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Gericht

Im Sex-Prozess gegen Ex-SPD-Ratsherrn bleibt die Anklage nichtöffentlich

07.07.2011 | 18:16 Uhr
Im Sex-Prozess gegen Ex-SPD-Ratsherrn bleibt die Anklage nichtöffentlich
Foto: Thomas Wieck

Essen.   Ein früherer SPD-Ratsherr muss sich vor dem Landgericht Essen weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten. Ein Gegen-Antrag der Staatsanwälte wurde abgewiesen. Das Opfer soll nun am 21. Juli aussagen.

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen den Katernberger (Ex-)SPD-Ratsherrn Thomas von O. bleibt die Anklage nichtöffentlich. Dies hat am Donnerstag die XVII. Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Bernd Koß mit Blick auf die schutzwürdigen Interessen der Beteiligten beschlossen und damit einen Antrag der Staatsanwaltschaft abgewiesen. Nach deren Ansicht war der Ausschluss der Medien bereits während der Anklageverlesung „Unrecht“, weil der Prozess so zu einer Art „Geheimverfahren“ werde. Richter Koß widersprach: Den Interessen der Öffentlichkeit sei schon durch die Schilderung des groben Sachverhalts „hinreichend Genüge getan“ worden.

Auch das vom Staatsanwalt geforderte psychiatrische Gutachten sei nicht nötig, es genüge die Einschätzung des Gerichts, zumal man beim Angeklagten keine Ansatzpunkte für eine Alkoholabhängigkeit sehe. Der ursprüngliche Plan, das Verfahren abzuschließen, schlug gestern gleichwohl fehl, weil das Opfer wegen einer medizinischen Behandlung fehlte. Jetzt soll die Frau am 21. Juli aussagen, aller psychischen Belastung aus der Tat zum Trotz: „Das“, so Richter Koß, „können wir ihr beim besten Willen nicht ersparen“.

Wolfgang Kintscher

Kommentare
08.07.2011
09:12
Im Sex-Prozess gegen Ex-SPD-Ratsherrn bleibt die Anklage nichtöffentlich
von mar.go | #8

Damit hätte der Ausschluß der Öffentlichkeit wenigstens für das Opfer, dem man die Aussage nicht ersparen kann, etwas gutes.
Einen Ausschluß, der nur...
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2011-07-07 18:16
Essen