Keine halben Sachen

Wenn eine Beziehung auseinander geht, ist das immer so eine Sache. Mindestens einer von beiden trauert wochenlang und trinkt sich die Lage schön, bis irgendwann die Wut überhand nimmt. So ging es wohl auch einem ganz besonders witzigen Berliner, dessen Liebste ihm nach zwölf Jahren Ehe den Laufpass gab. Und als ob das nicht schon hart genug wäre, bestimmte ein Gericht, dass der Herzensdame die Hälfte des gesamten Haushaltes zusteht. Ein Mann, ein Wort, dachte sich der Geschmähte und schnitt alles, aber auch wirklich alles in gerechte Portionen. Der Teddy, das Auto und auch der Fernseher. So sieht sie also aus, die Rache eines gekränkten Mannes. Einen gewissen Hang zur Theatralik kann man dem Kollege nicht absprechen. „Meine Flex und ich waren der Meinung, dass sie genau die Hälfte bekommen soll“, schreibt der mittlerweile alleinstehende Mann. Ich bin auch ledig, außerdem versuche ich seit Wochen meinen alten Röhrenfernseher zu verschenken. Leider wollte den bislang niemand haben – und dabei ist die Glotze aus einem Stück. Echte Kerle mache nunmal keine halben Sachen.