Im Museum Folkwang startet die Suche nach neuem Chef
01.02.2012 | 20:07 Uhr 2012-02-01T20:07:00+0100
Essen. Das Museum Folkwang sucht neues Führungspersonal. Nach einem Kuratoriumsbeschluss nimmt nun die Findungskommission ihre Arbeit auf. Im Mai soll der Nachfolger von Hartwig Fischer dessen Schreibtisch beziehen.
Transparenz schafft Klarheit. In Sachen Personalpolitik muss man beim Museum Folkwang jedoch im Trüben fischen – obwohl oder gerade weil es bei der Kuratoriumssitzung am Mittwoch kontrovers zugegangen sein soll. Bestätigt wird nur, was bekannt ist: Der Chef des Hauses, Hartwig Fischer wechselt an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden , seine Stellvertreterin in den Ruhestand. Ute Eskildsen leitet zudem seit 1979 sehr erfolgreich die Abteilung Fotografie im Museum.
Fragt man genauer nach — etwa, wann der Vertrag von Fischers Stellvertreterin ausläuft –, lautet die Antwort: „Warum wollen Sie darüber schreiben?“ Darum: In einem Haus mit diesem Renommee und dieser Größenordnung, das zudem jährlich mit Millionenbeträgen aus dem städtischen Haushalt unterstützt wird, sind auch die Vorgänge hinter den gerahmten Leinwänden von öffentlichem Interesse – erst recht, wenn eine monatelange Vakanz in beiden Führungspositionen droht.
Neuer Direktor soll mitreden dürfen
Hartwig Fischer bestätigte NRZ-Recherchen, nachdem er bereits im Mai seinen Schreibtisch an der Elbe beziehen wird. Laut Aussagen von Mitgliedern des Kuratoriums, konnte Eskildsen aber nun überredet werden, ihren Vertrag kurzfristig zu verlängern. Der Ruhestand Eskildsens stünde vermutlich im April an, aber bei der Frage nach dem genauen Datum in ihrem Vertrag ist man auf Spekulationen angewiesen, da das Museum ein Staatsgeheimnis daraus macht. Was Eskildsen selber dazu sagt? Nichts.
Des Weiteren hat das Kuratorium (die Stadt ist hier mit zehn Stimmen vertreten, der Museumsverein und die Erben der Museumsgründer-Familie Osthaus mit jeweils fünf Stimmen) eine sechsköpfige Findungskommission mit zwei Aufträgen eingesetzt – und zwar genau mit den Mitgliedern, die sich ursprünglich um die Eskildsen-Nachfolge kümmern sollten.
Wie berichtet, wird der Kunsthistoriker und Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk, die Kommission beraten. Zum Sprecher dieses Gremiums wurde Kulturdezernent Andreas Bomheuer auserkoren. Nun beginnt also die Suche, die hinter den Kulissen bereits seit der Weggang-Ankündigung Fischers auf Hochtouren läuft, auch offiziell.
Die Königsmacher im Museum Folkwang sollen laut des Kuratoriumsbeschlusses wie folgt vorgehen: Erst wird ein neuer Direktor gefunden, dann ein Leiter für die fotografische Sammlung. Anschließend will man sich auf die Suche nach einem stellvertretenden Museumsleiter machen. Denn hierbei, so ein Kuratoriumsmitglied, soll „der neue Museumschef ein Wörtchen mitreden dürfen“. Mit dieser Vorgehensweise hätten sich die städtischen Vertreter im Kuratorium durchgesetzt, heißt es.
10:22
also wird ein farbenblinder auf den sessel gehievt.bravo
21:09
Haben einen Komissar, einen Sprecher - fehlt nur noch de Mann von Goldman Sachs...