Das aktuelle Wetter Essen 16°C
Schule

Jeder fünfte Siebtklässler sieht schlecht

05.10.2012 | 20:00 Uhr
Jeder fünfte Siebtklässler sieht schlecht
Sehtestaktion für Viertklässler durch Unterstützung von Essenern Optikern während der Radfahrausbildung. Im Bild: Sabine Kaprolat von der Verkehrswacht und Optiker Hans-Joachim Meyer von Optik SchwalenFoto: Kerstin Kokoska

Essen. Fast jeder fünfte Siebtklässler sieht schlecht. Bei 19,5 Prozent der untersuchten Schüler lag das gemessene Sehvermögen auf einem oder beiden Augen unter 70 Prozent des Durchschnittswertes, berichten Verkehrswacht und Optiker. Bei den Viertklässlern dagegen ist das Ergebnis etwas besser als in den Vorjahren: 15 Prozent der Schüler bekamen die Empfehlung, einen Augenarzt aufzusuchen.

Die Reihenuntersuchung der Essener Schüler führt die Verkehrswacht mit ehrenamtlicher Hilfe von rund 30 Optikern durch. Damit schließt sie seit Jahrzehnten eine Lücke, erklärt Geschäftsführerin Bettina Rust: „Die Sehkraft von Kindern wird bei den Schuleingangsuntersuchungen gemessen - und dann erst wieder, wenn die Jugendlichen ihren Führerschein machen. Im Alter dazwischen kann mit den Augen ganz viel passieren.“ Deshalb dockt die Verkehrswacht ihre Reihenuntersuchung an die Aktivitäten zum Fahrrad-Pass in den Schulen an.

Bei Auffälligkeiten werden den Eltern geraten zum Augenarzt zu gehen.

Die Untersuchungen sind repräsentativ: Dieses Jahr haben Optiker wie Hans-Joachim Meyer von Optik Schwalen 2729 Viertklässler vor das Testgerät gesetzt, mehr als die Hälfte aller Essener Schüler in den vierten Klassen. Unterschreitet das Sehvermögen die 70-Prozent-Marke, bekommt der Klassenlehrer zur Weitergabe an die Eltern einen Brief mit der Empfehlung, einen Augenarzt aufzusuchen. Und dem Hinweis: „Diese Untersuchung ist kostenlos!“ „Wir können niemanden zwingen“, sagt Meyer. „Wir schauen nur nach Auffälligkeiten. Alles andere muss der Augenarzt machen. Bettina Rust ergänzt: „Und die Daten werden auch nirgendwo gespeichert.“

Die Schulen begrüßen die Aktion ausdrücklich. Bei den Eltern stößt sie dagegen zuweilen auf ein geteiltes Echo. Meyer: „Mir haben schon Eltern gesagt: Mein Kind kriegt keine Brille. Es hat doch keinen Makel! Oder wir kriegen zu hören: Ihr wollt doch nur Brillen verkaufen! Manchmal stoßen wir bei den Eltern auf echtes Desinteresse. Ich hatte schon Kinder, die auf beiden Augen weniger als 30 Prozent Sehkraft hatten. Das muss doch jemandem aufgefallen sein!“ Schlechtes Sehen, das wissen Lehrer, kann Ursache für schlechte Schulleistungen sein. Und, sagt die Verkehrswacht-Geschäftsführerin, für Unfälle im Straßenverkehr gerade in der dunklen Jahreszeit.

Die schlechten Ergebnisse der Untersuchung bei den Siebtklässlern bucht der Optiker übrigens auf das Konto Eitelkeit: Besondern Mädchen fänden Brillen doof.

Kai Süselbeck



Kommentare
05.10.2012
22:54
Die Ursache ist seit Jahren bekannt
von eimerweise | #1

Bildschirme, Spielkonsolen, Smartphones sind zuständig für den Verlust der Sehschärfe. Die ständige Focussierung auf gleiche Abstände läßt die Augenmuskulatur erlahmen. Abhilfe kann z.B. der Blick in die Natur schaffen - nicht ständig, aber überwiegend. Wer sein Kind mehr als 1 Stunde täglich mit elektronischen Medien spielen läßt begeht quasi Körperverletzung.
Hups, das haben wir gar nicht gewußt! Na gut, aber jetzt schon.

