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James Bond – ein Agent wie gemalt

08.11.2012 | 20:20 Uhr
James Bond – ein Agent wie gemalt
„Bond, ... James Bond - Filmplakate und Fotografien aus fünfzig Jahren“ zeigt das Deutsche Plakat Museum in Essen.Foto: Thomas Schmidtke

Thomas Nixdorf sammelt seit 30 Jahren Plakate und 007-Originalentwürfe. Jetzt präsentiert er seine Schätze erstmals im Deutschen Plakat Museum in Essen.

Seine Name ist Nixdorf, Thomas Nixdorf. Als er vor über 30 Jahren begonnen hat, Bond-Plakate zu sammeln, da hat der Papa noch gesagt: „Junge, schmeiß doch mal das Altpapier weg.“ Inzwischen besitzt Nixdorf mit mehr als 1000 Bond-Plakaten und über 150 Originalzeichnungen eine der bedeutendsten Bond-Sammlungen, die er im Deutschen Plakat Museum im Museum Folkwang jetzt erstmals groß der Öffentlichkeit präsentiert. Gemeinsam mit Robert Ganz, der sein famoses Bond-Foto-Archiv geöffnet hat, gehört er zu den zwei großen Leihgebern dieser bundesweit einzigartigen Bond-Schau.

Herr Nixdorf, Sie sind für die „Skyfall“-Premiere extra nach London gefahren. Hat sich’s gelohnt?

Thomas Nixdorf: Ein wunderbarer Film, ich war hellauf begeistert. Vor allem von Judi Dench als M, die hat in London fast mehr Applaus bekommen als Daniel Craig.

Und hat der Film Ihre Sammelleidenschaft gleich neu erweckt?

Meine Sammlung ist ja fokussiert auf das Thema Print, und da bieten die neuen Bond-Filme seit 20 Jahren eigentlich wenig Spektakuläres. Seit es das gezeichnete Plakat nicht mehr gibt, sondern nur noch das so genannte Fotoshop-Motiv, ist es für Sammler eigentlich nicht mehr richtig spannend. Aber das Plakat verkauft den Film eben nicht mehr wie noch vor Jahrzehnten. Deshalb versucht man als Sammler heute eher, Sachen aus den 60ern und 70ern zu bekommen. Klassiker wie „Goldfinger“ oder „Liebesgrüße aus Moskau“.

Wo findet man solche Raritäten?

Das läuft heute über einen kleinen Kreis internationaler Sammler und bedeutet oft aufwändige Recherche. Wenn’s die Zeit erlaubt, fahre ich auch schon mal nach New York. Die neuen Plakate laufen da eher nebenher. Die jüngere Generation möchte leider nichts Gezeichnetes sehen. Damals waren die Bond-Plakate innovativ, inzwischen sind sie eher nostalgisch.

Wann hat das denn mit Ihnen und Bond begonnen?

Das war 1979, Roger Moore in „Moonraker“. Die Mutter eines Schulfreundes hat damals an der Kinokasse gearbeitet und mir das Plakat für fünf Mark verkauft. Von diesem Motiv habe ich im Jahr 2000 dann auch meinen allerersten Original-Entwurf bekommen. Da ging dann verstärkt die Suche nach Zeichnungen los.

Wie kostbar ist denn heute so ein Moonraker-Original?

Das ist wie bei Picasso oder Gerhard Richter. Das Original gibt’s eben nur einmal und ist entsprechend gefragt. Wenn Sie heute noch ein „Metropolis“-Plakat im Schrank haben sollten, können Sie sich davon ein Eigenheim leisten. Bei den Bond-Plakaten hat der Preis erst in den letzten zehn Jahren angezogen. Das beginnt heute bei ein paar hundert Euro. Aber wenn es um die hochwertige Originalzeichnung zu einem Bond-Klassiker wie „Goldfinger“ geht, dann entscheide ich mich im Grunde zwischen einem Auto oder der Zeichnung. Und ich würde natürlich die Zeichnung nehmen.

Leben Sie immer noch mit Bond?

Nicht mehr wie früher als Junge, mit dem Moore-Plakat auf der Jeanstapete. Aber ein paar Original-Zeichnungen wie der Entwurf zu „A View To A Kill“mit Grace Jones hängen heute noch in der Wohnung. Allerdings geschmackvoll gerahmt im Hausflur. Schlaf- und Wohnzimmer bleiben inzwischen Bond-frei, darauf besteht meine bessere Hälfte.

Ihr Lieblings-Bond?

Nach wie vor Sean Connery in „Feuerball“. Aber mit Roger Moore bin ich groß geworden, auf den lasse ich nichts kommen.

50 Jahre James Bond-Plakate

 

Von Martina Schürmann

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