Immer wieder sonntags

Kettwig..  „Wir fühlen uns verantwortlich für Kettwig“, sagt Manfred Freyer und schaut auf die Ruhr. Er ist einer von über 20 Gästebetreuern des Heimat- und Verkehrsvereins Kettwigs (HVV). Im Frühling und Sommer stehen sie an jedem Sonntag und auch an den meisten Feiertagen und zu großen Festen auf der Mühlengrabenbrücke. Dort bauen die ehrenamtlichen Kettwig-Erklärer ihren Stand auf, möchten Touristen und überhaupt allen Interessierten Infos mit auf den Weg geben.

Denn bevor es die Gästebetreuer gab, wäre man als Kettwiger oft von Besuchern angesprochen worden, denn ein Touristikbüro gibt es nach wie vor nicht. „Daraus hat sich schließlich nach ersten Treffen die Idee ergeben, hier unten an der Ruhr einen Informations-Stand zu machen“, sagt Freyer.

Noch ist es früh an diesem Sonntagmorgen. Die Gästebetreuer legen Flyer und Broschüren auf die Tische, spannen Sonnenschirme auf. In ein paar Stunden sei es an der Brücke aber wesentlich voller, erklärt Manfred Freyer, als eine junge Familie mit ihren Kindern zur Eisdiele neben der Brücke schlendert. Radfahrer, Spaziergänger, Hundebesitzer, Kinder – alle kämen zu ihrem Stand und würden sich informieren.

Langsam kommen erste Touristen, bleiben stehen und blättern in den Broschüren. Die Gästebetreuer beschränken sich bei ihrer Aufklärungsarbeit nicht nur auf die Historie Kettwigs. „Wenn uns Interessierte sagen, was sie gern machen würden, können wir zum Beispiel aus unserem Bestand an Touren einiges anbieten“, sagt Manfred Freyer. Ob sie das dann auch wirklich machen, sei natürlich eine andere Frage - denn belehren wollen die Gästebetreuer niemanden. „Wir versuchen einfach, Menschen zu bedienen, die Fragen haben“.

Dann zeigt er auf mehrere Flyer mit verschiedenen Fahrrad-Tour-Routen. Da gibt es unter anderem die Biergarten-Tour für alle, die mit Freunden einmal an der Ruhr verschiedene Lokale erkunden wollen. Oder aber die Krupp-Tour für geschichtsbegeisterte Radfahrer.

Kettwig sei am Wochenende einfach ein Ausflugsziel, schwärmt Freyer. „Im Grunde haben wir hier drei Etagen. Man kann hier einkaufen, durch die Altstadt bummeln und an der Ruhr spazieren gehen.

Kettwig hat eigentlich drei Etagen

„Es gibt einfach nichts Schöneres, als anderen Menschen zu helfen - und wir machen das halt auf diese Art“, beschreibt Manfred Freyer seine Motivation für die ehrenamtliche Arbeit an der Ruhr. Und dazu gehört, dass auch immer Pflaster bereit liegt, „wenn mal ein Radler stürzt“. Manfred Freyer ist nun im siebten Jahr Gästebetreuer, also von Anfang an mit dabei. Und man merkt ihm die Begeisterung für das Projekt an. Denn eigentlich beginnt seine Schicht erst um 14 Uhr - er ist allerdings schon seit elf Uhr am Stand und gibt Tipps - für einen gelungenen Sonntag in Kettwig an der Ruhr.