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Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?

09.11.2012 | 10:00 Uhr
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Die zentrale Grubenwehr der RAG übt mit ihrer Abseilmannschaft am Zollverein-Doppelbock. Auch für Finanzjongleure ist das Weltkulturerbe in Essen ein ergiebiges Gelände.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Um das Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen zu erhalten, rechnet das Land NRW in den nächsten Jahren mit Investitionen in Höhe von 130 Millionen Euro. Die Stadt Essen zahlte bislang 31 Millionen Euro - und es drohen weitere Risiken.

Die Zeche Zollverein in Essen wird immer teurer. Das Land NRW rechnet in den kommenden Jahren mit Kosten von weiteren 130 Millionen Euro, um das Gelände des Weltkulturerbes zu erhalten. Das Geld kommt zu den bereits bekannten Förderkosten in Höhe von rund 440 Millionen Euro hinzu.

Wie das Land außerdem bekannt gab, hat die Stadt Essen bis heute rund 31 Millionen Euro in die alte Zeche gesteckt. Das Weltkulturerbe in Essen verursacht damit Kosten von über 500 Millionen Euro, und die laufenden Betriebskosten kommen noch hinzu. Trotz großzügiger Förderung hat Zollverein zudem ein Minus in der Kasse, es lauern weitere millionenschwere Risiken.

Die Zahlen stammen aus der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Piratenpartei im Landtag. Demnach hat die Stadt 31,43 Millionen Euro ausgeben, allein 24,08 Millionen für den Welterbe-Standort, also den Schacht XII, den Schacht 1/2/8 und die Kokerei. Oliver Bayer, baupolitischer Sprecher der Piratenpartei NRW , hält die Kosten nicht für überhöht, Zollverein stehe schließlich für eine ganze Epoche.

Video
Vom 2.-4. November findet auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen die innovative Kunstmesse "contemporary art ruhr" 2012 statt.

„Aber wir wollen Transparenz. Die Aufbereitung und Veröffentlichung der Kosten ist zwar aufwendig, aber notwendig.” Jeder Bürger solle die Finanzierung solcher Großprojekte einsehen können.

Die genaue Auflistung der öffentlichen Zollverein-Gelder sieht Bayer als ersten Schritt hin zu einem transparenten Veröffentlichungs-System für steuersubventionierte Projekte.

Laufende Kosten: 11,5 Millionen Euro

Die Landesregierung schreibt, die Stiftung Zollverein habe „für die nächsten Jahren einen Investitionsbedarf von voraussichtlich 91 Millionen Euro”. Wann was passiert und wie lange das dauert, sei bislang noch nicht klar. „Nach den bisherigen Erfahrungen kann davon ausgegangen werden, dass eine Umsetzung der Maßnahmen sicher mehr als ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen wird”, schreibt das Bauministerium auf Nachfrage. Insgesamt werden die Investitionen der kommenden Jahre auf Nachfrage sogar auf 130 Millionen Euro beziffert.

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    Seite 2: Trotz großzügiger öffentlicher Förderung unter Druck

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Kommentare
09.11.2012
23:04
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.11.2012
22:00
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von BauerKleppe | #14

Wer war denn selbst schonmal da? Wer hat schonmal oben gestanden und sich umgesehen? Gesehen, welche grüne Oase da entstanden ist, die durch ZV auch Bestand hat? Aber auch, wie grün ganz Essen ist. Da haben alle was von, auch wenn viele zu einseitig begabt sind, um das zu erkennen.
Doch, Zollverein finde ich schon einzigartig und erhaltenswert. Und es ist tatsächlich von allem etwas. Auch von den Aufbereitungskosten, die tatsächlich angefallen wären, hätte man es entsorgt. Auch die winzige alte VHS kostet in der Entsorgung Millionen...
Zollverein ist das beste Aushängeschild, das Essen derzeit hat; die Einkaufsstadt, die Gruga, der Baldeneysee, das alles hat kräftig Patina bekommen, und diese wirklich aufzumöbeln, damit Essen nicht auf den Attraktivitätslevel gewisser gebeutelter Nachbarstädte abrutscht, das wäre keineswegs billiger.

2 Antworten
"auch wenn viele zu einseitig begabt sind, um das zu erkennen"?
von eimerweise | #14-1

Sicherlich waren alle Kommentatoren bereits dort und wissen wovon sie schreiben. Das Aushängeschild Essens ist derzeit das Folkwangmuseum, (Kulturhauptstadts Aushängeschild-)Zollverein dagegen sackt in der Besuchergunst seit 2010 gewaltig ab, das Ruhrmuseum verzeichnet gar die geringsten Besucherzahlen seit dem Umzug. Teuer subventionierte Neuprojekte scheitern am Standort.
Patina hat die Stadtgrenze zu Gelsenkirchen, und zwar deutlich. Wenn dort nicht massiv investiert wird, ist die Lokation zum endgültigen Scheitern verurteilt. Aber wer steckt da noch Geld rein?

@ eimerweise
von totti0405 | #14-2

"...Zollverein sackt in der Besuchergunst gewaltig ab..." ?? Aha...

Dafür hätte ich gerne mal handfeste Quellen, Nachweise, Belege etc. Oder handelt es sich hierbei etwa um Ihre ganz subjektive Einstellung?

"Teuer subventionierte Neuprojekte scheitern am Standort" ?? Das ist ja wohl nicht das Verschulden von Zollverein bzw. des Standorts!


