„Keine Alternative zum Ruhrallee-Tunnel“
14.04.2010 | 15:41 Uhr 2010-04-14T15:41:00+0200
Essen. Der Verkehr auf der Ruhrallee wird mit dem A 44-Lückenschluss - die Bauarbeiten beginnen in zwei Wochen - sprunghaft ansteigen. Anwohner sehen die Baupläne kritisch - sie erwartet eine erhebliche Lärmbelastung.
Drei Linienführungs-Varianten stellte Straßen.NRW vor. Zwei Varianten - eine davon mit Anschlussstelle Westfalenstraße - führen unter der Ruhrallee von Heisingen bis zur Ahrfeldstraße. Die dritte Variante ohne Stadtteil-Anschluss weicht stark von der Ruhrallee ab – und wird von Straßen.NRW favorisiert.
Nehmen wir das Fazit des Landesbetriebes Straßen.NRW vorweg: „Es gibt keine Alternative zum Ruhrallee-Tunnel.“ Projektleiter Jörg Reißing erörterte jetzt in einer Bürgerversammlung die Linenführungspläne für das Tunnel-Großprojekt – das lediglich ein Mosaikstück in den Straßenbauplänen des Bundes im Bereich Essen darstellt.
Tunnelbau frühestens 2016
Bereits in zwei Wochen soll der Spatenstich für das letzte Autobahn-Teilstück der A44 erfolgen, werden die Arbeiten am Lückenschluss zwischen Heisingen und Ratingen beginnen. Sieben Jahre Bauzeit sind veranschlagt. Verkehrsprognosen zufolge wird damit der Fahrzeugdurchsatz auf der Ruhrallee von derzeit 60 000 auf dann 70 000 steigen. Im Zuge der Schaffung einer „leistungsfähigen Nord-Süd-Verbindung“ des Bundes soll darüber hinaus der Ausbau der A52 vorangetrieben werden. Womit eine ungleich größere Blechlawine als bislang Wuppertaler Straße und Ruhrallee belasten wird.
Die Krux: Unter Einhaltung aller Fristen könnte mit dem Tunnelbau frühestens 2016 begonnen werden. Würde nach der kostengünstigsten und zeitlich am raschesten zu realisierenden Variante gebaut, könnte der Tunnel 2021 ans Netz gehen – mindestens vier Jahre werden also zwischen Autobahn-Lückenschluss und Tunnelbau die Situation auf der Hauptverkehrsachse weiter verschlimmern. Hinzu kommt, dass Autobahnen im Zeitalter der Navigationssysteme wesentlich rascher angenommen werden als noch vor Jahren. Zu rechnen ist, angesichts des jetzigen Autobahn-Endes im Bereich Heisingen, somit mit einer weiteren Verschärfung des Verkehrs im Bereich Wuppertaler Straße. „Was wiederum zur Folge haben wird, dass mehr Autofahrer die Ausweichstrecken über Heisingen und die Langenberger Straße nutzen und die Verkehrsbelastung in den Stadtteilen weiter zunimmt“, so Reißing.
Belastungen nehmen zu
Doch trotz aller seitens Straßen.NRW dargelegter Vorteile – die Bürger standen den Bauplänen während der Versammlung kritisch gegenüber. So sorgten die zu erwartenden hohen Belastungen in Hinblick auf Schadstoffe und Lärm im Bereich der Tunnel-Portale für Diskussionen, ebenso die drei vorgestellten Linienführungs-Varianten, die teils mehr als zehn Jahre alt sind und in ihrer ursprünglichen Form noch die Anbindung der Westfalenstraße vorsahen. Die durch Straßen.NRW favorisierte Variante sieht jedoch eine Linienführung abseits der Ruhrallee vor, führt von Heisingen auf direktem Wege zur A52-Anschlussstelle Bergerhausen.
Auf Detailfragen der rund 150 Besucher ging Reißing nicht ein. „Wir befinden uns im Linienbestimmungsverfahren. Wie letztlich gebaut wird, muss im Detail geplant werden.“ Reißing versicherte jedoch, seine Behörde werde die Anregungen der Bürger in Hinblick auf Tunnelentlüftung und Lärmschutz an den Portalen berücksichtigen.
14:23
@7 Toppndler:
Ich hoffe Sie habe das Interview gelesen:
http://www.derwesten.de/staedte/essen/Kein-Haus-soll-wegen-des-Ruhrallee-Tunnels-fallen-id3203589.html
und Ihre Bestätigung erhalten, dass es zukünftig keinen Stau mehr geben wird, denn heute
60.000Autos/Tag auf 4 Spuren und morgen 30.000 Autos/Tag auf 2 Spuren, da rauscht der Verkehr, dass es eine wahre Wonne sein wird an der Ruhrallee zu wohnen.
Und der wenn im Tunnel Stau herrscht, können wir die paar Autos ohne Probleme unterbringen.
Bitte erklären Sie mir diese Logik, dann lass ich mich evtl. doch für einen Tunnel erwärmen.
17:53
@7
Und der Großteil fährt dann auch auf die A40 Richtung Bochum? Oder fährt in die Innenstadt zur Arbeit?
Der Tunnel führt direkt auf die A52/A40 nützt also denen nicht viel, die Richtung Innenstadt etc. müssen.
Ausserdem geschätzte 35.000 Autos / Tag, stand bereits in einem WAZ-Artikel im August 2009 sind nun wirklich nicht als verkehrsberuhigt zu bezeichnen.
