Jonglage mit Gottes Segen
19.10.2012 | 00:08 Uhr 2012-10-19T00:08:00+0200
Überruhr. Ein Gotteshaus ist normalerweise ein Ort der Besinnung und der Ruhe – normalerweise. Die St.-Suitbert-Kirche wird nun für kurze Zeit zum Zirkus. Jonglage mit Hüten, Bällen und Keulen ist angesagt. Doch keine Angst: Alles geschieht mit dem Segen von Pfarrer Gereon Alter.
Der Seelsorger der Großpfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel hat sich für den Sonntag der sicherlich unterhaltsamen Dienste von Paul Ponce versichert. Der Jongleur von Weltruf gastiert derzeit in Düsseldorf, macht nun allerdings eine kurze Stippvisite in Essen, um seinen Freund Gereon Alter zu besuchen. „Ich kenne Paul Ponce bereits seit Jahren und habe ihn noch zu meiner Zeit in der Pfarrei in Holsterhausen kennengelernt“, erzählt Pfarrer Alter.
Beginn einer Freundschaft
Kennengelernt haben sich die beiden, als Ponce während eines Gastspiels in Deutschland eine Obhut für seine drei Kinder suchte. Gereon Alter: „Ich habe damals den Kontakt zu einem Kindergarten vermittelt.“
Offensichtlich hatten und haben sich Artist und Geistlicher deutlich mehr zu sagen als nur berufliche Belange. Eine Freundschaft wuchs und da gehören auch „Freundschaftsdienste“ dazu. Paul Ponce, in Argentinien geboren und in Peru getauft, erlebte seine Erstkommunion in London, seine Firmung jedoch auf den Bahamas. Weshalb er am Sonntag um 11.30 Uhr in der Kirche an der Klapperstraße nicht nur mit seiner Kunst begeistern will, sondern auch auf Bitte des Pfarrers seine spannende Lebens- und Glaubensgeschichte zum Besten gibt.
Nicht ganz uneigennützig
Ganz uneigennützig hat Pfarrer Alter diese sehr ungewöhnliche Aktion natürlich nicht initiiert: „Wir stehen kurz vor der Erstkommunion und wollen daher den Kindern den Gottesdienst auf unterhaltsame und lustige Art und Weise etwas schmackhaft machen“, gibt Gereon Alter augenzwinkernd zu. Die wohl in dieser Art einmalige Jonglage-Schau währt jedoch nicht ewig. „Um 14 Uhr hat Paul bereits seinen nächsten Auftritt in Düsseldorf“, sagt Pfarrer Alter.

0mitdiskutieren