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Terror-Prozess

Jobcenter Essen finanzierte Terrorverdächtigem eine Wohnung

23.09.2014 | 18:23 Uhr
Jobcenter Essen finanzierte Terrorverdächtigem eine Wohnung
Das Jobcenter Essen finanzierte Tayfun S. eine eigene Wohnung.Foto: Federico Gambarini/ dpa

Düsseldorf/Essen.  Im Prozess um geplante islamistische Terroranschläge im Rheinland hat am Dienstag eine Mitarbeiterin des Jobcenters Essen ausgesagt. Demnach habe das Jobcenter einem der Angeklagten eine eigene Wohnung finanziert. Der 24-Jährige habe nicht arbeiten können, weil er fünf Mal täglich beten müsse.

Das Jobcenter in Essen hat einem Terrorverdächtigen eine eigene Wohnung finanziert. Zusätzlich zu den Mietkosten trug die öffentliche Hand Erstausstattung, Renovierung und Kaution, sagte eine Mitarbeiterin des Jobcenters am Dienstag als Zeugin im Düsseldorfer Oberlandesgericht aus. Der Bezieher der Leistungen, Tayfun S., hatte argumentiert, dass ihm eine eigene Wohnung zustehe, weil er daheim ständig Streit mit seinem Vater habe.

"Der Vater wollte, dass er arbeiten geht", sagte die Zeugin. Außerdem sei er mit der tiefen Religiosität seines Sohnes nicht einverstanden gewesen. Der Sohn hatte argumentiert, er müsse fünf Mal täglich zum Beten eine Moschee aufsuchen, das vertrage sich nicht mit der Arbeit.

Staatsschutz rief im Jobcenter Essen an - der Fall wurde trotzdem "abgewickelt"

Tayfun S. habe sehr erbost reagiert, als ihm eine weitere Prüfung seines Falls angekündigt wurde. Türen knallend habe er das Center verlassen. Kurz danach habe sie der Staatsschutz angerufen. Der sei über das Gespräch bereits informiert gewesen und habe sich über das Verfahren erkundigt, aber ihr gegenüber keinen Versuch unternommen, Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen.

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Er ist einer der vier Angeklagten im Terror-Prozess um den versuchten Bomben-Anschlag auf den Bonner Bahnhof: Tayfun S., ein Essener Junge. Kein guter...

Obwohl der Staatsschutz von einem Terrorverdacht gesprochen habe, habe man im Jobcenter beschlossen: "Wir wickeln den Fall ab wie jeden anderen auch."

Kurz vor dem Umzug wurde der Angeklagte festgenommen

Tayfun S. bekam seinen Willen. Kurz nach Bezug der eigenen vier Wände wurde er allerdings festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Der 24-Jährige ist einer von vier Angeklagten im Prozess um geplante islamistische Terroranschläge im Rheinland. Der Hauptangeklagte Marco G. soll eine Bombe im Bonner Hauptbahnhof deponiert haben.

Gemeinsam soll das Quartett danach einen Mordanschlag auf einen rechtsextremen Politiker in Leverkusen vorbereitet haben. Nach Ansicht der Verteidiger hatte es sich bei dem Sprengsatz in Bonn lediglich um eine Attrappe gehandelt. (dpa)

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