Jugendliche sollen Gaststätte Am Hallo angezündet haben

Mehr ist von der Traditiongaststätte nicht übrig geblieben.
Mehr ist von der Traditiongaststätte nicht übrig geblieben.
Foto: Mike Filzen / Feuerwehr Essen

Feuerwehr-Großeinsatz in Stoppenberg

Essen, 13.04.15: Feuer und Rauch steigt aus der schon seit Jahren leerstehenden Gaststätte am Hallo. Im Zuge der Löscharbeiten musste die viel befahrene Hallostraße gesperrt werden.
Mo, 13.04.2015, 19.55 Uhr

Essen, 13.04.15: Feuer und Rauch steigt aus der schon seit Jahren leerstehenden Gaststätte am Hallo. Im Zuge der Löscharbeiten musste die viel befahrene Hallostraße gesperrt werden.

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Was wir bereits wissen
Nach dem Brand des 115 Jahre alten Gasthauses Am Hallo urteilt die Kripo: Es war Brandstiftung. Eine Augenzeugin beobachtete Jugendliche. Hallostraße bleibt wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Essen.. Die 115 Jahre alte Gaststätte Am Hallo in Essen-Schonnebeck wurde offenbar angezündet. Zu diesem Ergebnis kommt ein Brandsachverständiger der Polizei, der die Ruine am Dienstagmorgen besichtigt hat. "Es war Brandstiftung", bestätigte Polizeisprecher Marco Ueberbach am Dienstag um kurz nach 12 Uhr.

Fassade des verputzten Fachwerkhauses droht auf Hallostraße zu kippen

Erst eine Stunde zuvor waren die letzten Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen von der Hallostraße abgerückt: 19 Stunden lang und mit vier Wasserwerfern hatten sie den Brand bekämpft, der das Dach der 115 Jahre alten Gaststätte zerstört hat. Die enorme Hitze hatte die Brandbekämpfer immer wieder zum Rückzug gezwungen. Dienstagnacht beleuchtete das Technische Hilfswerk (THW) die Einsatzstelle.

Am Dienstagmorgen hat ein Statiker das schwer beschädigte Fachwerkhaus an der Grenze zwischen Schonnebeck und Stoppenberg begutachtet: Es ist stark einsturzgefährdet. Vertreter vom Amt für Immobilienwirtschaft entschieden mit der Feuerwehr: Das alte Gasthaus soll schnellstmöglich, noch im Laufe der Woche abgerissen werden.

Bereits am Dienstagnachmittag kam der erste Abrissbagger an der Hallostraße zum Einsatz: Vertreter der Stadtverwaltung beobachteten um kurz nach 15 Uhr, wie der Mann am Steuer die nach außen ausgebeulte Fassade ins Innere der Ruine drückte. Die Hallostraße bleibt dennoch noch mindestens drei Tage komplett gesperrt. Teile des Dachs und einige Decken waren im Laufe der Nacht bereits eingestürzt.

Fünf Jugendliche flüchteten nach Ausbruch des Feuers

Wie Polizeisprecher Marco Ueberbach auf Anfrage berichtete, hat eine Augenzeugin Am Hallo am Montag kurz nach Ausbruch des Feuers fünf Jugendliche flüchten sehen. Das hat der Polizei ein weiterer Zeuge gemeldet, der sich vor Ort mit der Frau unterhalten hatte. Nach ihrer Einschätzung sollen die fünf Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahre alt sein. Die Polizei bittet die Frau und weitere Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0201/829-0 beim Kriminalkommissariat 11 zu melden.

Der Sachverständige, der die Ruine am Dienstag für die Kriminalpolizei untersuchte, fand darüber hinaus keine Hinweise für eine andere Brandursache. Das Fachwerkhaus war zum Beispiel schon seit mehreren Jahren nicht mehr ans Stromnetz angeschlossen. Auch eine Selbstentzündung sei demnach ausgeschlossen, so Ueberbach.

Das nun stark einsturzgefährdete Gebäude, das seit Jahrzehnten leer stand, sollte ohnehin abgerissen werden. Herzstück des Hauses (geschätzte Grundfläche: 2000 Quadratmeter) war ein 1899 im Auftrag des Schonnebecker Gutsbesitzers Wilhelm Viefhaus errichteter Jugendstil-Saal. Die Stadt hatte dennoch über Jahre vergeblich versucht, das historische Gasthaus, in dem auch ein Schießstand untergebracht war, zu verkaufen.