Immer mehr Kinder in Essen leiden an Diabetes
23.01.2012 | 11:41 Uhr 2012-01-23T11:41:00+0100
Essen. Zu wenig Bewegung, kalorienreiches Essen: Diabetes ist bei Kindern die häufigste Stoffwechselerkrankung. Mittlerweile ist jedes fünfte Kind zu dick und steigert damit die Chance, Typ 2-Diabetiker zu werden. Doch auch beim genetisch bedingten Diabetes Typ 1 steigen die Zahlen.
Immer mehr Kinder erkranken an Diabetes , der bei Kindern mittlerweile häufigsten Stoffwechselerkrankung. Dabei leidet ein Großteil unter der landläufig als „Alters-Diabetes“ bekannten Erkrankung Typ 2. Denn „durch kalorienreiches Essen und zu wenig Bewegung gibt es immer mehr Kinder, die krank werden oder zumindest ein erhöhtes Risiko haben“, sagt Lisa Reuber-Menze, Diabetes-Beraterin im Elisabeth-Krankenhaus. Expertenschätzungen zufolge ist mittlerweile jedes fünfte Kind zu dick – und hat damit gute Chancen Typ 2-Diabetiker zu werden, die rund 90 Prozent der Erkrankten ausmachen.
Deutlich geringer ist - mit 10 Prozent - die Zahl der Typ 1-Diabetiker, zu der in Essen rund 200 Kinder zählen. So auch die sechsjährige Letizia Piechaczek. Nun ist das Mädchen weder zu schwer, noch bewegt sich das lebhafte Kind ungern: Sie leidet vielmehr an einer Autoimmunerkrankung – und auch hier steigen die Fallzahlen. Die Ursachen sind nicht ganz klar; neben den Genen spielen Virus-Erkrankungen eine Rolle. Forscher beschäftigen sich zudem mit den Auswirkungen von zu viel Hygiene, die das Immunsystem schwächen können.
Diabetes wird nicht immer sofort erkannt
Bei der Diabetes Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin, das im Normalfall dem Körper hilft, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Grund für das Aussetzen der Bauchspeicheldrüse ist das Immunsystem, das die Insulin produzierenden Zellen als Fremdkörper einstuft – und attackiert.
Erkannt wird die Krankheit nicht immer auf Anhieb. „Letizia hat schon immer viel getrunken, da musste ich mir nie Sorgen machen“, sagt Mutter Esther Piechaczek. Dass die Trinkmengen des Kindes zunahmen, eines der häufigsten Symptome, registrierte sie darum zunächst nicht. „Letizia ging es ja gut.“ Dann kamen Schluckbeschwerden, der Kinderarzt diagnostizierte Scharlach. Letizia fuhr mit ihren Eltern nach Hause, „doch als sie am Abend immer schlechter Luft bekam, sind wir ins Krankenhaus gefahren.“ Dort fand man die Ursache rasch – und begann umgehend mit der Insulin-Therapie.
Einbezogen werden die Eltern und die Kinder selbst, denn auf Insulin wird Letizia lebenslang angewiesen sein. „Sie trägt jetzt eine Insulin-Pumpe“, sagt Kinderarzt Mirco Kuhnigk. Das kleine Gerät ist violett lackiert, kann aber über den Ernst der Sache kaum hinweg täuschen. Im Zwei-Tages-Rhythmus muss die Mutter künftig den Katheter wechseln. Letizia selbst wird regelmäßig mit Blut aus der Fingerkuppe den Blutzucker-Spiegel messen müssen.
„Es ist wichtig, im Notfall reagieren zu können“
Vorbereitet auf das Leben nach der Diagnose, in dem die Sechsjährige möglichst wenige Einschränkungen erfahren soll, wird die Familie derzeit im Elisabeth-Krankenhaus. Wie zählt man Broteinheiten? Was ist im Notfall zu tun? Probleme und Fragen, auf die das Team die Familie vorbereitet. „Letizia will aber auch viel selber machen“, sagt Esther Piechaczek. Und Mirco Kuhnigk ergänzt, es sei erstaunlich, wie viel die Kinder im Umgang mit der Krankheit selbst übernehmen könnten – wenn man es ihnen nur zutraue.
Auch die Lehrer der Eichendorffschule, die Letizia besucht, wollen sich schulen lassen. „Es ist wichtig, im Notfall reagieren zu können“, sagt Schulleiterin Maritta Zuhorn. Unterstützung könnte Letizia zudem von einem Pflegedienst bekommen. Eine Betreuung steht Kindern während des Schul-/Kindergartenbesuchs zu, sagt Reuber-Menze.
09:28
Ich verstehe manche aufgeregten Kommentare nicht. Selbstverständlich liegt in vielen Fällen keine Verschulden der Eltern vor - gerade nicht bei Typ I.
Aber wenn Typ II zu 90% vorliegt und häufig diese Erkrankung durch mangenlnde Bewegung und einseitige Ernährung verursacht wird, ist ein Eigenverschulden in vielen Fällen gegeben. Klar, das sich den Schuh nicht alle Eltern anziehen müssen, wenn ihr Kind erkrankt ist.
04:14
Bei dem Dreck, den wir heut zu Tage noch zu Fressen kriegen... wundert mich schon gar nix mehr... überall wird in unsere Nahrung gepanscht... Aber dank unserer Hühner und Hähnchen bleiben wir Gesund. Dank der Antibiotika. *g*
13:37
welche junge Mutter kann denn noch Kochen?? Man lebt doch nur noch aus der Pommes - Bude...!
hier schreibt der Vater von Letizia.Sie müssen ja kommische erfahrungen gemacht haben,wir kochen jeden Tag frisch,und wenn Sie den Bericht richtig gelesen hätten wüßten Sie das der Diabetestyp den Letizia hat nichts mit der ernährung zu tun hat.Also erst lesen und dann die Klappe aufreißen
12:58
Anstatt sich als Kind die Fingernägel lackieren zu lassen, sollten die Eltern das Geld lieber in gesunde Ernährung stecken.
Also vielleicht erstmal den Artikel richtig lesen, bevor man Leute beschimpft. Dort steht deutlich, dass Übergewicht ein Risiko für Typ 2 ist.....und das Kind, von dem die Rede ist, hat Typ I. Ich spreche aus Erfahrung. Mein Sohn war auch nie zu dick und hat es leider auch mit sechs Jahren bekommen und zwar den Typ I.
Und es ist so schon Schock genug...da finde ich es ein Unding, dass Leute mit 0 Ahnung solche Sachen sagen ....
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Chaly 1006 weiß wovon er spricht.Danke
12:40
Gegen Typ 1 ist natürlich (noch) kein Kraut gewachsen, aber bei Typ 2 tragen ganz eindeutig die Eltern die Verantwortung.
Es ist heute so einfach seine Kinder gesund und ausgewogen zu ernähren, auch bei schmalem Geldbeutel, es gibt Beratungsangebote und Hilfe durch den Kinderarzt.
Sicherlich ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, seinem Kind gelegentlich eine Süßigkeit oder die viel geliebten Pommes frites zu erlauben, aber was manche Eltern ihren Kindern täglich antun kann man nur noch als Körperverletzung bezeichnen.
Nee, Einspruch. Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen ist Typ 2 genetisch bedingt. Allerdings kann man ihn etwas eindämmen durch gesunde Ernährung und abnehmen.