Im Internet fand sich ein Hinweis auf die Flucht 1938

In der Broschüre „Stolpersteine in der Von-Einem-Straße und der Von-Seeckt-Straße“ erzählen die Autoren, wie sie den Kontakt zum Ehepaar Caspary herstellten, das kürzlich zur Verlegung von Stolpersteinen nach Essen kam.

Susanne Caspary ist die Tochter von Grete Callmann, geb. Oppenheimer. Die jüdische Familie Oppenheimer lebte in Gladbeck, bevor sie an die Von-Einem-Straße 36 in Rüttenscheid zog. Adolf Abraham Oppenheimer war Karstadt-Geschäftsführer, mit seiner Frau Paula hatte er zwei Kinder: Walter und Grete. Letztere floh 1938 mit ihrem Ehemann Max Callmann nach Brasilien. Ermöglicht wurde diese Flucht durch Aracy Moebius de Carvalho, die im brasilianischen Konsulat in Hamburg arbeitete und viele deutsche Juden rettete, indem sie ihnen die Einreise nach Brasilien ermöglichte.

2008 wurde die mutige Botschaftsangehörige in einer brasilianischen Zeitschrift gewürdigt – und dazu auch Grete Callmann befragt. Diesen Artikel fand die Rüttenscheider Stolperstein-Initiative nun im Internet und wendete sich an die Journalistin. Es stellte sich heraus, dass Grete Callmann 2010 hochbetagt gestorben war. Ihre Tochter Susanne Caspary nahm die Einladung nach Essen an.