3 Antworten
Jeder fünfte Siebtklässler sieht schlecht
von Madde | #1-1

Hab ich früher auch nicht gehabt und war dauernd draußen, aber bin trotzdem kurzsichtig geworden.
Also müsste man demnach auch Schule, Hausaufgaben und co verbieten?

LOL
von eimerweise | #1-2

Waren Sie mal in Montevideo? Nein? Dann kennen Sie bestimmt meine Tante - die war auch noch nie dort...
Es ist der Unterschied zwischen "kann" und "muss".

Jeder fünfte Siebtklässler sieht schlecht
von Madde | #1-3

Und warum sollen dann Bildschirme, Spielkonsolen, Smartphones etc schuld sein?
Ob man nun Stundenlang auf den Bilschirm oder ein Blatt Papier starrt macht dann auch keinen unterschied.

Aus dem Ressort
Experten entschärften Blindgänger in Essen-Schuir
Weltkrieg
Weitgehend unbemerkt von der Bevölkerung hat der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf am Mittwochnachmittag eine amerikanische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Der nur 50 Kilo schwere Sprengkörper lag in einem Feld. Straßen in der Nähe waren nur eine Stunde gesperrt.
Sanierungsstau bei der Bahn - viele Brücken in Essen marode
Sanierungsstau
Zahlreiche Bahnbürcken in Essen müssen saniert werden. Ingesamt gibt es 140 Brücken der Deutschen Bahn in der Stadt - davon sind zwei sogar so marode, dass nur der Abriss bleibt. 50 weitere Brücken weisen erhebliche Schäden auf. Gefahr für die Sicherheit bestehe aber nicht, so ein DB-Sprecher.
Schwatzfahrer beleben die Late Night neu
Theater
Das Format galt als verbrannt, seit mit Harald Schmidt der Meister der Late Night seinen Schreibtisch räumte. Das hält die „Schwatzfahrer“ nicht von einem Wiederbelebungsversuch im Theater Freudenhaus in Essen ab: Und die späte Nacht beginnt bei ihnen schon um 20 Uhr.
Penny rückt von Prügelvorwürfen gegen Filialleiter ab
Gericht
Mit Prügelvorwürfen gegen einen Essener Penny-Markt-Filialleiter sollte sich am Dienstag das Arbeitsgericht befassen. Doch die Supermarktkette hielt nicht mehr an den Anschuldigungen gegen den Mann fest und erklärte sich bereit, dem 41-Jährigen eine Abfindung von 17.000 Euro zu zahlen.
„Ente“ Lippens und Frank Mill im Fanshop von RWE und BVB
Fanshop
Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund eröffnen am Donnerstag im Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen ihren gemeinsamen Fanshop. Prominente Profis werden bei der Eröffnung nicht vor Ort sein. Für Samstag haben sich RWE-Legende Willi „Ente“ Lippens und RWE-/BVB-Legende Frank Mill angekündigt.
Umfrage
Am Donnerstag kontrolliert beim 7. Blitzmarathon in Essen wieder ein Großaufgebot der Polizei die Geschwindigkeit in der Stadt. Innenminister Ralf Jäger startet die Kontrolle um 7.30 Uhr in Kray. Wenn Sie alle Argumente abwägen: Glauben Sie, dass diese aufwendigen Kontrollaktionen zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr führt?

Am Donnerstag kontrolliert beim 7. Blitzmarathon in Essen wieder ein Großaufgebot der Polizei die Geschwindigkeit in der Stadt. Innenminister Ralf Jäger startet die Kontrolle um 7.30 Uhr in Kray. Wenn Sie alle Argumente abwägen: Glauben Sie, dass diese aufwendigen Kontrollaktionen zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr führt?