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Innenstadt und Stadtteile feilschen um verkaufsoffene Sonntage in Essen

22.05.2013 | 00:18 Uhr
Hier ein Bild aus Rüttenscheid aus dem Jahr 2012: Der verkaufsoffene Sonntag in Rüttenscheid gilt als Publikums-Magnet.Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Ab dem kommenden Jahr darf es nur noch elf verkaufsoffene Sonntage in Essen geben. Manches Stadtteil-Fest könnte dadurch bedroht sein. Stadtteile und Innenstadt müssen sich nun einigen. Ein Kompromiss jedoch scheint angesichts der Brisanz des Themas und die Gemengelage der Interessen schwierig.

Das große Feilschen um die künftigen verkaufsoffenen Sonntage in Essen beginnt: Heute Nachmittag kommen über 20 Werbegemeinschaften zu einem ersten Sondierungstreffen zusammen. Dabei geht es um die Frage, wie man die Interessen der einzelnen Stadtteile sowie der Innenstadt zusammenbringt mit den neuen gesetzlichen Ladenschluss-Vorgaben. Ab dem kommenden Jahr nämlich darf es nur noch elf verkaufsoffene Sonntage in der Stadt geben – zwei davon im Advent. Zum Vergleich: Dieses Jahr sind es noch stolze 23. Das heißt: Viele Stadtteile müssen sich auf möglichst einheitliche Termine festlegen.

Der Einzelhandelsverband Ruhr tritt als Moderator der Veranstaltung auf. Die Hoffnung bei Hauptgeschäftsführer Marc André Heistermann ist groß, dass man reibungslos einen Kompromiss findet. Doch die Brisanz des Themas und die Gemengelage der Interessen dürften dies schwierig machen. „Wenn wir versuchen, es allen recht zumachen, werden wir es nicht schaffen, dem Gesetz gerecht zu werden“, appelliert er an die Kompromissbereitschaft.

Über Verteilung der Termine herrscht Uneinigkeit

Knackpunkte gibt es besonders an zwei Stellen. Erstens im Advent und zweitens, wenn Stadtteile auf verkaufsoffene Sonntage während eines Festes bestehen, an deren Termin aber sonst niemand auch Interesse angemeldet hat. Beispiel: Wottelfest in Heisingen. Dieses findet traditionell am letzten Augustwochenende statt zusammen mit einem verkaufsoffenen Sonntag. Eine Verschiebung kommt für die Veranstalter nicht in Frage. Willy Schüffler, Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft „Wir für Heisingen“ sagte: „Wir werden an diesem Datum festhalten. Das Wottelfest ist jedoch ohne verkaufsoffenen Sonntag nicht denkbar. Die Händler tragen schließlich einen Großteil der Kosten.“

Nur beim zweiten Termin, einem verkaufsoffenem Sonntag im Advent, sei man gesprächsbereit. Ähnlich sieht man es in Holsterhausen. Dort möchte man auch gerne die beiden Feste Hollandmarkt und Holsterhausen feiert weiter mit einem verkaufsoffenen Sonntag haben. Allerdings ist man dort gesprächsbereit, letzteres um eine Woche zu verschieben.

Im Advent besteht laut Heistermann „die Kunst“ darin, den Kompromiss zwischen City und Stadtteilen zu finden. Wollen Läden dort am gleichen Tag wie die Innenstadt im Advent öffnen oder lieber an einem anderen Sonntag? Welcher Termin kommt dann für wen in Frage? Möglich, dass erstmal die City am Zuge ist. Denn die steht schließlich in Konkurrenz zu anderen Städten, heißt es.

Kaufrausch am Sonntag

Janet Lindgens und Martin Spletter



Kommentare
23.05.2013
15:38
Innenstadt und Stadtteile feilschen um verkaufsoffene Sonntage in Essen
von Hubelwusel | #4

Es gibt eh kaum noch Vollzeitkräfte im Einzelhandel,die propagierte Schaffung von Arbeitsplätzen ist ein Ammenmärchen der Verbände und Lobbyisten. Es werden doch nur noch Arbeitsplätze im nicht sozialversicherungspflichtigen Bereich geschaffen.
Aber das ist den konsumorientierten Eventsüchtigen völlig egal. Immer schön um das goldene Kalb tanzen. In den Produktionsländern wird fleissig versklavt , die Angestellten hier arbeiten und können trotzdem kaum davon leben, aber Hauptsache es gibt Häppchen und Prozente für die Shopper.

