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Immer noch Schuldengefühle

01.02.2008 | 20:35 Uhr

KIRCHE. Für 2008 legt das Bistum wieder einen ausgeglichenen Haushalt vor und will sogar die erste geliehene Million zurückzahlen. Aufschwung am Arbeitsmarkt half, doch der Spar-Prozess geht weiter.

Mit Schuld weiß die katholische Kirche umzugehen, mit Schulden hat sie weniger Erfahrung, kein Wunder: Noch bis 2001 konnte das Bistum Essen seine Einnahmen und Ausgaben Jahr für Jahr ausgleichen. Erst danach waren angesichts schrumpfender Kirchensteuern zunächst der Griff in die Rücklagen und am Ende sogar Kredite erforderlich, um die eigene Arbeit abzusichern.

Immerhin, mit rund 44 Millionen Euro steht das Bistum aktuell in der Kreide, für manchen ein besorgniserregendes Schuldengefühl. Doch der Weg aus der finanziellen Krise scheint vorgezeichnet: Zum einen half im vergangenen Jahr der Aufschwung am Arbeitsmarkt und bescherte 139 Millionen Euro Kirchensteuer-Einnahmen - fast zehn Prozent mehr als einkalkuliert.

Zum anderen schlägt sich die neue Struktur des Bistums so langsam auch in den Finanzen nieder, freut sich Generalvikar Hans-Werner Thönnes: "Das war zwar ein schmerzhafter Prozess, aber es begegnet einem auch sehr viel Ermutigendes: Wir befinden uns auf einem guten Weg."

In Zahlen ausgedrückt heißt das: Der 206-Millionen-Euro-Etat des Bistums für 2008 ist wieder ausgeglichen und ermöglicht, wenn die Summen sich denn bewahrheiten sollten, sogar, die erste der knapp 44 geliehenen Millionen zurückzuzahlen. Dabei müsste der Finanzdezernent des Bistums, Ludger Krösmann, nicht einmal große Eile an den Tag legen, denn die Guthaben-Zinsen heute übersteigen die Schuldzinsen, zu denen das Bistum seine Kredite aufnahm.

Bei alledem bemühen sich Thönnes wie Krösmann, den Eindruck zu vermeiden, das Bistum habe es bei seinem Sparkurs übetrieben: "Der Prozess muss weitergehen!" Denn spätestens ab 2010 erwartet die Kirche wieder sinkende Kirchensteuer-Einnahmen. Und die decken schließlich 70 Prozent des gesamten Etats.BISTUMS-ETAT 2008Der 206-Millionen-E-Etat wird im Wesentlichen aus Kirchensteuern (146 Mio.) und Landeszuschüssen etwa für Schulen (38 Mio.) gespeist. Große Ausgabe-Posten sind die Seelsorge (70 Mio.), Schule und Bildung (37 Mio.) und Soziales (29 Mio.).

WOLFGANG KINTSCHER

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