In 22 Jahren eine ganze Großstadt verloren

Manche Themen sind wirklich Evergreens: „Essen verlor in 22 Jahren eine Großstadt“, titelte die WAZ in der Ausgabe vom 12. Januar 1985. Vom Höchststand 1962 mit 730 000 Einwohnern - und das sogar ohne Kettwig und Burgaltendorf - ging es schon bis Ende 1984 runter auf 630 000 Einwohnern. Überalterung, Abwanderung junger Familien und relativ wenig Geburten waren dafür verantwortlich. Als Großstadt gilt eine Stadt ab 100 000 Einwohnern, daher die Titelzeile. Ein großes kommunalpolitisches Thema war dieser, auch im Städtevergleich übergroße Aderlass damals übrigens nicht - weder bei der noch lange mit absoluter Mehrheit regierenden SPD noch bei CDU, FDP oder bei den Neulingen von den Grünen. Das Ende der Fahnenstange war übrigens noch lange nicht erreicht, wenn sich auch der Rückgang verlangsamte. 30 Jahre später hat Essen noch rund 570 000 Einwohner.

Der Januar 1985 ist geprägt von winterlichen Temperaturen, die den Baldeneysee zufrieren ließen, was früher öfter vorkam. Allerdings ist die Eisdecke stellenweise dünn. Joggingclubs, die Läufe über den See planen, hören von der Feuerwehr: „Sie beschwören eine Katastrophe herauf.“