Keine Billigheimer für Asyl-Betreuung

Nach der Kündigung des Vertrages zwischen dem Asyldienstleister European Homecare und der städtischen RGE-Servicegesellschaft hat die Linke Ratsfraktion die Stadt kritisiert: Sie könne sich angesichts der drohenden Kündigung von bis zu 60 RGE-Mitarbeitern nicht einfach aus der Verantwortung stehlen. „Die Stölting Group arbeitet mit Methoden, die in Richtung Lohndumping gehen und versucht so andere Firmen vom Markt zu verdrängen“, sagt Fraktionschefin Gabriele Giesecke. Das Unternehmen sei von der Gewerkschaft Verdi wegen Unregelmäßigkeiten bei den Lohnabrechnungen an den Pranger gestellt worden. Die RGE arbeite mit gut ausgebildeten Fachkräften. „Das muss der Standard auch für andere sein“, so Giesecke. Verdi mahnt an, dass nicht der Billigste, sondern der Qualifizierteste den Zuschlag für die sensible Betreuung der Heime bekommen solle. „Wir können uns da keine Billigheimer wie zum Beispiel die Stölting Holding leisten“, sagt Martina Peil von Verdi Essen. Innerhalb des Konzerns Stadt sei vereinbart worden, dass alle Stadttöchter untereinander die jeweiligen Dienstleistungen abnehmen. Töchterbetriebe können und dürfen auf dem Markt nicht konkurrieren, dies würde der Gemeindeordnung widersprechen, so Peil: „Aber wir wollen in unserer Stadt Essen sichere, ordentliche und tarifvertraglich geschützte Arbeitsplätze fördern und erhalten. Wir wollen kein Heuern und Feuern aufgrund spontaner Geschäftsgebaren einiger Großfirmen.“