Karnevalszug in Mülheim-Mintard wegen unerfüllbarer Auflagen abgesagt
13.01.2011 | 15:56 Uhr 2011-01-13T15:56:00+0100
Mülheim-Mintard.Der Kinderkarnevalszug in Mintard kann nicht durchführt werden. Die Sicherheits-Auflagen seien so verschärft worden, dass es der Interessengemeinschaft Mintarder Kinderkarneval nicht möglich sei, diese zu erfüllen - weder finanziell noch personell.
„Wir mussten erst einmal alles sacken lassen. Doch jetzt ist die Entscheidung gefallen. Wir werden den Kinderkarnevalszug in Mintard nicht durchführen können“, sagt Andreas Schmidt. Er wohnt selbst im Mülheimer „Dorf“, engagiert sich in der Interessengemeinschaft Mintarder Kinderkarneval. Verschärfte Auflagen, „die weder erfüll- noch finanzierbar sind“, haben zu dieser Absage geführt.
Kurz vor Weihnachten trafen sich Mitglieder der IG vor Ort mit Vertretern von Stadt, Polizei und Verkehrsbetrieben. Und das Ergebnis war ernüchternd. Annette im Brahm von den Vor der Brücker „Ruhrtalrittern“ ist seit 2001 im Organisationsteam. Damals führte der kleine Narrenumzug, der immer nur aus wenigen Wagen und Fußgruppen bestand, erstmals durch Mintard. Sie ist sich sicher, „dass es jetzt das endgültige Aus ist“.
Immer stand ein Rettungswagen bereit - nie ist was passiert
Alle zwei Jahre fand der Zug statt, zog viele Zuschauer an. „Passiert ist nie etwas“, sagt Andreas Schmidt. „Die Auflagen, die wir plötzlich erfüllen müssten, sind der Wahnsinn. Da wird einfach kein Unterschied zwischen unserer Veranstaltung und der Cranger Kirmes gemacht.“ Die Katastrophe von Duisburg habe natürlich alle sensibilisiert, „aber man muss doch differenzieren. Die kleinen Veranstaltungen haben aber einfach keine Lobby“, sagt Schmidt.
Bei den vorangegangenen Zügen in Mintard war immer das DRK mit einem Wagen vor Ort, „jetzt würden wir einen Rettungswagen mit Notarzt an Bord brauchen, einen Krankentransportwagen und fünf Helfer“, sagt Annette im Brahm. „Wir haben die Veranstaltung immer aus Spenden finanziert, von den Teilnehmern nichts genommen.“ Spaß sollte es machen. Allen - und vor allem den Kindern. „Jetzt sollen wir einen maßstabsgerechten Plan abliefern, in dem jede Bank und jeder Mülleimer eingetragen ist“, sagt die begeisterte Karnevalistin.
Sicherheits-Auflagen sind nicht finanzierbar
Weiterer Knackpunkt: Die Veranstalter hätten dafür sorgen müssen, dass sich nach Zugende der abfließende Verkehr und die Fußgänger nicht begegnen. Andreas Schmidt: „Wie soll das denn funktionieren? Da müsste man jedes Bundesligaspiel und alle großen Konzerte absagen.“ Der Interessengemeinschaft wurde nahegelegt, den Saarner Kirmesplatz anzumieten und von dort einen Busshuttle einzurichten. „Da wären wir wieder beim Thema Finanzen“, sagt Annette im Brahm. „Auch das ist nicht machbar.“
Ebenso wenig machbar: „Von hier bis Saarn sollten wir den Rettungsweg freihalten, alle paar Meter einen Ordner postieren. Wir sind im Organisationsteam nur 20 Leute - und 100 würden wir brauchen...“
03:53
Ihr Vollpfosten wart doch alle Wählen.
Und jetzt beschwert Ihr euch ???
Umdenken Leute.
19:53
Nicht nur schade, sondern in erster Line ein trauriges Armutszeugnis.
Für eine Jachthafen (wer braucht so was?) hat diese Stadt Geld, ein riesiges neues Rathaus mit modernster Technik, damit die Herren und Damen in ruhiger freundlicher Atmosphäre ihren Dienst absitzen können und darüber sinnen können, was sie an Tradition noch kaputt machen können, auch dafür ist Geld da...
