In drei Schritten raus aus den Schweizer Franken

Ade Schweizer Franken, die Stadt geht raus aus ihren Fremdwährungskrediten – allerdings nicht Hals über Kopf, sondern in drei Schritten: Jeweils zu den Fälligkeitsterminen am 10. April, 8. Juli und 14. Oktober will man sich von den einst so lukrativen und jetzt absehbar verlustreichen Franken-Darlehen trennen und auf Euro umschulden. Dies beschloss der Rat der Stadt am Mittwochabend mit großer Mehrheit. Wie üppig unterm Strich der Verlust ausfällt, steht damit erst Mitte Oktober fest, denn ausgerechnet die letzte der drei Tranchen ist mit knapp 330 Millionen Franken die größte – und heute noch überhaupt nicht absehbar, wo dann der Wechselkurs steht. Gestern waren für einen Euro 1,05 Schweizer Franken zu berappen. Bliebe es dabei, läge der Verlust am Ende bei etwa 54,6 Millionen Euro.

Verliert der Euro gegenüber dem Franken weiter an Boden, dann könnten durchaus noch ein paar Millionen dazukommen – Grund genug für die Ratsvertreter des Essener Bürger Bündnisses und der AfD, einen Sofort-Ausstieg zu fordern.

Der würde zwar rund zwei Millionen Euro zusätzlich zum aktuellen Kurswert kosten, dafür hätte man aber die Sicherheit gehabt, nicht noch unter drastischeren Kurs-Verschlechterungen leiden zu müssen.

Rundheraus abgelehnt wurde im Rat auch ein Antrag der FDP, die Finanzverwaltung mit einer Art „Vorratsbeschluss“ auszustatten, der es den Mitarbeitern ermöglicht hätte, ab einem Kurs von 1,10 Franken je Euro selbstständig zu agieren. Schwacher Trost: Von diesem Kurs ist der Euro eh weit weg.