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Individuell und zielgerichtet

15.04.2009 | 14:51 Uhr

Verschiedene therapeutische Maßnahmen können Patienten mit Schlafapnoe helfen.

Ungezählte Paare kennen das Problem: Beharrliches Sägen stört die nächtliche Ruhe - und nicht zuletzt auch die Beziehung. Doch Schnarchen ist nicht gleich Schnarchen. Und das mehr oder weniger lautstarke Problem schön zu reden oder gar zu ignorieren kann lebensbedrohlich sein. Zudem kennt die Medizin viele Methoden, wieder Ruhe einkehren zu lassen und die Lebensgefahr zu bannen.

Beim Schnarchen unterscheidet man das einfache, mehr oder weniger laute Sägen von dem gefährlichen Sägen mit Atemaussetzern (Schlafapnoe). „Die Sauerstoffsättigung im Blut geht dann rapide herunter”, erklärt Prof. Dr. Jürgen Lamprecht, Chefarzt der Hals-, Nasen-, Ohrenabteilung im Alfried-Krupp-Krankenhaus. „Diese Atemaussetzer können bis zu 70 mal pro Nacht auftreten.” Dadurch steigt das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Impotenz.

Als therapeutische Maßnahme erhalten viele Patienten eine sogeannte CPAP-Maske, die die Atemaussetzer im Schlaf verhindert. „Vielen Patienten fällt es aber schwer, sich daran zu gewöhnen”,weiß Lamprecht. Eine weitere Möglichkeit sind Kieferschienen, sogenannte „Oral-Appliances”, die vor allem Patienten mit Auffälligkeiten des Nasen- und Rachenraumes helfen.

Operative Verfahren sind für manchen Patienten eine Alternative, die über Jahre Linderung bringen kann. „Wichtig ist aber, vor der Operation die genaue Ursache für die Schnarchgeräusche zu finden”, so Lamprecht. Dabei hilft eine sogenannte Propofol-Somno-Endoskopie. „Denn jedes Schnarchen hat ein bunte Entstehungsgeschichte”, erklärt Lamprecht. „Die Geräusche können an Gaumensegel, Kehldeckel, Zungengrund, Mandeln und/oder Kehlkopf entstehen.” Das Gaumensegel selbst, so der Mediziner, ist nur zu 30 Prozent die Ursache für das unliebsame Schnarchen. „Die Operation muss also individuell und zielgerichtet erfolgen”, so Lamprecht. Seit acht Jahren sind die auf der PSE basierenden OP-Verfahren am Alfried-Krupp-Krankenhaus etabliert. Lamprecht: „Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent.”

Andrea Kleemann

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