Also, einfach mal informieren bevor man Kommentare schreibt und sich intensiv mit der Marterie auseinander setzen.
08:45
@7
schon mal die Verkehrsnachrichten gehört? Auf der A52 ist jetzt schon täglich Stau bei mehr verkehr auf der Ruhrallee staut der sich bis in den Tunnel, der muß wegen den LKW mief gesperrt werden und dann wird oben drüber umgeleitet. Alos lieber Pendler nix gewonnen. Wie wäre es wenn man mit der S9 von Wuppertal nach Essen fährt oder in die durchgehende Schnellbusse.
07:26
@1
Wer lässt sich denn für dumm verkaufen?
Also noch mal zum Mitschreiben:
Ruhrallee jetzt: Verstopft
Ruhrallee demnächst: Nichts geht mehr (Lückenschluss A44)
Tunnelbau: Ruhrallee wieder frei, da der Verkehr direkt zur A52 durchgeschleust wird
Also was schliessen wir daraus:
Der Tunnelbau ist da Beste was dem Essener Pendler passieren kann und die Anwohner im reinen Wohngebiet Bergerhausen können auch aufatmen.
Denn es ist lt. Verkehrszählung bewiesen:
Der Großteil der Fahrzeuge kommt aus Wuppertal, EN oder ME. Die wenigsten kommen aus Essen.
11:18
Das der Bund mit den Bürgen macht was er will, ist hier sehr schön zu sehen.
Der Ausbau der so genannten A 44 ist eine Katastrophe für die Bürger entlang der neuen Bundes-Errungenschaft.
Wohl nicht ohne Grund haben gerade „Die Günen“ so viel Zulauf bei der NRW-Wahl bekommen.
Nur zu schade, dass die korrupte CDU/FDP Landesregierung die Ausbaupläne defakto unanfechtbar gemacht hat, schon Wochen vor der zu erwartenden Wahlpleite.
Ausbaden darf es das blöde Wählervolk.
Ich würde für Deutschland fordern alles zu betonieren, damit jeder Autofahrer durch jeden Vorgarten fahren darf, wenn er es mal eilig hat.
Und Autofahrer haben es ja bekanntlich immer eilig.
Mein Fazit für die Politik ist, Resignation und Frust pur.
Irgendwann wird sich aber Widerstand regen und die Politik hat mal wieder jemanden dem sie die Schuld geben kann.
Ich bin für Erlebnisautobahnen mit Pin-up-Girls alle 20 Meter (was auch die Arbeitslosenquote drastisch senken würde) und vor allem Parkautobahnen, damit man sich auch mal anständig die Füße vertreten kann. Auf der Autobahn, „Gehts noch“?
16:44
@essenerkind
Ist ja eine schöne Schwarz-Weiss-Logik, die Sie haben. Wer gegen eine Autobahn ist, darf nicht mit dem Auto fahren.
Wer nicht die Fertigstellung erlebt, darf sich jetzt nicht über die unsinnige Geldverschwendung beklagen.
Grüne-Fortschrittsverhinder. Da fällt mir aber kein Beispiel ein, es sei denn
- Autobahnbau ist per se Fortschritt,
- Laufzeitverlängerung ist Fortschritt,
- Energiesparen ist Rückschritt,
- Nachtspeicherheizung dagegen Fortschritt,
- Passivhäuser hat man kurz nach dem Weltkrieg gebaut, jetzt technologisch überholt
- Regenerative Energie sind weltweit eine aussterbende Technologie, neue Ölfunde eröffnen eine Lösung aller Energieprobleme
- Abwrackprämie hat zur Einführung neuer PKW-Antriebssystem wie auch E-Mobilität geführt
13:26
80 der Bedenkenträger auf der Bürgerversammlung werden den Tunnel auf Grund des angegeben Zeitrahmens der Erstellung sowieso nicht mehr erleben. Aber heute aus langeweile dagegen wettern geht noch ganz gut.
Restlichen 20 waren auch Grüne-Fortschrittsverhinder. In dem Zusammenhang wundert mich die geringe Anzahl an Fahrrädern vor der Versammlung. Die Umweltschützer werden jawohl nicht mit dem Auto angereist sein.
Und die Handzettel von den Grünen waren auch nicht auf Umweltpapier ;-
09:12
schade dass Ort und Zeit nicht erwähnt wurden.
08:45
Wir sind schon verkauft..und habens nicht gemerkt
07:24
Der Landesbetrieb Straßenbau redet völligen Schwachsinn. Die Verkehrsbelastung wird dann steigen, wenn dieser Lückenschluss vollzogen ist. Oder halten die dortigen Mitarbeiter die Autofahrer für doof? Wenn die Ruhrallee künftig wegen des Zusatzverkehrs aus der neuen A44 noch mehr verstopft ist, ist die Strecke unattraktiv. Wenn dort allerdings ein Tunnel gebaut wird offenbar - weil billiger - ohne Ausfahrtmöglichkeiten, dann wird das MEHR Verkehr anziehen - und zwar mehr Transitverkehr. Die Pendler, die zu ihren Arbeitsplätzen in Essen wollen, gucken in die Röhre. Also, schlaue Bürger: WEHRT EUCH GEGEN DEN TUNNEL UND LASST EUCH NICHT FÜR DUMM VERKAUFEN!