Das aktuelle Wetter Essen 15°C
Vorstandsbeschluss

Karnevalsverein in Essen-Kupferdreh hat Neonazi-Sängerin rausgeworfen

04.01.2013 | 12:00 Uhr
Karnevalsverein in Essen-Kupferdreh hat Neonazi-Sängerin rausgeworfen
Die „KG Rot-Grün“ hat ihr Mitglied Marina S. mit sofortiger Wirkung vom Verein ausgeschlossen.Foto: privat

Essen.   Am Ende war es ein kurzer Prozess. Der Kupferdreher Karnevalsverein „KG Rot-Grün“ hat seine ehemalige Kassenprüferin Marina S. wegen ihres Engagements in einem rechtsextremistischen Musikprojekt rausgeworfen. Auch ihre drei Kinder müssen den Verein mit sofortiger Wirkung verlassen. In der rechtsextremen Szene sind die Eltern keine Unbekannten.

Das Entsetzen ist in der Stimme von Manfred Geldmacher noch immer kaum zu überhören. „Heftig“ habe ihn und den gesamten Verein die Affäre um eine Neonazi-Sängerin in der „KG Rot-Grün“ getroffen, erzählt der Vorsitzende. Für den Kupferdreher Karnevalsverein konnte es nur eine Lösung geben: Einstimmig hat der siebenköpfige Vorstand in einer Sitzung am Donnerstagabend den Ausschluss von Marina S. beschlossen - und zwar mit sofortiger Wirkung.

Nach zehn Minuten war das Thema auf der außerordentlichen Vorstandssitzung abgeschlossen. Vom Vereinsausschluss betroffen sind auch die drei minderjährigen Kinder von Marina S., die auch als Kassenprüferin in der „KG Rot-Grün“ aktiv war. Der Vereinsvorsitzende Geldmacher hofft, damit nun einen „Schlussstrich“ unter die Affäre ziehen zu können.

Ehemann als treibende Kraft

Mit der Betroffenen hat Geldmacher vor der Sitzung selbst gesprochen. Reue für ihr Mitwirken in einem neonazistischen Musikprojekt habe sie dabei nicht erkennen lassen. „Ihr müsst euch von uns distanzieren“, sei der Kommentar von Marina S. gewesen, als sie mit den Vorwürfen konfrontiert worden ist. Am Vereinsausschluss des Mitglieds, das seit über zehn Jahren in der „KG Rot-Grün“ ist, habe daher kein Weg vorbei geführt, sagt Geldmacher: „Wir sind ein toleranter Verein, aber das schließt Faschismus, Rechtsextremismus oder Nationalismus nicht mit ein.“

Rechtsextremismus
Neonazi-Sängerin schockt Karnevalsverein in Essen-Kupferdreh

Die Farben ihres Karnevalsvereins sind rot-grün, die Farbe ihrer Gesinnung ist offenbar tief braun: Ein langjähriges weibliches Mitglied des Essener Karnevalsvereins Rot-Grün Kupferdreh ist jetzt als rechtsextremistische Sängerin enttarnt worden. Der Verein reagiert geschockt.

Für ihr Mitwirken in rechtsextremistischen Musikprojekten ist die Familie von Marina S. übrigens keine Unbekannte. Offenbar ist ihr Mann - „Gottseidank kein Mitglied des Vereins“, so Geldmacher - dahinter die treibende Kraft. 2011 musste er nach Recherchen der WAZ in Velbert auf öffentlichen Druck von seinem Amt als zweiter Vorsitzender des dortigen Judo-Clubs VJC zurücktreten.