23.05.2013
14:20
Innenstadt und Stadtteile feilschen um verkaufsoffene Sonntage in Essen
von Essener69 | #3

Ich kenne keine VerkäuferIn, die 7 Tage die Woche arbeitet. Letztendlich arbeiten alle so um die 40 Stunden die Woche, da kann es doch vollkommen egal sein, wann man die ableistet. Für manche (z.B. Alleinerziehende, Studierende, ...) ist Sonntagsarbeit, Abend- bzw. Früharbeit sicherlich eine willkommene Gelegenheit bzw. überhaupt die Möglichkeit überhaupt etwas verdienen zu können. Mir tun VerkäuferInnen überhaupt nicht leid - jeder kann auch was anderes machen. Aber der Kunde bestimmt, wann er kommt, nicht die VerkäuferInnen. Das Ammenmärchen von der "armen Verkäuferin" wird doch immer nur von der Gewerkschaft und sonstigen "***********" verbreitet.

23.05.2013
08:24
Innenstadt und Stadtteile feilschen um verkaufsoffene Sonntage in Essen
von Hammersley | #2

Man sollte auch mal an die Verkäufer/in denken die nicht 7 Tage die Woche malochen sollen.Die Herren und Damen die Solche Verkaufsoffenen Sonntage möchten sollten sich doch lieber mal selbst im Laden stellen.Da sehen die mal wie viel spaß es macht auch noch am Heiligem Sonntag zu Arbeiten.Schlimmist es doch zur Weihnachtszeit wo ich mich immer frage wie und wo die Angestellten des Einzelhandels eigentlich fürs Fest Einkaufen gehen.

22.05.2013
18:01
Innenstadt und Stadtteile feilschen um verkaufsoffene Sonntage in Essen
von wohlzufrieden | #1

Je mehr die Ladenöffnungszeiten ausgeweitet werden, desto mehr verarmt eine Gesellschaft, die den Sonntag zur Wiederherstellung der Arbeitskraft und für Sinnvolle Beschäftigung offensichtlich nicht mehr braucht, auch an Geist. Und Solidarität ist für die ein Fremdwort. Von daher hat der Staat sie schon gut erzogen...Sie sind vielleicht die nächsten, die Sonntags arbeiten müssen, wartet nur...

1 Antwort
Wer hat den arbeitsfreien Sonntag "erfunden"
von teetrinker82 | #1-1

"Sonntag war erstmals 321 gesetzlicher Ruhetag
......bestimmten die Urchristen im ersten Jahrhundert den heidnischen Sonnen-Tag, den "dies solis" der Römer, zum Tag der Auferstehung Jesu.

Der christliche Kaiser Konstantin I. erhob ihn im Jahr 321 zum Feiertag: "Alle Richter und Einwohner der Städte sollen am ehrwürdigen Tag der Sonne ruhen", bestimmte er. "
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Panorama/d/848334/hintergrundsonntag-war-erstmals-321-gesetzlicher-ruhetag.html

Ob Herr unzufrieden - bekennender Atheist - deswegen den arbeitsfreien Sonntag so vehement verteidigt? Zumal er selbst doch 7 Tage die Woche ruht?

Aber mal angenommen niemand arbeitet mehr sonntags - dann erledigen sich Probleme mit der "Lärmbelästigung durch Flughafen Mülheim" an den Sonntagen.
:-))))))))))))))

Und was machen wir mit den vielen anderen "Dienstleistern", die sonntags arbeiten (Polizei, Krankenhäuser, Feuerwehr,......, Mitarbeiter in den Gastronomiebetrieben und in Freizeiteinrichtungen)?

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