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In Essener Mülltonnen landet weniger Abfall

31.07.2012 | 08:00 Uhr
In Essener Mülltonnen landet weniger Abfall
Ein Blick ins Karnaper Müllheizkraftwerk.Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Essener Haushalte haben im Jahr 2010 insgesamt 161.495 Tonnen Abfall produziert – das entspricht 15 Kilo pro Kopf und 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie eine jetzt veröffentlichte Studie der Düsseldorfer Landesstatistiker zeigt.

Auf dem Papier fallen Hinterlassenschaften ordentlich ins Gewicht – selbst wenn sie bestimmungsgemäß entsorgt wurden: 161.495 Tonnen Abfälle aus Haus und Garten kamen 2010 in Essen zusammen. Eine schwerwiegende Zahl und jede Menge Unrat, allerdings deutlich weniger als in den vergangenen Jahren, wie eine jetzt veröffentlichte Studie der Düsseldorfer Landesstatistiker zeigt.

Tatsächlich ging das Aufkommen an Haus- und Sperrmüll zwischen Karnap und Kettwig gegenüber dem Jahr zuvor um 5,2 Prozent oder umgerechnet um 15 Kilogramm pro Einwohner zurück. Jeder Bürger produzierte damit rein rechnerisch 281 Kilogramm Abfall. Zählt man die hausmüllähnlichen Gewerbereste dazu, sind es sogar 433 Kilogramm. Allerdings sank das Aufkommen selbst in den Betrieben um statistisch 18 Kilogramm pro Essener oder um 4,3 Prozent.

Essener Müllbilanz ziemlich sauber

Damit liegt Essen insgesamt deutlich über dem Schnitt – im positiven Sinne: Im gesamten Land NRW ging die Menge an Haus- und Sperrmüll um gerade einmal ein Prozent oder zwei Kilogramm pro Einwohner auf 224 Durchschnitts-Kilo zurück, wobei durchaus bemerkenswerte Ausreißer darunter sind: In den Nachbarstädten Gelsenkirchen und Bottrop produzierte jeder Bürger landesweit den meisten Haus- und Sperrmüll.

Die Düsseldorfer Zahlenzähler, deren Aufgabe es nicht ist, tatsächlichen Gründen für gewisse Tendenzen nachzugehen, kamen auf recht stattliche 360 beziehungsweise 350 Kilogramm pro Kopf. Das sind im Schnitt 70 bis 80 Kilogramm mehr als binnen zwölf Monaten bei jedem einzelnen Essener anfallen, deren Müllbilanz auf die vergangenen Jahre gesehen eine recht saubere ist unter den kreisfreien Städten im Lande – zumindest vergleichsweise: Denn im Jahr 2004, heißt es in der Bilanz, mussten in der Stadt noch rund 30.000 Tonnen Unrat mehr entsorgt werden, als es inzwischen üblich ist.

8918 Kilogramm weniger

Doch von dieser inzwischen acht Jahre alten Größenordnung einmal abgesehen, ist die jetzt veröffentlichte amtliche Statistik für die Essener Entsorgungsbetriebe weder in wirtschaftlicher noch in logistischer Hinsicht von großer Bedeutung, wie EBE-Geschäftsführer Klaus Kunze gestern auf Nachfrage sagte. 8918 Kilogramm Haus- oder Sperrmüll weniger fielen bei einem Gesamtaufkommen von rund 250.000 Tonnen so genannter „häuslicher Siedlungsabfälle“ kaum ins Gewicht.

Jörg Maibaum



Kommentare
31.07.2012
19:01
In Essener Mülltonnen landet weniger Abfall
von aufkoks | #8

Ich hoffe das die Herrschaften der Entsorgungsbetriebe diesen Artikel nicht lesen, sonst werden die Müllgebühren erhöht.

31.07.2012
17:05
Recycling
von Schopenhauer | #7

Unverändert schwebt über uns das Damoklesschwert der auslaufenden Verträge für die Verbrennung in Karnap (Heizkraftwerk ist eher Schönrederei).

