In der Oase flossen vor dem engültigen Aus Tränen
31.03.2010 | 13:17 Uhr 2010-03-31T13:17:00+0200
Essen.Ende, Aus, Vorbei: Das Freizeitbad Oase hat am Mittwoch zum letzten Mal vor der endgültigen Schließung geöffnet. Viele Badegäste glauben, dass die Oase alternativlos sei. Vor allem der Zeitpunkt in den Osterferien stößt auf Unverständnis.
Es ist schade um die Oase, die von einem recht kleinen, aber treuen Gäste-Kreis wirklich geliebt wurde. Und es ist ja richtig, dass dieses Freizeitbad auf seine Art einmalig in Essen ist, genauer: war. Denn die Schließung ist endgültig, da sollte man sich nichts vormachen.
Das Rad der Bädergeschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Heute sagen viele: Die Oase hätte 1983 ins benachbarte Nöggerath-Freibad integriert gehört, statt das Spaßbad an den tristen Bahndamm zu setzen, wo es keine Entwicklungsmöglichkeit gab. Und das im Westen zentral gelegene „Nögge“ hätte man erhalten müssen, dafür mit weit mehr Berechtigung das abgelegene „Hesse“ in Dellwig opfern können.
Stattdessen ist in der Oase viel Geld verbrannt worden, nur um die Einrichtung nun doch zu schließen. Die Stadt ging windigen Privatinvestoren auf den Leim, noch 2004 kam ein Außenbecken hinzu, und die vom Potenzial her gar nicht üble Sauna wurde konsequent vernachlässigt. Sicher, im Nachhinein ist man immer schlauer. Dennoch ist solche Fehler-Anhäufung erschütternd. Frank Stenglein
Lustig wollten sie aussehen an diesem traurigen Tag, darum sind sie in Clowns-Kostüme geschlüpft, kecke Hüte auf dem Kopf, bunte Gehänge am Ohr, so traten sie vor ihre Gruppe. „Und dann sind doch die Tränen geflossen”, sagt Christa Pappe. Seit sieben Jahren bieten sie und ihr Mann Walter Aqua-Fitness für Senioren in der Oase an; ehrenamtlich. Die Pappes sind selbst Senioren, sie ist 70, er vier Jahre älter. Beide sind außerdem Übungsleiter, ausgebildet auch für die Arbeit mit Behinderten. Sie haben all denen ein Angebot gemacht, die nicht mehr quer durch die Stadt zur Gymnastik fahren können, die mit dem Alter, einem Gebrechen oder der Einsamkeit zu kämpfen haben.
Rentner auf der Demo
„Am Anfang war das eine handvoll Leute, dann kamen immer mehr”, erzählen sie. Trotz des Erfolges ist nun Schluss mit der Aqua-Fitness; mit dem Aus für die Oase verlieren die rund 50 Teilnehmer nicht nur ihr sportliches Zuhause. Die Gruppe, die da jeden Dienstag zusammenkam, traf sich auch zur Weihnachtsfeier, „und wenn einer mal nicht kam, haben wir ihn vermisst, nachgefragt, was los ist”, betont Walter Pappe. Zusammengehalten haben sie zuletzt auch, als sie von der geplanten Schließung des defizitären Freizeitbades hörten. Haben Unterschriften gesammelt, Protestplakate gemalt und mancher ging im Rentenalter erstmals zu einer Demo.
Nun verlassen sie das Bad ein letztes Mal gemeinsam, und wenn einige Augen gerötet sind - am Chlor liegt das nicht: Das Oase-Wasser wurde durch ein modernes Elektrolyseverfahren aufbereitet, das Haut und Augen schonte. „Viele haben heute geweint”, erklärt Ellen Herfort (68), der man die Trauer ansieht. Sie wohne um die Ecke, habe schon die Schließung des Nöggerath-Bades betrauert. „Ich hab kein Auto, weiß nicht, wo ich jetzt Wassergymnastik machen soll.”
Badespaß für Kinder
Ratlos ist auch Karin Khaeef von der evangelischen Kindertagesstätte an der Leither Straße in Kray. Jeden Dienstagmorgen, wenn die Senioren zur Gymnastik kamen, brachte sie ihren Vorschulkindern schwimmen bei. „Immer wird beklagt, dass sich die Kinder heute schlecht bewegen, erst so spät oder gar nicht schwimmen lernen. Bei uns haben sie mit fünf das Seepferdchen gemacht.“ Für viele ihrer Schützlinge gebe es nun kein Ersatzangebot.
Dass die Oase alternativlos sei, glauben viele, die an diesem Dienstag, dem vorletzten Tag, gekommen sind. Das sagen nicht nur Besucher aus dem Stadtteil, aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Sandra und Frank Burchhardt sind aus Bredeney gekommen, ihre kleine Tochter Jana wird demnächst ein Jahr alt. „In keinem anderen Essener Bad gibt es etwas Vergleichbares, ein so prima Angebot für die Kleinsten. In Zukunft müssen wir in andere Städte fahren.”
