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Im Budget bleiben? „Das bekommen wir hin“

Ein neues Gesicht für Essens Messegelände - Zuschlag für Düsseldorfer Architektenbüro
Den Wettbewerb für den Teil-Neubau des Messegeländes in Essen hat das Düsseldorfer Architektenbüro „slapa oberholz pszczulny“ gewonnen.Foto: Hans-Joachim Wuthenow, Berlin

Das Budget steht fest, 123 Millionen Euro, und die Bezirksregierung wird ein waches Auge darauf haben, dass es auch eingehalten wird. Aber lehrt nicht die Erfahrung, dass Projekte solchen Umfangs – siehe Flughafen Berlin oder Elbphilharmonie – stets teurer werden als geplant? Messe-Chef Frank Thorwirth versuchte zu beruhigen: „Wir sind frohen Mutes, dass wir das hinbekommen“, versicherte er, doch natürlich sieht man diese Gefahr, zumal vor dem Hintergrund eines Neubaus bei laufendem Messe-Kalender.

Auch und gerade deshalb hat man mit Roland Weiss einen erfahrenen Projektentwickler angeheuert, und der versicherte, dass Kostensteigerungen „kein immanentes Problem“ sind, sondern dann auftreten, wenn der Bauherr erstens nicht weiß, was er will, oder das Budget zu Beginn eines Vorhabens besonders niedrig kalkuliert, um dem Projekt eine Chance zu geben. Beides sei hier nicht der Fall.

Die Brücke zur Halle – unverzichtbar?

Risiken wird es gleichwohl geben, denn der Bau ist eng getaktet, muss Rücksicht nehmen auf den Messe-Kalender, wo der Teil-Neubau eingepasst wurde zwischen zwei lukrative Veranstaltungen der Weltmesse „Schweißen & Schneiden“,die Mitte September 2013 und dann wieder im Jahre 2017 stattfindet. Weiss drückte es Journalisten gegenüber augenzwinkernd so aus: „Es wird immer was los sein, wir werden viele Abriss-Partys, Grundsteinlegungen und Einweihungen haben.“

Ein Aufwand, der sich lohnt, wie Messe-Chef Frank Thorwirth glaubt: Wenn erst einmal die schwer vermarktbaren Doppelstock-Hallen im nördlichen Messe-Areal verschwunden sind, würde die neue Hallenstruktur ihre ganze Stärke ausspielen können: Modular verwendbar, mit vielen möglichen Rundläufen, die für Messebesucher so wichtig sind, und mit der Möglichkeit, für Spezialveranstaltungen kleinere Einheiten abzutrennen.

Dabei wird auch der jetzt vorliegende Entwurf nicht 1:1 gebaut werden können, erst in den weiteren Detailplanungen dürfte sich erweisen, wie man das Grobkonzept in der Feinabstimmung umsetzt. So wird sich erst später erweisen, ob etwa die im Entwurf des Architektenbüros „slapa oberholz pszczulny“ verschwundene Brücke zwischen der Grugahalle und dem dann neuen Kongress-Center verzichtbar ist. Sonderlich geliebt hat sie nie jemand, aber „ich glaube nicht, dass man am Ende ohne sie auskommt“, sagte Messe-Geschäftsführer Egon Galinnis. Auch über die ausfahrbaren Dächer der Verbindungstrakte zwischen den einzelnen Hallen wird womöglich noch zu reden sein, ebenso wie über das Bürogebäude auf der anderen Seite der Norbertstraße.

Die zweigeschossige Tiefgarage unterm Gruga(vor)platz mit 728 Stellplätzen wird man sich auf jeden Fall sparen, sie würde die Kosten enorm in die Höhe treiben. Aber der nächste Geburtstag kommt bestimmt.

