Investor warnt vor Umzug der Trinkerszene

Die geplante Verdrängung der Trinkerszene vom Willy-Brandt-Platz in die Hachestraße hat Joachim Sälzer „etwas erschrocken“, wie er sagt. Und das ist noch freundlich ausgedrückt. Eine entsprechende Mail an die CDU-Fraktion fiel deutlich schärfer aus. Seit anderthalb Jahren arbeitet Sälzers Firma Arsatec an einem Projekt, das an der Hachestraße, Ecke Selmastraße 100 Eigentumswohnungen, Büros und ein Hotel vorsieht. Investitionssumme: 45 Millionen Euro. Die Pläne sind mittlerweile so weit gereift, dass demnächst Bauantrag gestellt werden soll.

Dass die Stadt ihm quasi die Trinkerszene dort nun fast vor die Haustür setzen will, alarmiert den Bauunternehmer. „Das wäre kontraproduktiv“, beklagt er. Seit einiger Zeit bemühe man sich, das Thema Wohnen wieder in die Innenstadt zu holen. Mit wachsendem Erfolg, meint er. Univiertel oder die Kastanienhöfe im Nordviertel seien gute Beispiele dafür, wie die City wieder belebt werden soll. Doch Sälzer spricht von einem „zarten Pflänzchen“, das man mit solchen Aktionen nicht gefährden dürfe. Das solle die Politik bedenken, wenn sie über einen neuen Treff für die Trinkerszene entscheidet. Die CDU-Fraktion stimmt der Verdrängung der Szene vom Willy-Brandt-Platz zwar grundsätzlich zu, sie hegt aber offenbar ebenfalls Bedenken, ob die Hachestraße eine taugliche Alternative ist. „Wir müssen einen geeigneten Standort finden, ob die Hachestraße der richtige ist, muss man sehen“, so Fraktionsgeschäftsführer Gerhard Grabenkamp. Aus seiner Sicht muss die Stadtverwaltung jetzt liefern.

In der vergangenen Woche wurden Überlegungen des Ordnungsdezernenten öffentlich, der die Szene mit mehr Druck vom Willy-Brandt-Platz verdrängen – ihr gleichzeitig aber einen Alternativ-Treffpunkt in Bahnhofsnähe anbieten will. Die Hachestraße zählt dabei zu den favorisierten Standorten. Heute wird sich auch der Ausschuss für öffentliche Ordnung mit dem Thema befassen.