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Jeder zehnte Essener ist Ausländer Die Statistik

15.07.2007 | 14:47 Uhr

Damit liegt der Anteil im NRW-Schnitt - und deutlich unter Dortmund oder Duisburg

In Essen leben deutlich weniger Ausländer als in vergleichbaren Ruhrgebietsstädten wie Dortmund oder Duisburg. Allerdings leben hier mehr Menschen mit afghanischem und libanesischem Pass als in jeder anderen Stadt in NRW. Das hat das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik aus Daten des Ausländerzentralregisters errechnet.

Mit einem Ausländeranteil von 10,8 Prozent liegt Essen nur knapp über dem Landesschnitt. 63 762 Ausländer waren zum Jahresende 2006 in Essen gemeldet. Duisburg zählt 74 272, Dortmund sogar 81 522. In Düsseldorf wohnen sogar 105 617 Ausländer. (Nein, nicht alle sind Japaner. Obwohl dort mehr als die Hälfte aller Japaner in NRW lebt).

Die Unterschiede in den Ausländerzahlen macht vor allem die größte Bevölkerungsgruppe aus: die der Türken. In Essen sind es 17 427, in Dortmund 27 724 und in Duisburg, wir ahnten es, sogar 41 517. Die Zahl der Türken ist im Vergleich zum Jahresende 2005 in Essen fast konstant geblieben, in Duisburg und Dortmund ist sie gesunken (minus 0,9 beziehungsweise 1,5 Prozent). Was die Statistik nicht erfasst: Sie zählt nur Menschen mit türkischem Pass, nicht aber deutsche Staatsbürger mit türkischer Vergangenheit. Diese Zahlen sind viel höher. Nach einer anderen Erhebung des Landesamtes hatten im Jahr 2005 22,9 Prozent, also fast jeder vierte Einwohner, einen Migrationshintergrund: "Im Einzelnen leben in NRW 1,96 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit; 2,46 Millionen Menschen, die seit 1950 von außerhalb der Bundesrepublik zugewandert sind (Aussiedler, Eingebürgerte); 2,26 Millionen Menschen mit mindestens einem aus dem Ausland zugewanderten Elternteil."

Nach den Türken sind Ausländer aus dem ehemaligen Jugoslawien die zweitgrößte einzeln ausgewiesene Ausländergruppe (5184). Es folgt die stark wachsende Gruppe der Polen (4268, plus 11,8 Prozent in einem Jahr), dahinter auf Augenhöhe Italiener (2569) und Griechen (2672). Dann folgen Spanier (1632), Marokkaner (1453), Russen (1350), Ukrainer (1130) und, man glaubt es nicht: Niederländer (1110). Die sind hier zahlreicher als die Kroaten (1015). ks Während die Daten des Statistischen Landesamtes NRW selbst nur die Unterscheidung in Deutsche und Nichtdeutsche ausweisen, führt das Ausländerzentralregister die Ausländergruppen nach Staatsangehörigkeiten auf. Das Register wird geführt beim Bundesverwaltungsamt in Köln.

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