Im Käfig warten rot-weiße Gummi-Enten
25.09.2012 | 19:20 Uhr 2012-09-25T19:20:00+0200
Essen. Zehn Azubis der Jugendhilfe Essen übernehmen für RWE Lagerung und Auslieferung der Fanartikel. Die Nachfrage ist mit dem Bau des neuen Stadions gestiegen.
Es muss Spaß machen, Dinge zu verwalten, zu denen man einen emotionalen Bezug hat. Christopher und Garip räumen gerade rot-weiße Schnuller, Weihnachtskugeln, Tassen, Handtücher und Gummienten ins Regal. Die beiden jungen Männer sind Azubis in der Lageristik-Abteilung der Jugendhilfe - und Fans von Rot-Weiß Essen.
Die wertvollen Utensilien, die sie in einem extra abschließbaren käfigähnlichen Raum in der Lagerhalle an der Schürmannstraße verstauen, sind nur ein paar der inzwischen 210 Fanartikel ihres Heimatvereines. Der hat sich nach dem Neubau des Stadions entschieden, die Ein- und Auslagerung seiner Devotionalien der Jugendhilfe zu übergeben.
60 Prozent des Sortiments sind neu
„Unser neuer Fanshop hat keine eigene Lagermöglichkeit mehr“, sagt RWE-Merchandising Leiter Detlev Jaritz. Das Geschäft mit den Fanartikeln laufe derzeit mehr als gut, an manchen Tagen gebe es „lange Schlangen vor der Kasse des Shops an der Hafenstraße“. 60 Prozent des Sortiments seien neu, darunter eine rote Ice-Watch, Babykleidung mit einer Comic-Ente (in Anlehnung an Ente Lippens) aber auch etwas unauffälligere Produkte wie grau-schwarze Wollmützen mit dem „97a“-Logo.
Neben der Lagerung und der Belieferung kümmern sich die zehn Auszubildenden der Jugendhilfe auch um die Logistik und das Reklamationswesen. Alle sind im ersten Ausbildungsjahr der außerbetrieblichen Maßnahme, die sie fit für den ersten Arbeitsmarkt machen soll.
"Die machen hier wirklich gute Arbeit"
„Es ist uns ein echtes Anliegen, einen lokalen Träger wie die Jugendhilfe zu unterstützen. Die machen hier wirklich gute Arbeit“, sagt RWE-Vorstand Michael Welling. So habe man sich nicht nur entschieden, die Lagerlogistik an den Verein abzugeben sondern auch in Kooperation mit der Jugendhilfe eine Ausbildungsstelle geschaffen.
„Seit diesem Sommer macht erstmals eine junge alleinerziehende Mutter eine Teilzeitausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation bei uns“, erzählt Welling. Für die Situation junger Mütter habe er größtes Verständnis, „auch meine Mutter hat mich alleine großziehen müssen“.
„Es ist unheimlich schwer, Betriebe zu finden, die diese Art der Ausbildung anbieten“, ergänzt Jochen Drewitz, Geschäftsführer der Jugendhilfe. Umso mehr freut ihn die Zusammenarbeit mit dem Verein. Davon profitiert auch Hakan: Der 21-jährige Fachlagerist-Azubi macht gerade ein Praktikum bei seinem Lieblingsverein, wo er den Umgang mit einer neuen Bestellsoftware lernt. „Als lokaler Fußballverein haben wir auch eine soziale Verantwortung. Der möchten wir auch in Zukunft gerecht werden“, sagt Michael Welling.

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