Im Museum Folkwang wächst der Spardruck

Ab 1. Juli ist die städtische GVE für das Immobilien-Management im Museum Folkwang zuständig.
Ab 1. Juli ist die städtische GVE für das Immobilien-Management im Museum Folkwang zuständig.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ab 1. Juli übernimmt die städtische GVE den technischen Betrieb der Gebäude. Weil der Etat sinkt, gibt es Sorgen, ob der hohe Standard zu halten ist.

Essen.. Das Museum Folkwang ist der Stadt Essen lieb, aber auch teuer. Das wurde rasch klar, als sich 2010 die Wege der Kunst (Folkwang) und Geschichte (Ruhrlandmuseum, heute Ruhrmuseum) räumlich trennten und plötzlich zwei Standorte zu finanzieren waren, wobei Folkwang der weit größere Brocken ist.

Der künstlerische und technische Betrieb und die Rücklagen erfordern dort pro Jahr rund zehn Millionen Euro, 3,85 Millionen Euro davon entfällt auf das „Facility Management“, also Pflege, Reinigung, Reparatur und Bewachung von Grundstück und Gebäude. Hier nun steht ein Neuanfang an, der gleichzeitig mit Spardruck verbunden ist. Ab dem 1. Juli übernimmt die Stadttochter GVE die Verantwortung von der NMFE („Neues Museum Folkwang Essen GmbH“), einem Tochterunternehmen der Wolff-Gruppe, die das neue Museumsgebäude zur Zufriedenheit aller errichtete, sich nun aber endgültig zurückzieht.

"Keine Änderung an Qualität"

Wird sich der Wechsel der Servicegesellschaft negativ auf die Qualität auswirken? Das ist derzeit die bange Frage, zumal die GVE wegen des Stadion-Skandals zurzeit einen kümmerlichen Ruf genießt. Allbau-Chef Dirk Miklikowski, nach dem Rauswurf von Andreas Hillebrand übergangsweise auch Geschäftsführer der GVE, hat eine klaren Anspruch: „An der Qualität wird es keine Änderungen geben.“

Ein Selbstläufer wird das aber nicht, denn die GVE muss damit klarkommen, dass der 3,8 Millionen-Etat sinkt: 2015 und 2016 geht es in 50 000-Euro-Schritten bergab, 2017 stehen dann noch mal sogar 100 000 Euro weniger zur Verfügung, und das bei gewiss steigenden Lohnkosten. Miklikowski setzt auf die berühmten Synergieeffekte, um trotzdem den Standard zu halten. Da die GVE mittlerweile alle großen Essener Kulturhäuser betreut, könne man im großen Stil günstiger einkaufen und verwalten. Es gab Zeiten, da war das Grün rund ums Museum der gepflegteste städtische Rasen in ganz Essen. Man wird sehen, ob sich das halten lässt.

Mitarbeiter der NMFE sind gekündigt

Ein anderer Aspekt des Wechsels sind soziale Fragen: Die Mitarbeiter der NMFE haben in den letzten Wochen allesamt ihre Kündigungen erhalten. Obwohl Oberbürgermeister Reinhard Paß jüngst auf Anfrage erklärte, die GVE sei „gut beraten, die erfahrenen Mitarbeiter zu übernehmen“ ist nicht gesagt, dass dies für alle gelten muss. Laut Miklikowski wurde drei Mitarbeitern gekündigt, einem von ihnen ein Übernahmeangebot gemacht. Indirekt betroffen sind aber deutlich mehr Mitarbeiter, beispielsweise Reinigungskräfte.

Gemunkelt wird auch über juristische Probleme, die vor dem Übergang noch zu klären seien. Und die Stimmung zwischen der Stadt und der Wolff-Gruppe ist derzeit auch wegen des Streit um die Gastronomie Wallberg alles andere als gut.