09.11.2012
21:53
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von Mr.Observer | #13

Wenn man sich von der Vorstellung verabschieden würde, dass sämtliche Gebäude in einen Neubau-Zustand versetzt werden müssen, könnte man sicher viel Geld sparen. Ein wenig Patina schadet einem alten Bauwerk nicht, schafft eher sogar Atmosphäre. Wenn man weiterhin nicht für jede kleine Renovierung prominente Architekten und Künstler beauftragen würde, könnte man sicher noch mehr Geld sparen. Es gibt sicher auch weniger bekannte Leute, die durchaus leistungsfähig sind.

Grundsätzlich gilt aber: Kultur kostet immer Geld und ist selten (finanziell) gewinnbringend. Aber wollen wir deshalb die meisten Museen oder Theater abschaffen?

09.11.2012
21:48
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von RonCo | #12

Liebe Leute, was für einen Hofstaat wird da finanziert? Ich habe einmal das Gelände besucht, echt Imposant. Aber wieviele Angestellte, Maler, Maurer, Elektriker usw. werden dafür beschäftigt? Klar, die Gebäude müssen beheizt, beleuchtet und instandgehalten werden, aber so immense Kosten sind schon verdächtig.... Da werden bestimmt wieder irgendwelche Projektbüros Luftschlösser bauen die niemals kommen werden, meine Meinung zumindest!

09.11.2012
21:10
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von soylent-green | #11

Bei solchen ehemaligen Kulturerben überkommt mich immer ein seltsamer Verdacht.

Wenn man nach der Schließung der Anlagen den konterminierten Boden hätte entsorgen müssen..... an die Kosten für den Betreiber will ich gar nicht denken...

Also einfach als Kulturerbe stiften und hm... na ja....irgendwann wächst Gras über alles.

09.11.2012
15:06
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von michelino | #10

Hinterher ist man immer schlauer. Hätte es nicht ausgereicht, vielleicht nur die Kohlenwäsche plus Doppelbock oder nur den Doppelbock, der ja symbolisch für Zollverein und das Ruhrgebiet steht, zu erhalten? Ist die Kokerei wirklich so erhaltenswert, dass dort die Millionen verpraßt werden? Jetzt ist es zu spät oder wie möchte man es rechtfertigen, hunderte Millionen in die Zeche gesteckt zu haben um dann jetzt auszusteigen?!

09.11.2012
14:55
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von aljoscha | #9

Es gibt schönere Nachrichten als die über den Finanzbedarf des Zollvereinprojekts. ABER: ist die Berichterstattung nicht einseitig?

- die genannten Kosten erstrecken sich über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahrenseit
der Stilllegung und umfassen ein sehr großes Areal

- müsste man nicht auch beziffern, was auf Zollverein mit den vielen Unternehmen und
Einrichtungen erwirtschaftet wird und ins Steuersäckel fließt?

- müsste nicht auch berücksichtigt werden, was Abriß zur Zeit unmittelbar nach der
Stilllegung gekostet hätte, als es keine hochem Verschrottungspreise zu erzielen
waren?

- was würde die Unterbringung vieler der Arbeitsplätze der neu angesiedelten
Unternehmen in neu zu bauenden Gebäuden kosten?

- wieviel mehr Arbeitslose würde es geben, wenn es Zollverein mit den
Besuchern nicht gäbe und was wäre die konkrete Alternative?

FAZIT: eine Gesamtbetrachtung zwischen und Investitionen wäre hilfreicher und mehr Augenmaß auf allen Seiten ermöglichen

09.11.2012
14:53
eimerweise | #3
von peerkeinstueck | #8

Würde man Ihre Argumentation befolgen, hätten wir keine Konzerthäuser, keine Museen, keine Opernhäuser,keine Bibliotheken etc.

Alle diese Einrichtungen kosten mehr Geld als sie einbringen.

3 Antworten
Äpfel und Birnen verwechselt
von eimerweise | #8-1

Schließen Sie aus der Hundesteuer auch auf eine Katzensteuer? Karnickelsteuer? Wellensittichsteuer? Bitte mal die Kirche im Dorf lassen.

Sinn?
von totti0405 | #8-2

Dann teilen Sie uns doch den tieferen Sinn Ihrer bedeutungsschwangeren Steuervergleiche mit, @ eimerweise!

Oder was sollen wir da "im Dorf lassen"?

eimerweise | #8-1
von peerkeinstueck | #8-3

"Bitte mal die Kirche im Dorf lassen."

Die kostet aber auch Geld und bringt nichts ein.

09.11.2012
14:22
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von Ruhrdream1963 | #7

Gibt es bei den Staatsanwaltschaften kein Resort für Veruntreuung, Unterschlagung, Verpulverung von Volksvermögen ?

09.11.2012
13:06
Ist das Weltkulturerbe Zollverein in Essen ein Fass ohne Boden?
von MalNachgedacht | #6

@5: Das mag vielleicht in Augsburg so sein...Gehe Sie doch einfach dahin zurück, könnte mentalitätsmäßig besser passen....

2 Antworten
Gehen?
von totti0405 | #6-1

Vielleicht sollten SIE lieber gehen, wenn Ihnen "mentalitätsmäßig" oder anderweitig etwas nicht passt!?

Mit dieser "Mentalität", die SIE an den Tag legen, passen Sie hier jedenfalls nicht hin. (Und sind auch nicht gewünscht.)

MalNachgedacht!
von fummel | #6-2

Ihr Kommentar stimmt in keinster Weise mit ihrem Nicknamen überein.

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