Im Verein soll Ruhe einkehren

Damals habe „für unsere Mitglieder, insbesondere für unsere Kinder zu keiner Zeit die Gefahr einer Beeinflussung durch rechtsextremes Gedankengut“, bestanden, ließ der VJC-Vereinsvorsitzende wissen. Bei der „KG Rot-Grün“ sei Familie S. „als ganz normale, glückliche Familie mit drei kleinen Kindern aufgetreten“, erinnert sich der „KG Rot-Grün“-Vorsitzende Geldmacher: „Wir haben nichts gemerkt, sonst hätten wir reagiert.“

Geldmacher hofft nun, „dass Ruhe im Verein einkehrt“. Schließlich kommt die diesjährige Session auch bei der „KG Rot-Grün“ so langsam in ihre heiße Phase. Auf der Affäre sei jetzt ein „Deckel drauf“, sagt Geldmacher. Es gehe nun darum, weiteren Schaden von der „KG Rot-Grün“ fern zu halten.

Stefan Kober



Aus dem Ressort
Ab sofort läuft die Anmeldung für den Vivawest-Marathon
Marathon
Am 17. Mai 2015 fällt der Startschuss für den dritten „Vivawest-Marathon“, der die ausdauerndsten Läufer durch Gelsenkirchen, Essen, Bottrop und Gladbeck führt. Ab sofort sind die Anmeldelisten geöffnet. Hier ein erster Ausblick auf das Laufereignis mit dem fröhlich mitgehenden Pott-Publikum.
Ihr Klangkosmos liegt zwischen Manila und Werden
Musik
Verschiedene Spielorte, Künstler und Stilistiken prägen das Gitarrenfestival Ruhr. Die künstlerischen Leiter Thomas Hanz und Carsten Linck planen dafür über manche Grenzen hinweg
Pony tot gefüttert – Grugapark appelliert an die Besucher
Tierhaltung
Im Essener Grugapark ist ein Pony gestorben, weil Besucher es fütterten. Verbots-Schilder und Sicherheitspersonal konnten den Tod nicht verhindern. Immer wieder werfen Gäste Futter – inklusive Plastiktüten – über den Zaun. Jetzt bittet der Tierhof-Leiter alle Besucher um Hilfe.
In Essen soll ein Groß-Asyl mit 800 Plätzen entstehen
Asyl
Schon im Herbst 2015 könnte das Groß-Asyl im Essener Stadtteil Fischlaken eröffnen. NRW-Innenminister Ralf Jäger will rasch mit der Stadt Essen verhandeln. Wenn der Stadtrat zustimmt, könnte die Einrichtung mit 800 Plätzen im Herbst 2015 eröffnet werden. Der Bau soll 22 Millionen Euro kosten.
Schwimmend von der Nacht in den Tag im Hesse-Bad
Erlebnis
Morgens steigen die Nebelschwaden über dem Hesse-Bad in Essen-Dellwig auf und die ersten Schwimmer ziehen ihre Bahnen. Es ist eines der Freibäder, die noch spät im September geöffnet haben. Die Frühschwimmer freuen sich. Vor allem über den Übergang von Nacht zu Tag, wenn die Sonne über dem Becken...
Umfrage
Am Donnerstag/Freitag kontrolliert beim 7. Blitzmarathon in Essen wieder ein Großaufgebot der Polizei die Geschwindigkeit in der Stadt. Innenminister Ralf Jäger startet die Kontrolle um 7.30 Uhr in Kray. Wenn Sie alle Argumente abwägen: Glauben Sie, dass diese aufwendigen Kontrollaktionen zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr führt?

Am Donnerstag/Freitag kontrolliert beim 7. Blitzmarathon in Essen wieder ein Großaufgebot der Polizei die Geschwindigkeit in der Stadt. Innenminister Ralf Jäger startet die Kontrolle um 7.30 Uhr in Kray. Wenn Sie alle Argumente abwägen: Glauben Sie, dass diese aufwendigen Kontrollaktionen zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr führt?

 
Fotos und Videos
Krayer Serie geht weiter
Bildgalerie
Regionalliga
Margarethenhöhe und Grugapark
Bildgalerie
Luftbilder
Essen von oben
Bildgalerie
Luftbilder