Wolfgang Kintscher

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Kommentare
26.10.2012
00:19
Ein neues Gesicht für Essens Messegelände - Zuschlag für Düsseldorfer Architektenbüro
von schriftsetzer | #6

#3
Sie sollten sich mal die Planungsunterlagen nsehen. Dann sähen Sie, dass zwei sogen. Verflechtungsgebiete gibt, die mit ausgeschrieben wurde. Ost = Der Raum zwischen Hotel, Parkplatz und Grugahalle. Nord = Der Raum zwischen Messe, Grugahalle und Grugaeingang. Der Park rückt dadurch näher an die Stadt. Und nein: ich bin weder Architekt, Politiker, noch sonst was. Ich mache mich nur schlau...

25.10.2012
22:24
Ein neues Gesicht für Essens Messegelände - Zuschlag für Düsseldorfer Architektenbüro
von schriftsetzer | #5

Ohne übertrieben skeptisch sein zu wollen: aber einen Kostenrahmen bis 2017 verbindlich deckeln zu wollen, ist ja wohl reine Illusion. Selbst wenn man die prognostizierte Inflation zu Grunde legt, weiß doch niemand wirklich, wie sich Rohstoffpreise, Steuern, Lohnnebenkosten, Löhne, etc. entwickeln.

25.10.2012
21:53
Aber die Messe Ost/Gruga Haltestelle?
von vertigo912 | #4

Sieht ja toll aus! Gibt es zufaellig auch Plaene die Messe Ost/Gruga U-bahn Haltestelle zu sanieren? Die Station ist sowas von veraltet und hässlich. Wenn man Essen nur fuer eine Messe besucht, macht diese vernachlässigte Haltestelle schon einen Eindrueck... und nicht gerade einen guten.

25.10.2012
20:37
Ein neues Gesicht für Essens Messegelände - Zuschlag für Düsseldorfer Architektenbüro
von bert1 | #3

Das hört sich ja nach Friede Freude Eierkuchen an...

Ohne den Vorplatz einzubinden und den gesamten Vorplatz/ Eingangsbereich bis hin zur Rüttenscheiderstrasse neu zu gliedern bringt das ganze Konzept der Stadt und den Bürgern und Freunden der Gruga mal gar nix!

25.10.2012
09:12
Ein neues Gesicht für Essens Marktplatz
von damalsinessen | #2

Ausnahmsweise mal ein großes Lob für die Messeplaner. Eine Erneuerung der veralteten Messe ist dringendst angebracht, wobei sich immer noch die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit stellt.
Ich würde es der Stadt wünschen, dass sie sich durch den Neubau weiterhin behaupten kann, auch wenn einige Messen an Köln oder Düsseldorf abgewandert sind.

Ein großer Punkt wäre die Positionierung der Messe als Platz für Fachsymposien der künftigen Zukunftsbranchen. Die Spezialisierung ergäbe sicherlich mehr Auslastung.

Das Kostenthema wird jedoch einmal mehr nicht real betrachtet. Es braucht sich niemand vormachen, dass die Messe das vorgegebene Budget einhalten wird. Mit mind. +50% bei den Kosten dürfte man da schon näher an der Realität liegen. Es wissen wahrscheinlich alle Beteiligten, dem Bürger kommuniziert wird es doch üblicherweise erst mitten oder gegen Ende der Bauphase. Mehr Ehrlichkeit wäre hier wünschenswert.
Trotzdem viel Erfolg bei einem weiteren kleinen Kapitel der Stadterneuerung

25.10.2012
08:34
Ein neues Gesicht für Essens Marktplatz
von Sternenpaule | #1

Wozu?

Was bringt das?

Mehr Besucher der Messe, die sich am neuen Prunkbau ergötzen?

1 Antwort
Ein neues Gesicht für Essens Messegelände - Zuschlag für Düsseldorfer Architektenbüro
von elsper | #1-1

Prima, Entwurf gefällt mir. Wenn auch schmerzt das kein unterirdischer Parkplatz gebaut wird und die Brücke über der Norbertstr. entfällt. Dies hätte der Messe mehr Charakter gegeben und die Parkraumnot gelindert. Geld darf bei solchen Baumaßnahmen nicht die 1. Rolle spielen sondern Zweck und Nachhaltigkeit sowie mit der Konkurrenz mithalten zu können. Ansonsten kann man sich das gleich ersparen und Essen zur Schlafstadt degradieren.

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