Bleibt nur zu hoffen, dass die Mintarder auch mit einem kostenlosen Bus abgeholt werden um am Zug in der City teilzunehmen.
Und bleibt zu hoffen, das mir auf dem Weg danach nach Hause keine Busse, Strassenbahnen, Autos oder ähnliche Gefährte begegnen !
Bleibt abzuwarten, wann den Mintardern die Strassen zu Fusswegen gemacht werden... oder hat in dieser Verwaltung noch niemand darüber nachgedacht, dass vielleicht mal einer der unzähligen Radfahrer einen der unzähligen Wanderer in Mintard verletzen könnte ? Das wäre ja............
Sorry für diesen Anfall von Ironie, aber ich kenne wenig Städte mit so ignoranter unfähiger Führung.
12:57
Sehr, sehr schade! Wieder ein Stück Tradition auf einfachste Art vernichtet!
Gibt es denn hier Niemanden (von der Politik), der sich angesprochen fühlt???
Wo sind Sie meine Damen und Herren, ist es gerade nicht attraktiv zu helfen, da wir kein Wahljahr haben?
Ich bin entsetzt! Wer die Ruhrtalritter kennt und die Art und Weise, mit welcher Manpower solche Dinge von ihnen gestemmt werden kann nur sagen macht nur alles kaputt! Arme Politik!
Am meisten tun mir unsere Kinder leid. Wie hatten wir uns auf diese Veranstaltung gefreut.
18:08
#22 kein mut und keine argumente?
17:04
Wenn ich mir hier einige Kommentare ansehe, haben diese Mülheimer/innen wirklich diese Regierung vedient, die sie gewählt haben. Weiter so ! Alles wird nur noch dem Geld unterstellt. 50.000,00 EUR anlässlich der 200-Jahr-Feier im ausgesuchten Kreis verjubeln, fast eine Milliarde EUR Schulden für größenwahnsinnige Prestigeprojekte und nun kein Geld für solch eine bürgernahe und kinderfreundliche Veranstaltung.
15:24
#18 von plattmeeker, Das ist die Frage, Verantwortung vorm Volk, oder existenzieller Selbstschutz.
Soweit ich mich erinnere, gab es in der Vergangenheit schon des öfteren während der größeren, städtischen Umzüge schwerwiegende Unfälle, und dort waren die Kontrollen schon erheblich umfngreicher.
Die Frage ist doch, wie ein Umzug gehä(a)ndelt wird, bei dem die Zuschauer allenfalls die Angehörigen der umzugsteilnehmer sind, und wo nicht mit tausenden von Schaulustigen gerechnet wird.
Wo besteht die realistische Gefahr in Mintard?
Auf der Mintarder Dorfstraße, die sich einmal quer durchs Straßendorf zieht. Und dieser Gefahr wurde bisher immer erfolgreich begegnet.
Gruß
15:00
hallo nur weil einmal bei was passiert ist ! Es gibt so viele veranstaltunegen und einmal ist was passiert ! Das kann genau so bei dem besten sicherheits konzept passieren denn alles kann man nie durchplanen !
Absolut albern ! Aber das haben sich die bürger nach dem Loveperade theater auch nen bissel selber zuzuschreiben ! Hätten se da alle net gemeckert und versucht die schuld bei einzelnen personen zu suchen gäbe es auch jetzt net diese Auflagen .
17:51
#22 hat das wirklich was mit der spd zu tun? gings uns unter specht und baganz besser? da sitzen doch leute seit 30 und mehr jahren in der verwaltung und drehen ihr parteibuch wies gerade kommt.
12:39
...das passt mal wiedwer in das Gesamtsystem Mülheim. Erst die Jugendherberge schliessen und an Geldbonzen vermieten und jetzt so etwas !!! Pfui Mülheim und ihre hierfür Verantwortlichen !
09:30
ich habs immer schon gesagt in der mh verwaltung sitzen nur halbgötter die nur für sich selbst da sind und nicht für den bürger der sie bezahlt