Kein neues Salz in die Wunden

Nicht nur die Geschichtswissenschaftlerin Leonie Treber hat persönliche Anfeindungen aushalten müssen. Auch wir, die Redaktion, sahen uns in der ausgesprochen erhitzt geführten Debatte nicht selten massiven Vorwürfen ausgesetzt – nach dem Motto: Wie könnt Ihr jemandem, der damals nicht dabei war, so viel Platz einräumen?

Der Bericht auf dieser Seite soll kein neues Salz in alte Wunden reiben, weder bei den vielen Zeitzeugen noch bei Frau Treber selbst. Wichtig ist uns jetzt, festzustellen: Historische Wissenschaft und Zeitzeugen kommen in der Betrachtung desselben geschichtlichen Vorgangs oft zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Frau Treber ihre Kompetenz als Historikerin abzusprechen, bloß weil sie die Dinge selbst nicht erlebt hat, ist unredlich.

Klar sein muss aber auch: Das Thema gleicht einem kollektiven Trauma und erfordert maximale Sensibilität. Allein von Begriffen zu sprechen und deren Bedeutungsveränderung, kann schnell jene echten Menschen verletzen, die sich angesprochen fühlen.