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Von Dellwig nach Afrika - wilder Markt beschäftigt Behörden

22.09.2014 | 07:00 Uhr
Von Dellwig nach Afrika - wilder Markt beschäftigt Behörden
Die Ripshorster Straße im Essener Norden.Foto: Knut Vahlensieck

Essen.  Die Ripshorster Straße in Essen-Dellwig ist fest in afrikanischer Hand. Dort werden vor allem Autos und Kühlschränke gesammelt und dann exportiert. Polizei, Stadt und Feuerwehr sind regelmäßig vor Ort.

Der verbeulte grüne Transporter hält auf der Ripshorster Straße an. Und schon ist das fünfköpfige afrikanische Ausräumkommando da. Heckklappe auf, die Hände greifen zu. Sekunden später stehen ein sehr großformatiger Flachbildfernseher, ein Ceranfeld und zwei Kühlschränke am Straßenrand. Was halt in einen verbeulten grünen Transporter passt. Der fährt wieder los. Nachschub holen.

Alltag an der Ripshorster Straße in Dellwig. Ein Kommen und Gehen. Ein Beladen und Entladen. Erst der Import in die kleine Enklave im Essener Norden. Dann der Export nach Afrika. Das Gewerbegebiet an der Stadtgrenze zu Oberhausen erinnert an ein kleines Land auf dem schwarzen Kontinent. Afrikaner, vor allem aus Nigeria, der Elfenbeinküste, Ghana und Kamerun, gehen am Straßenrand ihren Geschäften und ihrer Arbeit nach. Immer griffbereit: das Mobiltelefon. Und die Papiere, falls die Polizei anrückt. „Das sind fast alles sympathische Burschen, die meist gute Laune haben und auch mal ein Leckerchen für meinen Hund“, sagt ein älterer Anwohner, der in „Klein-Afrika“ oder der „Bronx“, wie die Ripshorster hier genannt wird, mit seinem Vierbeiner Gassi geht. Auch Klaus-Dieter Pfahl von der CDU in Dellwig kennt die Vorurteile: „Aber Angst vor Übergriffen muss man nicht haben“, sagt Pfahl.

Abseits der Straße, hinter hohen Blechwänden und dem Stacheldraht, der hier noch ausgelegt wird, sieht es anders aus. Hier türmen sich Autowracks, Altreifen und meterhoch Weißware, also Kühlschränke und Kühltruhen. Die werden aus dem gesamten Ruhrgebiet und dem benachbarten Rheinland herangekarrt, repariert oder gleich zerlegt. Und von Dellwig nach Afrika exportiert. Oder dort entsorgt, je nach dem, wie man es sieht.

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„Wir reden von einem weitgehend illegalen Betrieb“, sagt Kriminalhauptkommissar Hans-Uwe Hatschek, der an der Ripshorster für die Essener Polizei und mit der Stadt Umweltdelikte verfolgt. Bei dem Schrauben und Ausschlachten spielen deutsche Umweltvorgaben nur eine untergeordnete Rolle. Der Boden ist nicht geschützt und so versickern Öle, Kühlflüssigkeiten und andere Stoffe. Für die Ordnungskräfte von der Polizei und der Stadt, die teilweise nur noch mit Schutzanzügen anrücken, ist es immer wieder schwierig, die Verursacher zu erwischen. Der Besitzer der Gewerbeflächen sitzt zwar vor Ort. Die Pächter und Unter-Pächter sind aber oft nicht greifbar, erreichbar oder seit längerem in Nigeria oder anderen afrikanischen Ländern. Genau dort dürften auch der Flachbildfernseher, das Ceranfeld und die zwei Kühlschränke aus dem verbeulten grünen Transporter landen.

Thorsten Schabelon

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2014-09-22 07:00
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