, 500 Euro pro Person, bar zu übergeben, damit die Polen in ihre Heimat zurückkehren können. Damit sei der Bauunternehmer nicht einverstanden gewesen. Gewerkschaftssekretär Holger Vermeer sprach sich am Rande der Demonstration am Freitag weiter für eine „schnelle Lösung" in der Sache aus.

Protest Die Bauarbeiter, die zwischenzeitlich in einer Notschlafstelle für Obdachlose einquartiert waren, bewohnen jetzt die Turnhalle einer Schule in Stoppenberg und schlafen auf Notbetten und Luftmatratzen. Die Männer wollen heim zu ihren Familien – und zwar so schnell wie möglich. Doch das wird wohl noch dauern. „Die Leute hängen weiter in der Luft“, sagt der Gewerkschaftssekretär. „Die Verhandlungen liegen auf Eis.“

Die Nürnberger Bauunternehmung „Durmaz & Köse“ ist derzeit nicht für die Presse zu sprechen. Die Geschäftsführer seien zu sehr beschäftigt, um Anfragen zu beantworten, heißt es aus Franken. Derzeit werde man keine Stellung zu der Angelegenheit nehmen.