Lucy ist elf und bereits Expertin im Bäder-Tourismus. Sie kommt aus Mülheim und war bisher „ganz oft” in der Oase. Jetzt tobt sie noch mal mit den Freunden durchs Außenbecken, genießt Sonne und Schulferien, nimmt Abschied. Sparzwänge kennt sie aus ihrer Heimatstadt, sagt abgeklärt: „Es werden ja viele Bäder geschlossen.”
So nüchtern können die Geschwister Anna (11) und Julius (8) aus Burgaltendorf das nicht sehen: Die Schließung finden die beiden „voll doof”. In der Oase nämlich könnten nicht nur sie sich austoben, da sei auch ihre erst anderthalb Jahre alte Schwester Klara gut aufgehoben.
Viele der Kinder wollen am heutigen Mittwoch noch ein letztes Mal in der Oase planschen. Das Freizeitbad ist von 8 bis 21 Uhr geöffnet, zwischen acht und zehn ist der Eintritt frei. Gut besucht wird es auf jeden Fall sein, schließlich haben die Osterferien gerade begonnen. Da kann man die ältere Besucherin verstehen, die der Stadt so eine kurzsichtige wie hartherzige Planung vorwirft: „Da machen sie ausgerechnet jetzt dicht, gönnen den Kindern nicht noch ein paar Tage Badespaß in der Ferienzeit.”
18:25
Da sollen wir also mit unseren Kinder in die Nachbarstadt nach Oberhausen oder sonstwohin zum schwimmen ausweichen. Armes Essen.Traurig das es so eine große Stadt nicht gebacken bekommt ein anständiges Spaßbad zu bauen. Hier soll alles nur noch für uns verschlechtert werden .Wozu bezahlen wir Steuern. Kein Sport,keine Konzerte,keine Freizeitmöglichkeiten gibt es in Essen. Nun gut wir haben das Oberhausener Bad schon besucht und werden es weiterhin tun.Bleibt einem ja nichts anderes übrig. Auch während der Freibadsaison werden wir in die Nachbarstädte ausweichen. Hab nämlich keine Lust auf kurze Öffnungszeiten und kaltes Wasser,da die Temperaturen runtergesetzt werden.Schlimm finde ich das den älteren Senioren die möglichkeit genommen wird mit Schwimmen etwas für ihre Gesundheit zu tun. Hoffentlich bekommen die verlogenen Politiker ihre Quittung bei den nächsten Wahlen.
15:16
#21
Wo sind die Gelder denn hin?
Welche Mrd. € wollte die SPD nicht ausgeben?
Können Sie mir einen Ratsantrag der SPD nennen, der nennenwerte Einsparungen erzeilt hätte?
15:11
#18
Woran erkennen Sie Ausländer. Ich sehe das nur am Pass, den man aber nicht im Schwimmbad offen mit sich trägt.
Desweiteren erbitte ich mir auch ein Einweisung in die Technik Erkennen von Reilionszugehörigkeit bei Menschen in Badehose.
Ich kann mich an meine Jugend entsinnen. Da gab es in meiner Kleinstadt kaum Ausländer und Mosleme, trotzdem gab es von Ihnen aufgeführte Tatbestände.
Wahrscheinlich war mein Auge nicht geschult genug, um die Uncoverislamisten zu erkennen.
13:53
@20
aber wir vergessen auch nicht das ein Dr.Reiniger mit seiner CDU es geschafft hat Essen zu überschulden, innerhalb von 10 Jahren von 100 Mio. auf über 3 Mrd schulden!!!
13:37
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13:30
Freibad Hesse, der Dolch im Rücken der Oase geführt von Dumpfbacke Paß. Man kann über den alten CDU- Oberbürgermeister denken was man will, aber das hätte er sich nicht getraut.
12:33
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11:28
zu # 7 : Sie mussten sich ja von # 13 kritische Worte gefallen lassen . Von mir bekommen Sie aber eine Zustimmung , weil sie im Kern ganz einfach recht haben ! Die Qualität dieses Bades ist ebenso wenig konkurenzfähig wie das Konzept . Es fehlte auch die ordnende Hand . Ich erinner mich gerne an Herrn Carlo Neuhaus aus den Anfangszeiten . Damals hatt das Konzept und die Qualität ( Zucht und Ordnung ) gestimmt .
07:14
bald sind Wahlen ! wir vergessen nichts!
02:06
Vielleicht kann man ja in den leeren Becken eine Bücherei unterbringen, Im Gildehofbad hat das doch auch geklappt. :-)