Im ersten Gang

Neuschnee und Glätte sorgten am Freitag auf der A40 für erhebliche Einschränkungen. Der Verkehr staute sich über mehrere Kilometer, so wie hier in der Nähe von Essen.
Neuschnee und Glätte sorgten am Freitag auf der A40 für erhebliche Einschränkungen. Der Verkehr staute sich über mehrere Kilometer, so wie hier in der Nähe von Essen.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Schnee und Glätte haben am Freitag zu mehr als 50 Unfällen in Essen geführt. Die Evag hatte mit erheblichen Verspätungen zu kämpfen. Räumfahrzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz.

Essen..  Sobald die ersten Schneeflocken fallen, dauert es meist nicht lange und der Straßenverkehr gerät ins Stocken. Der Winter sorgte auch gestern dafür, dass es auf einigen Straßen überhaupt nicht mehr weiter ging. Und wenn, dann nur im ersten Gang. Auch am Wochenende wird sich daran nicht viel ändern, denn die Meteorologen haben Neuschnee vorausgesagt. Die Polizei bittet daher um erhöhte Vorsicht und eine angepasste Geschwindigkeit. Gerade in den Höhenlagen im Essener Süden könne es unerwartet zu Glatteis kommen, betont Polizeisprecher Peter Elke. „Selbst wenn das Thermometer Plusgrade anzeigt, kann es zu Eisbildung kommen.“

Allein am Freitagvormittag wurden rund 50 Fahrzeuge in Unfälle verwickelt. Vier- bis fünfmal so viel wie an anderen Tagen, erklärt Elke. Verletzt wurde dabei niemand. „Viele Bürger haben ihre Autos zuhause stehen lassen, wir hatten eindeutig weniger Fahrzeuge auf den Straßen. Trotzdem gab es wetterbedingt erheblich mehr Unfälle.“ Besonders stark betroffen war wie bereits so häufig der etwas höher gelegene Essener Süden. Auf der Schulstraße in Kettwig war ein schwerer Lkw im Schnee stecken geblieben. Fast zwei Stunden dauerte es, bis das Fahrzeug befreit werden konnte.

Teilstück der A44 gesperrt

Bei der Evag kam es zu einigen wenigen Blechschäden. Allerdings hätten diese nicht unbedingt etwas mit dem Wetter zu tun gehabt, so Evag-Sprecher Jens Kloth. Dafür führte der Schnee bei Bus und Bahn noch bis in den Nachmittag hinein zu Verspätungen. Während des Berufsverkehrs lagen einige Linien bis zu 40 Minuten hinter dem Zeitplan. Im Süden fiel die Verspätung wie erwartet stärker aus als im Norden. „Vielfach sind Busse an den Haltestellen stehengeblieben, weil es nicht weiter ging. Die meisten Fahrgäste hatten für diese Situation Verständnis“, erklärt Sprecher Jens Kloth.

Auch auf den Autobahnen ging es häufig nur im Schneckentempo voran. Auf der A44 in Richtung Velbert musste ein Teilstück sogar komplett gesperrt werden. Auf der A40 staute sich der Verkehr über mehrere Kilometer. Besonders stark betroffen war der Abschnitt Gelsenkirchen-Süd in Richtung Duisburg mit einer durchschnittlichen Staulänge von etwa sechs Kilometern, berichtet Stephan Lamprecht, Sprecher beim Landesbetrieb Straßen NRW. „Bei Schnee sind viele Autofahrer langsamer unterwegs und halten größere Abstände“, sagt Lamprecht. „Das ist sinnvoll, nur kommt es dadurch zu größeren Verzögerungen. Die A40 ist auch so sehr stark befahren.“

Bei Straßen NRW sind rund um die Uhr zwei Winterdienste im Einsatz. Die Evag unterhält zwei eigene Räumfahrzeuge, die zum einen die Betriebshöfe frei halten sollen, aber auch auf Straßen und an Haltestellen den Schnee zur Seite schieben. Eines der Fahrzeuge kann auch auf der Spurbustrasse verwendet werden. Ein Teil des Winterdienstes bleibt in ständiger Alarmbereitschaft. Man kenne die neuralgischen Punkte, so Evag-Sprecher Jens Kloth. Besonders problematisch seien Steigungen und Brücken.

Ab 3 Uhr nachts im Einsatz

Den Großteil der Arbeit erledigen allerdings die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE). Insgesamt 26 Fahrzeuge stehen für Räumarbeiten zur Verfügung. 19 große Fahrzeuge für Hauptstraßen und sieben kleinere Autos für Nebenstraßen. Dahinter stehen 300 Mitarbeiter, die bei Bedarf rund um die Uhr unterwegs sind. „Wir waren ab 3 Uhr nachts im Streueinsatz. Das hat etwa bis 11 Uhr gedauert, seitdem machen wir Kontrollfahrten“, berichtet EBE-Sprecherin Bettina Hellenkamp über den Freitagvormittag und ergänzt: „Es ist wichtig zu wissen, dass die Fahrzeuge nur 30 Stundenkilometern schnell sein dürfen, ansonsten ist ein effektiver Streudienst nicht möglich.“

Doch nicht alle Straßen werden von der EBE bedient. Wie Hellenkamp erklärt, wird nur ein Drittel der insgesamt 3.000 Straßenkilometer tatsächlich geräumt. Salz gibt es dagegen mehr als genug. Im November hatte die EBE 5.300 Tonnen Salz eingelagert, davon wurde bisher nur ein Teil verbraucht. Für einen ganzen Winter werden normalerweise 1.200 bis 1.500 Tonnen benötigt.