Totenstille herrscht über die Versuche die Restmüllmenge durch das Recyceln großer Kunststoffteile (Wäschekörbe/Gartenmöbel) zu verringern oder den abzufilternden Schadstoffanteil durch das getrennte Einsammeln von Elektroschrott zu reduzieren.

31.07.2012
17:04
Phlema Fortsetzung
von Schopenhauer | #6

78,5 Millionen, für die EBE ist es der Jahresumsatz - für den Bürger sind es K O S T E N, gestiegen in den letzen 7 Jahren um 4 Prozent anstatt zu sinken.

Logistik ist die Planung der Abfuhr dieser riesigen Anzahl räumlich verteiler Einzelposition, bei getrennt zu behandelnden Fraktionen: Papier, Glas, Verpackungen, Grünschnitt/Laub, Restmüll, Sperrmüll, Sondermüll, Elektro.
Da sollte doch Gehirnschmalz und das heute übliche Fahrzeug-Flotten-Management mit GPS allein schon Einsparungen ergeben.

Ich glaube nicht an die innovative Kraft akademischer Berufsneuline, aber dass es mit etwas Einsatz besser werden kann als das Schneechaos im vorletzten kalendarischen Winter.

31.07.2012
17:02
Phlegma
von Schopenhauer | #5

# 1
Wahrscheinlich Dreckfuhler und es sind 324 im Landesdurchschnitt.

3 Prozent sind V I E L; das ist z.B. die Marge mit dem im Lebensmitteleinzelhandel gerechnet wird (8918 zu 250.000).
10 Prozent weniger bei nur 3 Prozent weniger Bevölkerung seit 2004 (588tsd. zu aktuell 570tsd.) sind W E N I G, bei 2 Prozent Reduzierung per anno sollte sich der Müll um ein Fünftel verringert haben.

3tsd. weniger Einwohnern in 2010, da sollte sich der Müll nur um 0,5 Prozent verringern. In dieser Hinsicht lässt sich der Bevölkerungsschwund der Stadt Essen also eher vernachlässigen.

31.07.2012
16:01
In Essener Mülltonnen landet weniger Abfall
von hamicha | #4

"Jeder Bürger produzierte damit rein rechnerisch 281 Kilogramm Abfall".
Das bezweifele ich sehr.
Wie in einem Bericht der "Servicezeit" des WDR am Montag sehr schön zu sehen war
werden überdimensionierte Umverpackungen lediglich von den Herstellern produziert !
Die Bürger sind dann nur gezwungen,wenn sie das Produkt kaufen, den überflüssigen Müll auch zu entsorgen !
Die Regierung ( EU ? ) hat es ja auch geschafft z.B. Handy-Ladegeräte fast zu vereinheitlichen.
Im Sinne einer Müllvermeidung sollte sie auch darauf drängen,daß diese unsäglichen Plastik-Einkaufstüten durch Papiertüten ersetzt werden und "Luftverpackungen" auf das tatsächliche Produktgewicht angepasst reduziert werden.
Aber da steht wohl die Entsorgungsindustrie incl. Verbraucherministerin vor !
Ich trenne schon lange keinen Müll mehr,denn wenn die sich eine "goldene Nase" verdienen,werden sie auch die paar Fehlwürfe meinerseits aussortieren können.
Die entsprechende Technik soll schon einige Zeit zu erwerben sein.

31.07.2012
13:54
In Essener Mülltonnen landet weniger Abfall
von mar.go | #3

Das ist doch wieder ein prima Grund, die Gebühren zu erhöhen.
Das Schöne dabei ist, man kann wahlweise zu viel oder zu wenig Müll als Grund für eine
Erhöhung anführen.

31.07.2012
12:56
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

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31.07.2012
09:33
Eine vergleichsweise saubere Bilanz
von amo17 | #1

Hr. Maibaum,

entnehme ich den Zahlen für das "saubere" Essen, dass trotz des erfreulichen Rückgangs 281 kg, dass heißt 25% mehr Hausmüll als der Landesdurchschnitt (224kg) produziert wird?

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