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Karneval und Fußball sind die Standbeine der „Eule“

28.11.2011 | 18:48 Uhr
Karneval und Fußball sind die Standbeine der „Eule“
Das Logo der Gaststätte „Die Eule“ in Rüttenscheid. Foto: Walter Buchholz

Essen.   Nachtvögel, soweit das Auge reicht, das sind die Markenzeichen der Gaststätte „Die Eule“ in Rüttenscheid. Seit fast sechs Jahren leitet Simon Heidenreich das Traditions-Haus, das Narren ebenso eine feste Heimat bietet wie Fußball-Fans und Nachtschwärmern.

Das Maskottchen ist allgegenwärtig: Eulen in Bronze, als Aquarelle, aus Stoff, Holz und Porzellan, als Leuchtreklame, ausgestopft, als Fensterbilder. Direkt neben dem „Mittendrin“ drückt sich „Die Eule“ in das Haus an der Klarastraße 68. Seit dem 1. Januar 2006 lenkt Simon Heidenreich die Geschicke der Traditionsgaststätte. Von seinen Schwiegereltern, denen das Gebäude mit dem angeschlossenen kleinen Hotel Fabritz gehört, hat der 35-Jährige das Haus übernommen: „Die wollten nicht fremdverpachten“, sagt Heidenreich. Und weil er selbst als Gast schon ein und aus ging, musste er für die Übernahme nicht lange überlegen.

Zwei Standbeine tragen die „Eule“: Karneval und Fußball. „Wenn Schalke spielt oder Dortmund oder Bayern, das sind die drei Hauptgänge“, sagt Senior-Chef Gerd Fabritz. Die Bundesliga wird live übertragen. Über Jahre hatte die Gaststätte gar eine eigene Fußballmannschaft: Der FC Eule 58 schaffte legendäre Siege wie das 4:1 gegen die Sportfreunde Schinkenkrug - so erzählt es die Kurz-Chronik der „Eule“, die 1958 noch als „Eulenspiegel“ im früheren Stüssel-Haus eröffnet wurde. Nur in einem sind sich auch heute noch Gerd Fabritz und Simon Heidenreich nicht zu 100 Prozent grün: Der Chef ist ein Rot-Weißer, der Senior-Chef ein Schwarz-Weißer Essener.

Im Brauchtum fest verankert

Die Eule setzt auf ihr Stammpublikum und sie tut gut daran: „Wenn hier die ersten 20 Gäste reinkommen, kenne ich 18 davon“, sagt Heidenreich, „wir kennen die Gepflogenheiten. Die Geselligkeit ist da.“ Der Karneval einen Großteil dazu bei: Die EDE-Girls und die Ritter des Frohsinns haben in der Eule ihr Hauptquartier. Heidenreich und seine Frau Janine sind seit Jahren im Brauchtum fest verankert.

Die Familie: Janine, Julius und Simon Heidenreich in der Gaststätte. Foto: Walter Buchholz

Der Wirt selbst hat auf seinem Weg in die Eule einige Stationen hinter sich gebracht: Bei Imhof hat er sich in den 1990er Jahren zum Hotelfachmann ausbilden lassen, weil ein vorheriges Praktikum als versicherungs-technischer Assistent so gar nicht seinen beruflichen Vorstellungen entsprach. Er hat ein Jahr am Titisee im Schwarzwald gearbeitet, Golfclubs in Mülheim-Selbeck und Mettmann geführt, dann kam die Anfrage der Schwiegereltern. Längst ist er froh, wieder in Essen zu sein: „Mir liegt die Großstadt doch mehr“, sagt Heidenreich, und Rüttenscheid dabei ganz besonders: „ein gutes Pflaster“.

Noch ein Markenzeichen: die Öffnungszeiten. Täglich ist erst ab 17 Uhr geöffnet, dafür werden Gäste in der Eule leicht zu Nachtvögeln. Bis nachts um 2 Uhr kann es unter der Woche locker gehen. Am Wochenende ist manchmal erst um drei, vier, fünf Uhr Schluss. „Es kann passieren, dass wir dann die Putzfrau treffen, wenn die morgens kommt“, erzählt Heidenreich.

Es ist ein kleines Risiko für eine Einrichtung dieser Art: Heidenreich hat einen festen Koch angestellt, der mit „gutbürgerlichen, saisonalen Produkten“ arbeitet. Das Angebot, das vom Strammen Max bis zum Argentinischen Rumpsteak reicht, werde mehr und mehr angenommen, freut sich der Gastwirt. Klar, dass auch Gerichte mit Namen wie Krüstchen à la Eule auf der Karte stehen. Oder Eulensalat. So ist das Essen eine Ausnahme in der Gaststätte: garantiert ohne Eule.

Stefan Kober

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Kommentare
19.04.2012
12:54
Dauerwerbesendung
von TrollUser | #3

So, jetzt ist der Artikel doch wohl mal lange genug auf der Startseite Essen zu sehen gewesen - oder?

Wenn es nichts Neues gibt, dann ganz rausnehmen ... oder mal als "Anzeige" kennzeichnen ...

29.11.2011
20:26
Eule
von maxim | #2

Sehr netter Laden mit sehr aufmerksamer Bedienung!

29.11.2011
14:35
Niveau
von Erbeck1 | #1

Ich bin dankbar für solche "Kneipen" , wo das Nivau über Jahre hoch ist. Das ist nun mal Fakt und da spielen persönliche Befindlichkeiten EINIGER für mich überhaupt keine Rolle . Gerade in Schankkneipen (ausserhalb der Szene) findet man selten Konstanz auf gutem Niveau . Die beginnen da immer wie die Weltmeister und noch schneller geht es wieder abwärts . Schlecht gezapfte Biere , Sauberkeit fehlt , Öffnungszeit ?? u.s.w.. Da setzt sich die Eule und z.B. der Brenner doch wohlwollend von ab. Ich bin leider viel zu selten dort und habe nun einen Besuch fest eingeplant .

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