Kanalkartell: 27 Verfahren laufen noch

Vor mehr als zwei Jahren flog bei den Stadtwerken das Kanalkartell auf. Gestern hat sich die Staatsanwaltschaft erstmals zum Ermittlungsstand geäußert. Wie Oberstaatsanwältin Anette Milk erklärte, sei bislang in drei Fällen das Verfahren eingestellt worden. Insgesamt ermittelte die Behörde gegen 30 Beschuldigte, darunter auch Mitarbeiter der Stadtwerke Essen. Gegen 27 Peronen laufen die Untersuchungen somit weiter. In frühestens zwei Monaten sei mit weiteren Ergebnissen zu rechnen. Bei den jetzt abgeschlossenen Fällen habe es sich um Geschäftsführer oder ehemalige Geschäftsführer von beauftragten Baufirmen gehandelt. Bei zwei Personen habe sich kein hinreichender Tatverdacht ergeben, so Milk. Ein dritter Verdächtiger sei bereits in einem anderen Verfahren zu einer hohen Strafe verurteilt worden. Ende Januar 2013 war das Kanalkartell öffentlich geworden. Damals richtete sich der Verdacht gegen 13 Tiefbaufirmen. Sie sollen von Mitarbeitern der Stadtwerke Informationen über interne Preiskalkulationen erhalten haben. Bei den Stadtwerken werden seither die Vergaben engmaschiger überprüft, heißt es.