Ideale Werbung in eigener Sache

Foto: Knut Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Der Altendorfer Bürgertreff, zu dem der Schützenverein jedes Jahr einlädt, ist ein Pflichttermin für alle Vereine des Stadtteils.

Altendorf..  Sonntagmorgen wäre Wolfgang Hönisch beinahe närrisch geworden. Beim Bürgertreff in der Gesamtschule Bockmühle saß der Präsident der Karnevalsgesellschaft Altendorfer Buben, kurz KAB, auf heißen Kohlen. Den Neujahrsempfang der KG Hahnekopp hatte er gemeinsam mit Geschäftsführer Uwe Riechert gerade hinter sich, und gleich wartete mit dem Senatorenempfang der KG Schultenbusch bereits der nächste wichtige Termin.

Doch jetzt galt es, die versammelte Altendorfer Vereinsschar auf die bevorstehende Session einzustimmen. Denn trotz Internet, E-Mail und sonstigen Errungenschaften: Eine bessere Gelegenheit als diese Informationsbörse zum Jahresbeginn gebe es nicht. „Weil wir auf diesem Weg die meisten Altendorfer Bürger erreichen“, erklärt Uwe Riechert.

Wie immer man diese Zusammenkunft in der Aula auch nennen mag – ob Informationsbörse, Bürgertreff oder Neujahrsempfang: Kaum ein Altendorfer Vereinsvertreter oder auch lokaler Politiker lässt sich die Chance entgehen, hier seinen Freunden ein gutes neues Jahr zu wünschen.

Und so füllte sich am Sonntag nach und nach die – halbe – Aula. Hier die Männergesangsvereine, dort die Karnevalisten, Frauengruppen und Sportvereine – und mittendrin der Politikertisch mit Abgeordneten, Bezirksvertretern und natürlich Bezirksbürgermeister Klaus Persch.

Seine Ursprünge hatte der Bürgertreff vor gut einem Jahrzehnt auf Initiative der Altendorfer Geschäftswelt. Bald arbeitete sie mit dem Schützenverein zusammen, bis dieser nun komplett die Organisation übernommen hat.

KAB nicht beim Rosenmontagszug

Für eine kleine Karnevalsgesellschaft wie die KAB-Buben aus der St. Elisabeth-Gemeinde ist der Bürgertreff ein Pflichttermin. Denn hier kann sie die anderen Vereine direkt ansprechen und Werbung für die eigene Sitzung zu machen. In dieser kurzen Session mit dem gedrängten Veranstaltungskalender ist es schwierig, seinen Saal zu füllen. „Wenn wir am 24. Januar um 19.11 Uhr unsere Karnevalssitzung in St. Elisabeth an der Dollendorfstraße haben, stehen wir in Konkurrenz zu sieben anderen Veranstaltungen. Da wird es nicht einfach sein, die 240 Plätze im Pfarrzenrum besetzt zu bekommen. Schon deshalb ist es wichtig, sich hier sehen zu lassen.“

Zumal die Altendorfer Buben ein schweres Handicap zu schultern haben: Sie können erstmals nicht am Essener Rosenmontagszug teilnehmen. Denn beim Sturmtief „Ela“ ging die Verkleidung des Wagens zu Bruch. Dieser war im Turm der St. Anna-Kirche untergebracht. Als Ausweichquartier wurde der KAB ein Raum in der Bodelschwinghschule angeboten. Weil er aber nicht rechtzeitig frei wurde, war die Absage für den Rosenmontagszug die logische, traurige Konsequenz. Darüber informierte Wolfgang Hönisch die Vereine auf dem Bürgertreff. Und dann ging’s ab zum Senatorenempfang. . .