Internetsucht - der Klick zum Kick
30.09.2009 | 11:12 Uhr 2009-09-30T11:12:00+0200
Essen. Wenn das Internet abhängig macht - die Spezialambulanz des Landschaftsverband Rheinland behandelt die neue Form der Sucht. Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Internet-Sucht für viele Experten ein noch unbestelltes Feld. Nach Schätzungen sind drei bis sieben Prozent der Nutzer süchtig.
Jürgen Kluwig kennt diese Geschichten: Sie erzählen von Menschen, die nicht mehr lassen können vom Internet, die abtauchen in eine virtuelle Welt und die reale um sich herum vergessen. Stunde um Stunde sitzen sie vor dem Computer-Bildschirm, manche tragen sogar Windeln, weil sie es nicht einmal wagen, zur Toilette zu gehen. „Persönlich hatte ich solche extremen Fälle noch nicht”, erzählt Kluwig. Aber dass das Internet süchtig machen kann, das stehe fest.
Gefangen im weltweiten Netz
Seit diesem Jahr nimmt sich die Ambulanz der Klinik für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) auch des exzessiven Internetgebrauchs als eine neue Form der Sucht an, Patienten bietet die Klinik in einer neuen Spezialambulanz Diagnose und Therapie an. Für Diplom-Psychologe Jürgen Kluwig und seine Kollegen ist Internet-Sucht aus wissenschaftlicher Sicht ein noch unbestelltes Feld. Weder gebe es Studien, noch verlässliche Zahlen.
„Schätzungen besagen, dass zwischen drei und sieben Prozent der Online-Nutzer süchtig sind”, berichtet Kluwig, der selbst bislang rund ein Dutzend Patienten behandelt hat. Pro Monat meldeten sich ein bis zwei Betroffene, die im weltweiten Netz buchstäblich gefangen sind. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Wie für jede Sucht gilt auch hier: Wer sich an die Klinik wendet, gesteht ein, dass er abhängig ist – ein erster Schritt und bis dahin ein weiter Weg.
Betroffene aus allen sozialen Schichten
Meist seien es junge Erwachsene die Hilfe suchen, in der Regel Männer. Die einen kommen von Baller- oder Rollenspielen nicht mehr los, andere tummeln sich in Chatrooms oder auf Verkaufsbörsen. Betroffene kommen aus allen sozialen Schichten, junge Studierende seien ebenso darunter wie Empfänger von Hartz IV. Eines haben sie gemein: Sie verfügen über genügend Zeit, die sie vor dem Bildschirm verbringen können: „Ab zweieinhalb Stunden wird's kritisch”, sagt Kluwig, ab zehn Stunden könne man von einem abhängigen Verhalten sprechen.
Ein Alarmzeichen: Das soziale Umfeld, Freunde und Familie oder die eigenen vier Wände werden vernachlässigt, das Dasein in der virtuellen Welt wird zum Ersatz. Ein paar Klicks sind es nur bis zum Kick. Das Internet ist rund um die Uhr verfügbar. Und es ist günstig. Gäbe es eine andere Droge, die so leicht zu haben wäre, sie wäre wohl weit verbreitet, schätzt Kluwig.
Eigentliche Probleme liegen tiefer
Die eigentlichen Probleme liegen tiefer, und die gilt es für Kluwig auszuloten. Meist verbergen sich hinter der Internet-Sucht Persönlichkeitsstörungen, Depressionen oder Angstzustände, so der Psychologe. Jemand, der im wirklichen Leben extrem kontaktscheu ist, findet in Chatrooms leicht eine neue Identität. Die Störung der Persönlichkeit gilt es zu therapieren, den gesunden Umgang mit dem Internet neu zu erlernen.
Kontakt zur Suchtambulanz: 0201/870-150.
08:30
wir hoffen mit comunda.de und unserer Idee einer Real-Life Community einen gesunden Beitrag für mehr Miteinander in der realen Welt leisten zu können! Gruß an alle hier und
ne prickelnde Silvesterfete!
22:06
sagen wirs mal so, lieber nen depressiven internetsuchti als nen depressiven, alkoholisierten autofahrer ;P
23:18
Und ich Depp hab da immer Fisch bei gegessen. der soll ja auch nicht mehr soooo gesund sein. Wie dieses Internet eben. was nun?
Saufen?
14:23
Also süchtig bin ich ja glücklicherweise nicht, aber irgendwie bekomme ich meine Maus nicht an das Telefon angeschlossen.
Naja,ich schau gleich nach dem WoW-Raid mal im Forum ob mir da wer Hilfe geben kann :-)
14:21
Wenn ich bedenke wie oft hier manche Nutzer posten, dann mache ich mir meine Gedanken. Ich denke da an die üblichen Verdächtigen, deren Nick altbekannt ist.
14:12
Der Westen macht micht auch süchtig :-D
13:50
Aber Telefon ist doch überhaupt nicht 2.0! ;)
13:15
@#1 chris: Die haben doch ne Rufnummer angegeben... da kann man doch mal eben zwischen WoW, Chat, Forum und Windeln voll machen ueber seine VoIP-Software anrufen ;)
12:30
Hat die Suchtambulanz keine Internetseite, Chat oder Forum? :)